Massive Investitionen Elektronische Pässe in Bangladesch

Autor: Susanne Ehneß

Die Volksrepublik Bangladesch hat bei der landesweiten Umstellung auf elektronische Reisepässe der nächsten Generation zentrale Meilensteine erreicht.

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Die neuen ePässe sollen die internationale Mobilität der Bürger vereinfachen
Die neuen ePässe sollen die internationale Mobilität der Bürger vereinfachen
(© Veridos)

Trotz der widrigen Umstände durch die Corona-Pandemie konnte Bangladesch die Einführung der Infrastruktur für elektronische Pässe (ePass) im vergangenen Jahr voranbringen. Gemeinsam mit dem deutschen Technologiepartner Veridos wurden 2020 alle 70 regio­nalen Passstellen des südasiatischen Landes mit den nötigen IT-Ressourcen für die modernen Ausweise ausgestattet.

Dabei ermöglichen Workstations mit biometrischen Erfassungsgeräten den Mitarbeitern an sämtlichen Passstellen, die erforderlichen Daten der Bürger inklusive Fingerabdruck, Iris-Scan und Farbfoto zu erfassen. Seit Januar 2020 können die Bürger online Termine für die Erfassung vereinbaren und dadurch Wartezeiten vermeiden. Laut Veridos haben bereits mehr als eine halbe Million Bürger einen elektronischen Pass über das Online-Portal beantragt. Dieser eGovernment-Service unterstützt das erklärte Ziel von Premierministerin Hasina Wajed eines digitalen Bangladeschs.

„Das ist erst der Anfang“

„Wir können unseren Bürgern nicht nur einen der modernsten und sichersten ePässe der Welt anbieten, sondern auch den Antragsprozess so schnell und benutzerfreundlich wie möglich gestalten. Im Durchschnitt erfassen täglich 7.500 Bürger ihre biometrischen Daten – und das ist erst der Anfang“, konkretisiert Brigadier ­General Saidur Rahman Khan, Projektleiter im Department of Immigration and Passport.

Das Produktions- und Personalisierungszentrum für die neuen Pässe inklusive Rechenzentrum in der Hauptstadt Dhaka wurde 2020 fertiggestellt. Pro Tag können hier theoretisch 25.000 elektronische Reisepässe ausgestellt werden. Veridos installierte außerdem 15 ­eGates an den Flughäfen in Bangladesch, für 2021 sind weitere 35 Gates geplant.

„Wir sind hocherfreut, dass wir unser gemeinsames Mega-Projekt mit Bangladesch trotz der Covid-19-Pandemie in großen Schritten voranbringen können“, kommentiert Andreas Räschmeier, CEO von Veridos. „Die neuen ePässe des Landes erleichtern die internationale Mobilität der Bürger. Davon profitieren insbesondere die Millionen Bangladeschis, die im Ausland arbeiten, denn sie können damit reibungsloser reisen und erhalten die erforderlichen Visa leichter. Darüber hinaus schaffen wir lokale Arbeitsplätze und fördern den Wissensaustausch.“

Trainings

Bis zum Ende des Projekts werde man mehr als 1.000 Trainingseinheiten abgeschlossen haben. Im vergangenen Jahr führte Veridos bereits 750 Trainingseinheiten im hauseigenen Schulungszentrum in Bangladesch sowie zahlreiche ­On-the-Job-Trainings und Video-Tutorials mit den lokalen Mitarbeitern durch, um die Bedienung der Systeme für die ePässe zu gewährleisten. 50 Mitarbeiter werden zudem darauf vorbereitet, künftig operativen Support für diese Systeme zu leisten.

Ländliche Gebiete einbinden

Für das laufende Jahr ist unter anderem geplant, die Behörden in Bangladesch mit mobilen „Enrollment Kits“ auszustatten. Diese Kits, die Notebooks und Geräte für die Erfassung biometrischer Daten beinhalten, sollen es den Mitarbeitern ermöglichen, die Daten von Bürgern in ländlichen Gebieten zu erfassen. Zudem will Veridos eine Produktionslinie für die Buchbindung der ePässe aufsetzen.

Über 500.000 Bürger haben ihren elektronischen Pass bereits beantragt
Über 500.000 Bürger haben ihren elektronischen Pass bereits beantragt
(© Veridos)

Die Kooperation zwischen Veridos und Bangladesch läuft seit 2018. Sie beinhaltet die Lieferung von Technologie für ePässe der nächsten Generation und umfasst die komplette Wertschöpfungskette. Der Auftrag hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ein Volumen von rund 340 Millionen Euro.

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Über den Autor

 Susanne Ehneß

Susanne Ehneß

Ressortleiterin, eGovernment Computing, Healthcare Computing