Open Source Code Repository Entwicklungsplattform „Open CoDE“ gestartet

Von Susanne Ehneß

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Das Open Source Code Repository „Open CoDE“ ist in den aktiven Betrieb gegangen. Auf dem Online-Portal können öffentliche ­Verwaltungen quelloffene Software gemeinsam entwickeln und rechtssicher austauschen.

Mit Open CoDE soll es für Bund, Länder und Kommunen einfacher werden, quelloffene Software wiederzuverwenden und gemeinsam weiterzuentwickeln
Mit Open CoDE soll es für Bund, Länder und Kommunen einfacher werden, quelloffene Software wiederzuverwenden und gemeinsam weiterzuentwickeln
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Open CoDE hat die Pilotphase hinter sich gebracht und ist nun im aktiven Betrieb. Verwaltungen aus Bund, Ländern und Kommunen können hier die offenen Quellcodes ihrer Softwareprojekte hinterlegen; die Plattform dient vornehmlich dem Austausch und dem gemeinsamen Aufbau von Open-Source-Software.

Die Plattform kam durch eine Idee der Arbeitsgruppe von Vitako und OSB Alliance zustande. In ihrem ersten, 2020 veröffentlichten Konzept „Ein Ort für öffentlichen Code“ legte die Arbeitsgruppe dar, welche Kooperationschancen für die Öffentliche Verwaltung durch die Verwendung von Open-Source-Software und die Einrichtung eines gemeinsamen Repositorys entstehen könnten. 2021 initiierte dann das Bundesinnenministerium gemeinsam mit den Ländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen das Projekt und beschloss den Pilotbetrieb.

Das Open-CoDE-Projekt ist Teil der Umsetzung der deutschen ­Verwaltungscloud-Strategie des IT-Planungsrates. In Kooperation mit der „AG Cloud Computing und Digitale Souveränität“ (kurz: AG Cloud) des IT-Planungsrates wird das Angebot weiterentwickelt.

Das Open Source Code Repository ist auch in der im April 2022 von Bundesinnenministerin Nancy ­Faeser vorgestellten Digitalagenda­ niedergeschrieben. Zudem wurden im Bundeshaushalt 2022 Gelder für den weiteren Betrieb der Plattform vorgesehen. In der Digital­agenda heißt es zum Thema Open Source: „Mit der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie verfolgen wir die Multi-Cloud-Strategie der Öffentlichen Verwaltung, um Lock-in-Effekte zu reduzieren und eine Cloud-übergreifende und wechselseitige Nutzung von Anwendungen in der Öffentlichen Verwaltung zu ermöglichen.“ Und weiter: „Wir unterstützen die Verfügbarkeit ­moderner, leistungsfähiger und skalierbarer Open-Source-Software-Lösungen. Mit der Open-Source-Plattform ‚Open CoDE‘ wird für Bund, Länder und Kommunen eine Plattform für den Austausch von Open-Source-Software zur Verfügung gestellt, die kontinuierlich erweitert werden kann. Die Plattform beflügelt die Wiederverwendung und die gemeinsame Weiterentwicklung von Software­lösungen mit offenen Quellcodes der Öffentlichen Verwaltung.“

Digitale Souveränität

Die Strategie war von Anfang an klar: Mit der Plattform soll es für Bund, Länder und Kommunen einfacher werden, Open-Source-Software wiederzuverwenden und gemeinsam weiterzuentwickeln. „Open Source ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung der Digitalen Souveränität“, stellte Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und CIO des Bundes, zum Startschuss fest. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Bund, Länder und Kommunen Open-Source-Software der Öffentlichen Verwaltung einfach und sicher mitgestalten, teilen und wiederverwenden können.“

Die Ziele des Open-CoDE-Projekts sind:

  • Sichtbarkeit: Transparenz über bestehende Open Source-Lösungen und -Projekte von und für die Öffentliche Verwaltung.
  • Zusammenarbeit: Mitarbeit an verwaltungsrelevanten Projekten und Möglichkeit der gemeinschaftlichen Entwicklung.
  • Wiederverwendung: Sicherheit durch klare Richtlinien, Hilfestellungen und eindeutige lizenzrechtliche Anforderungen.

„Die Open-CoDE-Plattform bietet ein zentrales Verzeichnis der verfügbaren, verwaltungsrelevanten Open-Source-Projekte und Lösungen, eine eigenbetriebene GitLab-Instanz zur Ablage von offenen Quellcodes bzw. Zusammenarbeit an Projekten sowie ein Diskussionsforum“, erläutert die OSB Alliance. Zudem definiere Open CoDE einen eindeutigen Handlungsraum für die (rechts-)sichere Nutzung der Plattform und deren Inhalte – beispielsweise hinsichtlich Lizenzrichtlinien, Code of Conduct, Nutzungsbedingungen und Kollaborationsguidelines. Ziel sei, damit die Einstiegshürde zur Nutzung von Open Source zu senken.

„Ich freue mich, dass jetzt Schwung in die Sache kommt“, kommentiert Dr. Christian Knebel, Leiter der Projektgruppe „Ein Ort für öffentlichen Code“ in der OSB Alliance und CEO der publicplan GmbH. Die Plattform lebe von den Personen und Organisationen, die dort Beiträge leisten und ihre Inhalte miteinander teilen. „Das Open Source Code Repository hat das Potential, grundlegend zu verändern, wie Verwaltungen mit ihren Software-Anwendungen umgehen. Mit Open-Source-Software können wir deutlich schneller mit der Umsetzung des Onlinezugangs­gesetzes vorankommen“, ergänzt Knebel. Auf Basis von Open Source entwickelte eGovernment-Lösungen seien flexibler als proprietäre Software, wodurch die komplexen Anforderungsprofile der Öffentlichen Verwaltung besser ­bedient würden. „Zudem reduzieren wir so die Abhängigkeit von ­einigen wenigen großen Software-Herstellern und werden dem nachhaltigen Grundsatz gerecht: Public Money, Public Code”, betont Knebel.

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