Monitoring bei den Stadtwerken Frankenthal Energie überwachen und sichern

Autor / Redakteur: Maximilian Schütz * / Susanne Ehneß

Energieversorger sind Dienstleister mit einer besonderen Verantwortung: Bleiben Strom, Gas oder Wasser aus, schränkt dies das tägliche Leben der Kunden in extremem Maße ein. Damit die Versorgung kontinuierlich sichergestellt ist, muss die IT rund um die Uhr verfügbar sein und somit nonstop überwacht werden.

Firmen zum Thema

Die Stadtwerke Frankenthal sind neben der Energieversorgung auch für den Betrieb von Schwimmbädern und Parkgaragen zuständig
Die Stadtwerke Frankenthal sind neben der Energieversorgung auch für den Betrieb von Schwimmbädern und Parkgaragen zuständig
(Bild: Paessler AG)

Die Stadtwerke Frankenthal versorgen die Bürger ihrer Stadt und Region im Nordosten des Bundeslandes Rheinland-Pfalz bereits seit über 150 Jahren. Knapp über 200 Mitarbeiter stellen Privat- sowie Geschäftskunden Strom, Gas, Wasser & Co. bereit. So betreibt man neben der Hauptstelle auch zwei unmittelbar in der Nähe gelegene Wasserwerke. Die Stadtwerke fokussieren sich jedoch nicht auf die Energieversorgung, sondern sind zudem für den Betrieb zweier Schwimmbäder, einer Sauna, einer Tiefgarage und eines Parkhauses verantwortlich.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Die Organisation sämtlicher Gebäude der Stadtwerke ist auch von der örtlich verteilten IT-Infrastruktur abhängig, bestehend aus rund 80 Servern und etwa 200 angebundenen Geräten. Die Server erfüllen dabei eine besonders gewichtige Funktion, da sie wichtige Applikationen für den Geschäftsbetrieb des Energieversorgers bereitstellen. Mögliche Ausfälle dieser IT-Komponenten betreffen nicht nur Mitarbeiter, sondern auch zahlreiche Kunden. Damit der Service der Stadtwerke immer auf einem hohen Niveau bleibt, muss das Administratoren-Team somit rund um die Uhr die gesamte IT-Infrastruktur im Auge haben.

Überblick bewahren

Die steigende Anzahl der Komponenten und Netzwerke machte das Überwachen und Visualisieren jedoch immer komplexer. Speziell die externen Standorte wie die Wasserwerke, Schwimmbäder und Parkbetriebe sollten besser überblickt werden. Ziel war, mithilfe einer Monitoring-Software Diskrepanzen in der verteilten IT-Umgebung frühzeitig aufdecken zu können, bevor sie zu Serverausfällen oder Ähnlichem führen.

Die IT-Administratoren der Stadtwerke führten zunächst einen Test mit Open-Source-Software durch. Ergänzend dazu testete man eine gewerbliche Software. Schnell wurde klar, dass beide nicht die gewünschten umfassenden Funktionen lieferten. Zudem wären bei der Open-Source-Lösung aufgrund des eingeschränkten Service-Supports viele Server- und Software-Anpassungen seitens der Stadtwerke notwendig gewesen.

So machten sich die Stadtwerke auf die Suche nach einer bezahlbaren Software, die ihre Bedürfnisse abdecken konnte. Im Zuge einer Internetrecherche wurde das IT-Team auf PRTG von Paessler aufmerksam und installierte eine entsprechende Testversion.

Bevor das Monitoring starten konnte, mussten vorab die benötigten Sensoren eingerichtet werden. Diese speziellen Messpunkte beliefern PRTG mit Daten zu unterschiedlichen Parametern sämtlicher Netzwerkgeräte in der ­physischen und virtuellen IT-Umgebung. Die Administratoren konfigurierten insgesamt über 1.500 Monitoring-Sensoren, darunter SNMP-, Windows-Update- und Event-Log-Sensoren. So empfängt PRTG kontinuierlich Informationen zu internen Prozessen, wie von Windows-Diensten und Serversystemen. Zudem werden Modems und Firewalls rund um die Uhr auf ihre Funktion geprüft.

Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Sensoren erweiterten die Stadtwerke die Überwachung sogar auf die Gastronomiesparte, sodass Verkaufsautomaten aus dem Bäderbereich mit überwacht werden.

Bitte lesen Sie auf der nächsten Seite weiter.

Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf den Remote-Standorten wie Wasserwerk, Schwimmbad, Tiefgarage und Parkhaus. Das ­Monitoring mehrerer Netzwerke ist oft nicht mit einer einzigen Lizenz einer Monitoring-Software möglich beziehungsweise mit erheblichen Zusatzkosten verbunden. Anders bei PRTG: Die Software bietet sogenannte Remote Probes. Diese sammeln die Daten in den Zweigstellen und schicken sie an die PRTG-Hauptinstallation zur Auswertung.

Auf diese Weise kann von der Hauptstelle aus zum Beispiel die Auslastung der Switche in den Bädern und Parkbetrieben überblickt werden. PRTG stellt die gesammelten Daten zentral in einer übersichtlichen Web-Benutzeroberfläche bereit. So lassen sich aus der Ferne beispielsweise die Schrankentechnik in den Parkbetrieben, die Kassen-PCs in den Bädern oder die Serversysteme im Wasserwerk noch einfacher kontrollieren.

Alarm

Alle PRTG-Sensoren und Remote Probes verfügen über individuell definierbare Schwellenwerte, zum Beispiel in Bezug auf die CPU-Auslastung einer IT-Komponente. Sobald diese Werte überschritten werden, schlägt der dazugehörige Sensor Alarm. Per SMS, eMail oder App wird nun eine Warnmeldung versendet. Diese empfängt der benachrichtigte Zuständige dann einfach über das Web-Interface oder von unterwegs aus über die ­iPhone-, Android- sowie Windows-Phone-Apps. Mit Hilfe dieser Plattformen stehen die Admins jederzeit und ortsunabhängig mit der Monitoring-Installation in Verbindung.

Die Alarmierungen laufen auch zentral im sogenannten Network Operations Center (NOC) zusammen. Die Überwachungseinheit in der Hauptstelle konnten die Stadtwerke durch die Implementierung der Monitoring-Lösung neu etablieren. Im NOC befindet sich ein nonstop laufendes Dashboard mit der PRTG-Web-Applikation. Dort kann das Administratorenteam Leistungsdaten rund um die Uhr einsehen.

IT-Bereiche abbilden

Die aussagekräftigen Visualisierungen der Monitoring-Daten waren für die Stadtwerke ein wichtiges Kriterium bei ihrer Entscheidung für PRTG. Prozesse und Abhängigkeiten lassen sich so schnell und problemlos definieren. Zudem ist es den Administratoren nun möglich, übersichtliche Maps und Reports für Teilbereiche zu erstellen und an Kollegen zu übermitteln. Dies führte sofort zu mehr Transparenz: Die Fachabteilungen können sich jetzt bereits einen Eindruck über ein potenzielles IT-Problem verschaffen, bevor akute ­Meldungen am zentralen Service-Desk aufschlagen. Des Weiteren ist es nun einfach, Langzeitwerte zu erheben und aktuelle mit historischen Daten zu vergleichen. Damit können entstehende Engpässe oder sich ankündigende Probleme im Voraus erkannt werden.

„PRTG hat unseren Betriebsalltag positiv verändert“, erklärt Rouven Bauhof, IT-Abteilung der Stadtwerke Frankenthal. „Früher mussten wir den zahlreichen eMails zu IT-Problemen im Service-Desk erst einmal auf den Grund gehen. Nun können wir solche Ungereimtheiten bereits im Vorfeld antizipieren und schnell beheben. In akuten Fällen unterstützt uns das effektive Benachrichtigungskonzept von PRTG. Das neu aufgebaute NOC in der Hauptstelle hat die gesamte, verteilte IT-Infrastruktur stets im Blick.“

Fazit

Die Stadtwerke Frankenthal können ihre verteilte IT-Infrastruktur jetzt zentral abbilden und überwachen. Das Administratoren-Team sieht auf dem PC oder auf dem Smartphone, was gerade im Netzwerk los ist – und wird im Ernstfall sofort alarmiert. Diese neu gewonnene Handlungsschnelligkeit, gepaart mit dem guten Gesamtüberblick, stellt die Services der Stadtwerke nachhaltig sicher: Mitarbeiter können IT-Probleme wesentlich schneller erkennen, und Kunden profitieren von zuverlässiger Energieversorgung und reibungslosem Betrieb der Bäder.

* Maximilian Schütz ist freier Journalist.

(ID:43985597)