Bürgerrechtsorganisationen gegen eGK

„Elektronische Gesundheitskarte erstickt in Problemen“

| Redakteur: Manfred Klein

Ist die elektronische Gesundheitskarte Geldverschwendung?
Ist die elektronische Gesundheitskarte Geldverschwendung? (Bild: © Zerbor - Fotolia)

Der Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte flammt immer wieder auf. Jetzt wirft die Bürgerrechtsorganisation „Stoppt die e-Card“ dem Projekt Geldverschwendung und ungelöste Probleme beim Datenschutz vor und fordert ein schnelles Ende des umstrittenden Vorhabens.

Als Begründung führt die Initiative unter anderem die immer wieder verzögerte Einführung der elektronischen Gesundheitskarte an. „Wieder einmal werden die Tests für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) verschoben. Hieß es einst, im Oktober 2014 gehe es los, folgte alsbald der neue Starttermin April 2015, dann November 2015 und nun 1. Quartal 2016“, monieren die Kritiker.

Dr. Silke Lüder, Sprecherin der Aktion „Stoppt die e-card“ forderte daher: „Es ist unverantwortlich und nahezu lächerlich, dass Politik und Krankenkassen weiter einer Illusion hinterherjagen und trotz aller Pannen, in den Sand gesetzter Millarden und gegen jede Vernunft an diesem Projekt festhalten Wir fordern einen Stopp des Projekts.“

Dr. Manfred Lotze, Vertreter der Organisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) in dem Bündnis, betonte: „Mit der eGK werden allein die Interessen von Kassen, Gesundheitswirtschaft und IT-Industrie bedient.“

Erneut würde viel Geld verschwendet und der Datenschutz stehe einmal mehr in Frage, kritisierte Lüder. Denn offenbar beiße sich die Industrie an den Sicherheitsanforderungen die Zähne aus und könne daher bislang die sogenannten Konnektoren nicht liefern.

Die Bürgerrechtsorganisation erklärte dazu: „Als eine Art Router sollen sie die Arztpraxen mit der Datenautobahn der Gematik verbinden, der Betreiberorganisation der eGK. Aufgebaut hat diese Datenautobahn die Arvato AG, eine Tochter des Bertelsmannkonzerns. Und noch etwas könnte zum Problem werden: Entgegen allen früheren Versprechen muss wohl ein Großteil der heutigen Kartenlesegeräte in den Arztpraxen erneut für mehrere 100 Millionen Euro ausgetauscht werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik soll diese Kartenlesegeräte nur bis Ende 2017 genehmigt haben. Auch die teuren elektronischen Gesundheitskarten selbst müssen bis 2017 ausgetauscht werden.“

Auch mit dem Datenschutz ist die Initiative nicht zufrieden.

„Zentral gespeicherte Daten wie beim eGK-System sind nicht sicher und werden es nie sein“, sagte Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

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„Das System der eGK“, erläuterte der Informatiker, „birgt große Risiken für die Vertraulichkeit persönlichster Informationen. Schon der Abgleich der sogenannten Versicherten­stammdaten würde eine enorme Datenmenge anhäufen.

Daraus ließen sich Aussagen über die Krankengeschichte von Patienten ableiten. Denn beim Online-Prüfabgleich der Daten auf der Karte mit denen der Krankenkasse fallen an den Verbindungs- und Sammelstellen Informationen über Ort und Zeit der Arztbesuche an. Diese Stellen werden damit zu einem lohnenden Ziel für Hacker.“

Die Patientenvertreterin der Aktion "Stoppt die e-Card", Gabi Thiess, betonte zudem: "Jeder Bürger hat das Recht, selbst über den Verbleib und die Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen. Mit der eGK hebelt die Politik dieses Grundrecht aus." Die Bürger wollten keine Dauerüberwachung, sondern brauchten eine gute Medizin mit Ärzten vor Ort, mehr Zeit und Zuwendung sowie einem dauerhaften Schutz ihrer Daten. Dazu seien Investitionen in datensparsame und dezentrale Datenhaltung und Kommunikation notwendig.

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Ich habe vor vielen Jahren gewarnt. Die Verantwortlichen zogen sich auf aber es steht im Gesetz...  lesen
posted am 21.08.2015 um 09:13 von Unregistriert


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