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eVergabe-Plattform des Bundes Einheitliche Schnittstelle für die elektronische Vergabe

Autor / Redakteur: Karl-Heinz Wieland / Susanne Ehneß

Mit dem Projekt XVergabe entwickelt das Beschaffungsamt des Innenministeriums eine standardisierte elektronische Kommunikationsschnittstelle für Unternehmen. Der IT-Dienstleister Adesso AG arbeitet an der Entwicklung und Implementierung der Schnittstellen mit.

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Das Beschaffungsamt des Innenministeriums in Berlin
Das Beschaffungsamt des Innenministeriums in Berlin
(Bild: Lannert/Beschaffungsamt des BMI)

Die elektronische Vergabe öffentlicher Aufträge gewinnt in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend an Bedeutung, auch wenn noch nicht alle Verwaltungsebenen in gleichem Maße an den neuen Verfahren beteiligt sind. Kommunale Vergabestellen nutzen diese Möglichkeit noch nicht so stark, im Bund wird die vollständige elektronische Abwicklung öffentlicher Aufträge bei immer mehr Vergabestellen zum Standard.

Angebote in Papierform sind ein Auslaufmodell, denn die Kostenvorteile einer elektronischen Kommunikation und Bearbeitung überwiegen. Eine Studie der Europäischen Kommission, die im April 2012 erstellt wurde, geht beispielweise von EU-weiten Einsparungen in Höhe von etwa 100 Milliarden Euro auf staatlicher Seite aus, wenn Bekanntmachungen zentral veröffentlicht und Ausschreibungen digital abgewickelt werden.

Herausforderungen

Die neuen elektronischen Verfahren stellen jedoch auch neue Herausforderungen dar: Europaweit gibt es etwa 300 verschiedene Plattformen und eine ebenso große Zahl von Bieter-Anwendungen. Im Extremfall muss ein Unternehmen, das an Ausschreibungen auf allen Plattformen in der EU teilnehmen möchte, 300 verschiedene Anwendungen bedienen.

Die Situation in Deutschland stellt sich ähnlich dar, denn auch hier benötigt ein Unternehmen mehrere Bieter-Anwendungen, um mit verschiedenen Vergabe-Plattformen kommunizieren zu können. Der grundsätzliche Effizienzgewinn aus der Digitalisierung wird also durch eine hohe Komplexität auf der IT-Seite erkauft. Gefragt sind daher Lösungen, die eine Standardschnittstelle bereitstellen, die den Unternehmen den Zugang zu allen Plattformen ermöglicht; im Idealfall sollte eine solche Standardschnittstelle gleich EU-weit funktionieren.

Um einen einheitlichen Bieterzugang zu den unterschiedlichen Vergabeplattformen der Öffentlichen Hand zu schaffen, wurde Ende 2007 vom Beschaffungsamt und vom Bundesministerium des Innern (BMI) im Rahmen der Standardisierungsinitiative XÖV das Projekt XVergabe initiiert.

Einfacher Austausch

In diesem Projekt wird gemeinsam eine einheitliche Kommunikationsschnittstelle entwickelt, um den Austausch von Vergabeunterlagen und Angeboten zwischen Vergabestellen und Bietern zu regeln. In dieser Arbeitsgruppe sind neben dem Beschaffungsamt, Behörden und Verbänden auch Hersteller von Vergabeplattformen vertreten. Mit einer XVergabe-kompatiblen Bieteranwendung benötigt ein Unternehmen nur noch eine einzige Lösung, um damit auf verschiedene kompatible Vergabeplattformen der jeweiligen Vergabestellen zugreifen zu können. Im Projekt wurden zunächst verschiedene Teile der Schnittstelle etwa zur Authentifizierung oder Angebotsabgabe sukzessive spezifiziert.

Im Vergabeprozess werden bei den entsprechenden Dokumenten, beispielsweise Angebote, Teilnahmeanträge und Vergabeunterlagen, signierte PDFs verwendet. Angebote und Anträge werden von Bieteranwendungen verschlüsselt an eVergabe-Plattformen übermittelt. Bis Ende 2011 erfolgte die vollständige Spezifizierung der Schnittstellen und die Erstellung eines Prototypen.

Seit dem Frühjahr 2012 wird das Beschaffungsamt durch den IT-Dienstleister Adesso unterstützt. Dieser hatte im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für die Modernisierung und Weiterentwicklung der zentralen Vergabeplattform des Beschaffungsamts des BMI erhalten. In einem ersten Teilprojekt wurde die XVergabe-Kommunikationsschnittstelle implementiert. Adesso verfügt über ein langjähriges, breites Erfahrungsspektrum im Öffentlichen Sektor, von der Prozessoptimierung zum Bürokratiekostenabbau über das Sicherheitsmanagement bis hin zu Software-Entwicklung, IT-Management-Consulting und IT-Betriebsunterstützung.

Für das Beschaffungsamt führt Adesso umfangreiche Maßnahmen zur Hardware- und Software-Modernisierung durch. Außerdem werden proprietäre Frameworks durch Industriestandards ersetzt, Hardware-Systeme erneuert und bestehende Schnittstellen erweitert. Darüber hinaus berät der Dienstleister das Beschaffungsamt bei der Weiterentwicklung der Plattform.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie es mit dem Projekt weitergeht.

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