Projekt „Bürgerkonto Niedersachsen“

Einmal anmelden – und alle eGovernment-Dienste sind verfügbar

| Redakteur: Gerald Viola

Bürgerservices mit dem nPA: Jederzeit und überall
Bürgerservices mit dem nPA: Jederzeit und überall (Foto: BMI)

Die Bürger in Niedersachsen können demnächst nach einmaliger Anmeldung an einem zentralen Konto v­erschiedene eGovernment-Anwendungen nutzen. Die Authentifizierung mit dem neuen Personalausweis (nPA) gewährleistet dabei eine sehr hohe Datenqualität. Spätere Änderungen werden automatisch an die Behörden übertragen.

Der neue Wohnsitz in der Stadt ist gerade online angemeldet. Doch halt, das Auto muss ja auch registriert werden. Also noch einmal den Internetauftritt der Gemeinde auf­rufen, die entsprechende Seite suchen und – erneut sämtliche persönliche Daten eingeben. Auch beim Antrag eines neuen Reisepasses, von Wohngeld oder einer Gewerbeerlaubnis ist das Prozedere jedes Mal zu wiederholen.

Dass es auch anders geht, beweist nun das Land Niedersachsen. Auf einem zentralen Portal gibt der Bürger einmal per nPA oder manuell seine Daten ein – und schon erhält er auch in Zukunft ohne erneute Registrierung gesicherten Zugriff auf Online-Fachverfahren wie Kennzeichen­reservierung, Statusabfrage für Reisepass oder Urkundenanforderung. Die Anmeldemaske erscheint dabei per Link direkt im jeweiligen Verfahren oder auf der Website.

Zur Einführung dieses Bürgerkontos hatte das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport ein entsprechendes Projekt ausgeschrieben. Es umfasste die Entwicklung einer „Single-sign-on“-Lösung für verschiedene Einsatzmöglichkeiten, die bei Selbstregistrierung über das Internet eine gesicherte Identifikation ermöglicht. Für die Eingabe stehen verschiedene Varianten zur Verfügung: über den nPA oder manuell.

Die Eingaben werden a­utomatisch geprüft

In letzterem Fall kann der Bürger entscheiden, ob seine Daten dauerhaft oder nur einmalig für den jeweiligen Vorgang im Bürgerkonto gespeichert werden. Bei einem elek­tronischen Ausweis ist dieser bei jeder Anmeldung zu verwenden. Dessen Daten werden dann automatisch von einem vom Bundesministerium des Inneren dafür zertifizierten Dienstleister geprüft.

Je nach Registrierungsart erhält der Nutzer unterschiedliche Zugriffsrechte auf die Online-Verfahren. Hat er sich über den nPA identifiziert oder ein Formular qualifiziert signiert, erhält er mehr Funktionen, als wenn er nur über seine eMail-Adresse registriert ist. Entsprechend werden den angeschlossenen Verfahren bei der Datenübermittlung verschiedene Vertrauensmerkmale übergeben. Die Behörde legt dabei fest, welches Identifikationslevel für das Verfahren benötigt wird. Bei manueller Änderung des Profils verliert dieses automatisch das hohe Vertrauens­niveau. Um dieses wieder zu erhalten, muss erneut der nPA eingelesen werden. Bei Löschung des Profils wird allen angeschlossenen Verfahren sofort mitgeteilt, dass die Person nicht mehr registriert ist.

Zahlreiche Vorteile für B­ehörden und Bürger

Die neue Lösung, die sich flexibel anpassen lässt, bietet eine vollständig sichere Selbstregistrierung ohne Administrations- oder Freigabeprozesse. Die vertrauenswürdige Authentifizierung über den nPA nutzt nur die jeweils benötigten Angaben, um persönliche Daten möglichst sparsam zu verwenden. Die Lösung überträgt zudem Änderungen der Registrierungsstammdaten automatisch an die angeschlossenen Empfängersysteme, zum Beispiel bei manuellen Eingaben durch den Profilinhaber. Zudem entfällt der Zertifizierungsaufwand für Fachverfahren, die den Personalausweis für eine gesicherte Authentifizierung benötigen, wenn sie an das Bürgerkonto angeschlossen sind.

Insbesondere der nPA eignet sich für die Registrierung über das Bürgerkonto, da er bereits Personendaten wie Name, Anschrift oder Geburtsdatum sowie Zertifikate zur Authentifizierung wie die Unterschrift, einen Herkunftsnachweis und gesicherte Personenkennzeichen oder Pseudonyme enthält. Diese Daten ermöglichen eine sehr genaue Identifikation der Person, die für rechtsverbindliche Geschäfte nötig ist. Maximale Sicherheit wird dabei durch die Einhaltung von Standards und die Kontrolle durch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informa­tionstechnik) gewährleistet.

„Das Bürgerportal Niedersachsen zeigt beispielhaft, wie der nPA sinnvoll und gleichzeitig hochsicher eingesetzt werden kann, um das Leben der Bürger zu erleichtern“, erklärt Erich Vogel, Solution Manager bei Computacenter.

„Sie müssen keine Daten mehr manuell eingeben und erhalten trotzdem sofort Zugriff auf sämtliche Online-Dienste. So entfällt nicht nur der Gang in die Behörde, sondern auch eine mehrmalige Registrierung für verschiedene Services.“

Das Projekt wird entsprechend vom Bundesministerium des Inneren unterstützt, um den Nutzungsgrad des nPA zu erhöhen. Derzeit werden die an das Bürgerkonto anzuschließenden Verfahren evaluiert und Anfang nächsten Jahres geht das bereits fertig entwickelte System o­nline.

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