eGovernment und digitale Transformation

Entwicklung setzt Verwaltungen unter Druck

| Autor: Manfred Klein

( Rawpixel - fotolia.com)

Die Entwicklung digitaler Technologien bringt die Verwaltungen in Deutschland zunehmend in Zugzwang. So setzen sich sich immer mehr Standardlösungen durch. Gleichzeitig müssen Verwaltungen mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.

So kommt das Beratungsunternehmen Sopra Steria Consulting in seinem Branchenkompass Public Services 2015 zu dem Schluss: „Hohe Kosten für den Einsatz neuer Technologien führen zunehmend zur Nutzung von Standardlösungen in der Öffentlichen Verwaltung.“

Rund 90 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, dass knappe Haushaltskassen einem schnelleren Aufbau digitaler Prozesse im Weg stehen. Anstatt in kostenintensivere und maßgeschneiderte Lösungen zu investieren, setzen drei Viertel daher zurzeit auf Standardsoftware.

Behörden stünden vor der Herausforderung, ihre knappen Ressourcen in eGovernment-Angebote so gewinnbringend wie möglich zu investieren. So böten Standardlösungen den Vorteil, dass sie höhere Investitionssicherheit für Behörden bieten. Um die Potenziale von eGovernment ausschöpfen zu können, sei zudem eine automatisierte und durchgängige Ausgestaltung von Prozessen erforderlich, die bei 85 Prozent der befragten Behörden noch nicht vollständig umgesetzt ist, so die Studie.

Einen Lösungsansatz für diese Problematik böten digitale Servicekonten, die sich bereits in mehreren Bundesländern etabliert hätten. Diese ermöglichten eine standardisierte Online-Abwicklung von Verwaltungsdienstleistungen für Bürger und Unternehmen.

„Fast 20 Prozent der befragten Behörden möchten noch dieses Jahr in den Ausbau von digitalen Servicekonten investieren; knapp die Hälfte möchte dies mittel- bis langfristig tun“, so die Studie. Die befragten Entscheider sehen darin eine Chance für mehr eGovernment: Annähernd 90 Prozent gehen davon aus, dadurch künftig mehr Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen als bisher elektronisch anbieten zu können. Drei Viertel der Befragten verbinden mit digitalen Bürgerkonten eine sichere Datenübermittlung. Effizientere Verwaltungsabläufe versprechen sich zwei Drittel.

Der IT-Planungsrat, der die Zusammenarbeit von Bund und Ländern im eGovernment steuert, hat sich laut Sopra Steria vorgenommen, das Angebot an Servicekonten zu erweitern und als zentrale Identifizierungskomponente zu nutzen.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nachdem die Verwaltungsdienstleistung über das Servicekonto angestoßen wurde, ist die weitere Bearbeitung durch eine medienbruchfreie Anbindung an die zuständigen Fachverfahren entscheidend – idealerweise in Verbindung mit einer elektronischen Zustellung eines Bescheids. So kann der gesamte Lebenszyklus eines Verwaltungsprozesses vollständig digital abgewickelt werden. Das bietet Kosten- und Zeitersparnisse“, so Martina Knierim, eGovernment-Expertin bei Sopra Steria Consulting.

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