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Energiewende und Digitalisierung Energieversorger müssen ihre IT neu erfinden

| Redakteur: Ulrike Ostler

Energieversorger haben keine Muße, sich auf ihren IT-Prozessen auszuruhen; sie sind noch nicht auf Digitalisierung ausgelegt. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk legt der Branche eine Überarbeitung ihrer Positionierung und Investitionen in neue Geschäftsmodelle nahe.

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Laut Lünendonk wird IT zu einem strategisches Element für das Top-Management in EVUs, doch nocht sind die IT-Prozesse nicht auf Digitalisierung ausgelegt.
Laut Lünendonk wird IT zu einem strategisches Element für das Top-Management in EVUs, doch nocht sind die IT-Prozesse nicht auf Digitalisierung ausgelegt.
(Bild: © @nt - Fotolia)

Die Energieversorgungsunternehmen (EVU) stehen im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Durch Öffnung und Regulierung des Energiemarktes sowie die schrittweise Umstellung auf erneuerbare Energien sind sie gezwungen, ihre Unternehmensstrategien neu auszurichten. Der Trend zur Digitalisierung verstärkt die Notwendigkeit, die Strukturen und Abläufe anzupassen und zu verbessern, neue Technologien zu nutzen und vor allem stärker als bisher kundenorientiert zu agieren.

Mit den zukünftigen Herausforderungen der Branche hat sich das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk intensiv beschäftigt und veröffentlicht in dem Branchendossier „Future Utility 2030 – Energieversorger auf dem Weg in eine neue Zukunft“ zentrale Handlungsempfehlungen für die Branche. Fachliche Unterstützung haben dabei die Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Detecon, Gisa sowie M3 gegeben, die mit eigenen Fachbeiträgen ebenfalls Position zu den veränderten Anforderungen der Energiebranche beziehen.

Aus dem Branchendossier: Beispiele für die zwei bisher getrennten Welten von kaufmännischer IT und betrieblicher Anlagensteuerung und ihre zukünftige Durchlässigkeit
Aus dem Branchendossier: Beispiele für die zwei bisher getrennten Welten von kaufmännischer IT und betrieblicher Anlagensteuerung und ihre zukünftige Durchlässigkeit
(Quelle: Lünendonk)

Die technischen Anforderungen sind komplex und vielschichtig

Vor allem auf der Technologieseite treiben die Energieversorger zwei wesentliche Themen. Auf der einen Seite steht die massive Zunahme an strukturierten, aber insbesondere unstrukturierten Daten. Diese entstehen durch die Überwachung der Energie-Erzeugung und der Netze in Echtzeit, die Machine-to-Machine-Kommunikation, die Nutzung von Online-Portalen und Apps sowie die Anbindung der Service-Techniker an die Unternehmensanwendungen durch mobile Endgeräte.

Einen großen Schub wird es zudem künftig durch Smart Grid und Smart Metering geben. Bis 2022 sollen 80 Prozent der Privathaushalte in Deutschland mit intelligenten Zählern ausgestattet sein. Für Neubauten und Grundrenovierungen ist der Einbau von Smart Meters bereits seit 2010 vorgeschrieben.

Auf der anderen Seite sind die klassischen Energie-Prozesse wie Abrechnung, Anlagen-Management, Produktionsplanung und -steuerung oder Vertrieb bereits heute in hohem Maße von den IT-Prozessen abhängig und werden von ihnen gesteuert. Während aber in den einzelnen Fachprozessen bereits Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht wurden, haben Energieversorger große Schwierigkeiten bei der Verknüpfung der Fach- und IT-Prozesse und der Integration. „Hier müssen Silo-Strukturen schnellstmöglich aufgelöst und durch Standards und Automatisierung Wettbewerbsvorteile geschaffen werden“, fordern die Autoren des Branchendossiers.

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