Lösung aus einem Guss

Elektronisches Grundbuch in Niedersachen

03.10.2009 | Redakteur: Gerald Viola

Beim Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) hat Computacenter ein elektronisches Grundbuchsystem aufgebaut. Es überzeugt durch geringen Platzbedarf, schnelle Zugriffszeiten und geringe Unterhaltskosten.

Die digitalen Grundbücher des Landes Niedersachsen sollten auf modernen Systemen zusammengeführt werden. Eine Reduktion von fünf auf zwei Applikationsserver und die Überführung der Grundbuchdaten auf Festplattensysteme war dabei vorgesehen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Wartung der WORM-basierenden Speichersysteme und Server der Vorgängerlösung ab Ende 2008 auslief. Aufgrund der schon zuvor ausgelaufenen Wartung anderer Systemteile wie etwa der Datenbank kam es im Alltagsbetrieb beim Zugriff auf die Grundbücher oft zu längeren Ausfallzeiten, die von mehreren Stunden bis zu einigen Tagen dauerten. Zudem waren aufgrund der Wartung der WORM-Speicher sowie der Softwarelizenzen die Unterhaltskosten sehr hoch.

Die Performance der Lösung für die rund 1.500 Anwender in den 80 niedersächsischen Amtsgerichten sowie die rund 5.000 über das Internet zugreifenden Teilnehmer war damit eher schwach angesichts von rund 20.000 Abrufen am Tag. Ziel war somit die Konsolidierung der Server, die redundante Auslegung der neuen Lösung und damit eine Minimierung der Ausfallzeiten.

Fünf Lösungen zur Auswahl

Computacenter hat für das elektronische Grundbuchsystem zunächst fünf verschiedene Lösungen mit unterschiedlichen Szenarien erarbeitet. Die Verantwortlichen des LSKN konnten anhand der vorgestellten Vor- und Nachteile der Lösungen entscheiden. Schon 2008 erfolgte die Umstellung auf das neue SolumSTAR-Grundbuchsystem, das von Siemens im Auftrag der Bundesländer entwickelt wurde.

Im selben Jahr wurden auch die Sun SPARC-Server bestellt, und die Migration der Daten im laufenden Betrieb begann zunächst mit einer Probemigration im OLG-Bezirk Celle. Dort erfolgte im November der Produktivstart, anschließend folgten weitere OLG-Bezirke, sodass das Projekt im Februar 2009 erfolgreich und innerhalb der Budget- und Zeitplanung abgeschlossen wurde.

Antworten im Sekundentakt

Vor allem die erhöhte Zugriffsgeschwindigkeit erleichtert den Mitarbeitern der Katasterämter in Nieder-sachsen die Arbeit mit dem elektronischen Grundbuch SolumSTAR. Archivierungsrückmeldungen erfolgen heute rasch, binnen einer Sekunde, und benötigen nicht wie früher zehn Minuten und mehr.

Entfallen sind auch die Performanceengpässe aufgrund von Systemsicherungen. Waren dadurch früher die Zugriffe auf das Archiv alle zehn Minuten um rund 20 bis 30 Sekunden verzögert, wenn die Sicherung lief, so merken die Mitarbeiter heute davon nichts mehr.

Dank der neuen Systeme gehören auch die früher aufgetretenen Hardwaredefekte im Archivsystem der Vergangenheit an. Gegenüber durchschnittlich zwei Defekten pro Monat vor Projektstart konnte diese Quote auf null heruntergefahren werden. Die immense Reduktion der eingesetzten Rechner führt zudem zu einer verringerten Wartung bei verbesserter Leistung: Waren früher 85 CPUs im Einsatz, so werden heute nur noch 20 benötigt.

„Das Konzept von Computacenter hat sich am Ende des Projektes voll und ganz als richtig erwiesen. Der Zugriff auf unsere über 1,7 Millionen Grundbücher funktioniert heute mit einer solchen Leichtigkeit, dass es eine wahre Freude ist. Alle Mitarbeiter sind begeistert angesichts hoch performanter Systeme, die nicht nur Zeitreserven, sondern auch Nerven schonen“, äußert sich begeistert Markus Wucherpfennig, verantwortlicher Systembetreuer des LSKN und Verfahrensbeauftragter für SolumSTAR.

Die Niedersächsische Landesregierung hat im Zuge der Verwaltungsmodernisierung im Jahr 2008 den Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) gegründet. Der Landesbetrieb bündelt unter einem Dach die Aufgaben des zentralen landesinternen IT-Dienstleisters für Niedersachsen und der Landesstatistikbehörde.

Durch die Zusammenführung der IT mit der Statistik werden Entwicklungspotenziale erschlossen und Synergieeffekte erzielt. Der Landesbetrieb hat mit einem modernen Vorstandsmodell als Behördenleitung eine unternehmerische Ausrichtung erhalten und orientiert sich damit stark an privatwirtschaftlichen Strukturen. Der LSKN stellt die Infrastruktur und den Support für über 60.000 Nutzer zur Verfügung und betreut das landeseigene Telekommunikationsnetz. Im Bereich der Statistik ist der LSKN zugleich ein wichtiger Informationsdienstleister.

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