eGovernment trifft eBusiness:

Elektronischer Personalausweis und De-Mail als Infrastrukturprojekte des Bundes

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Von unterschiedlichsten Verfahren zum neuen Standardprozess

Die Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Funktionen werden vielfältig sein. Das eGovernment aller föderalen Ebenen soll davon profitieren. Tausende Prozesse zur Abfrage der Standard-Daten – Name, Anschrift, Alter, Geburtsort – können automatisiert, An- und Verträge voll-elektronisch abgewickelt werden, weil mit dem elektronischen Personalausweis das Schriftformerfordernis erfüllt wird. Formularserver und viele Transaktionen, denen bislang der letzte Baustein zur Realisierung fehlte, lassen sich mit dem neuen Ausweis medienbruchfrei nutzen. Erfolgsentscheidend ist es deshalb, den elektronischen Personalausweis optimal in bestehende Konzepte und Projekte einzubinden. Dies gilt für die Vorhaben von Deutschland-Online, etwa aus den Bereichen Kfz und Meldewesen, ebenso wie für etablierte Lösungen, beispielsweise bei der Deutschen Rentenversicherung. Gerade durch die Optimierung von Massenverfahren können deutliche Fortschritte beim Bürokratieabbau erreicht und die goldenen Ziele des eGovernments greifbar werden: Verfügbarkeit der Services 24 Stunden am Tag, papierfreie Abwicklung, Wegfall von Wegezeiten, Portokosten und persönlichen Konsultationen. Im eBusiness wird neben der Praktikabilität vor allem die Vertrauensbasis wertvoll sein, die der Personalausweis zukünftig in elektronische Prozesse einbringt. Wo heute unterschiedlichste Verfahren zum Identitätsnachweis im Internet – oder vorab postalisch – zum Einsatz kommen, kann der elektronische Personalausweis einen neuen Standardprozess etablieren, der nur einmal „gelernt“ werden muss und dann im Alltag in vielen Bereichen zum Einsatz kommt, sei es bei Online-Shopping, Online-Auktionen, bei der Eröffnung von Bankkonten oder beim Abschluss von Versicherungen im Internet.

Das Bundesministerium des Innern ist dazu 2008 auf Basis des Kabinettbeschlusses zum neuen Personalausweisgesetz in einen intensiven Dialog mit BITKOM und den Vertretern der Branchen getreten. Erste Pilotprojekte, beispielsweise mit dem Landesportal Baden-Württemberg oder mit dem Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie und der Technischen Universität Darmstadt, sind angelaufen. Nach Abschluss der parlamentarischen Beratung des neuen Personalausweisgesetzes werden 2009 bundesweite Testmaßnahmen mit verschiedenen Behörden, Unternehmen und mit einer Vielzahl von Probanden folgen. Bereits in der Vorbereitung zeigt sich, dass das Anwendungspotenzial des neuen Ausweises außerhalb des Internets größer ist als ursprünglich angenommen. Neben nahe liegenden Beispielen wie dem Zigarettenautomaten kommen auch weitere „offline“-Terminals in Betracht, an denen die Ausweiskarte mit dem elektronischen Identitätsnachweis zukünftig eingesetzt werden kann, sei es in der Lotto-Filiale, an der Kasse von Großmärkten für Verträge zur Ratenzahlung oder an der Hotel-Rezeption.

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