Gesundheitsakte

Einheitliche Schnittstelle für den Datenaustausch

| Autor: Ira Zahorsky

Eine einheitliche Schnittstelle soll den Datenaustausch zwischen Gesundheitsakten ermöglichen.
Eine einheitliche Schnittstelle soll den Datenaustausch zwischen Gesundheitsakten ermöglichen. (Bild: momius - stock.adobe.com)

Die AOK und die Techniker Krankenkasse entwickeln gemeinsam mit dem Berliner Krankenhauskonzern Vivantes eine einheitliche Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen Gesundheitsakten.

Elektronische Patientenakten bieten einen Ansatz für einen strukturierten Informationsaustausch. Allerdings fehlt es bisher an einer Infrastruktur zur Datenhaltung und Vernetzung, die alle Beteiligten im Gesundheitswesen berücksichtigt und eine sichere Übertragung, Zusammenführung und Speicherung der Daten ermöglicht. Ziel der Zusammenarbeit zwischen den beiden Krankenkassen AOK und TK mit Vivantes ist die direkte Vernetzung eines Leistungserbringers mit unterschiedlichen elektronischen Gesundheitsakten über eine standardisierte Schnittstelle. Der Versicherte soll dabei im Mittelpunkt stehen, jederzeit Zugriff auf seine Daten haben und entscheiden, wer darauf zugreifen darf.

„Wir dürfen bei der Anbindung an Leistungserbringer nicht zwischen den Gesundheitsakten-Projekten konkurrieren. Ein Leistungserbringer sollte nicht in die Verlegenheit kommen, sich zwischen verschiedenen anzubindenden Akten entscheiden zu müssen oder etwa für jede Akte eine neue Schnittstelle zu bauen. Wir brauchen einheitliche Schnittstellen zu Krankenhäusern und Ärzten, die alle Kassen nutzen können. Es gilt, zunächst eine Infrastruktur als gemeinsame Basis für alle Player zu schaffen, der Wettbewerb zwischen den Kassen kann dann auf Ebene von Serviceleistungen für die Versicherten stattfinden“, sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Mit der einheitlichen Schnittstelle soll perspektivisch für weitere Krankenhäuser, Ärzte und Leistungserbringer im Gesundheitswesen ein standardisierter Anschluss an verschiedene Akten möglich sein. Zusätzlich wird die Integration der Schnittstelle in die IT-Systeme der Krankenhäuser vereinfacht. Das soll die Verbreitung von Gesundheitsakten in Deutschland beschleunigen und die Digitalisierung des Gesundheitswesens unterstützen. Sowohl die Akten selbst als auch die Schnittstellenlösung folgen den deutschen Datenschutzanforderungen.

Insellösungen vermeiden

„Unser Ziel war es von Anfang an, einheitliche Standards für unser Vernetzungskonzept zu nutzen, um Insellösungen in modernen Versorgungsstrukturen zu vermeiden. Eine flächendeckende Vernetzung der Versorgung kann nur gelingen, wenn es keine Flickenteppiche verschiedener Lösungen gibt, die nicht miteinander arbeiten können“, sagt Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost.

Um die Interoperabilität herzustellen, haben AOK, TK und Vivantes bis Jahresende 2018 einen Prototypen für eine neutrale und einheitliche technische Schnittstelle auf Basis des IHE-Standards entwickelt, damit alle Ärzte und Krankenhäuser auf einheitlichem Weg teilnehmen können. Ziel ist es, eine Anbindung der unterschiedlichen Vernetzungs- und Aktensysteme bei einem Leistungserbringer zu realisieren und dadurch die übergreifende Zusammenarbeit für eine hohe Versorgungsqualität zu ermöglichen.

Dr. Eibo Krahmer, Geschäftsführer Finanzmanagement, Infrastruktur und Digitalisierung der Vivantes: „Die gemeinsame Lösung zeigt, dass die Anbindung an Gesundheitsaktensysteme auf Basis des internationalen IHE-Standards mit einer einheitlichen Schnittstelle möglich ist. Damit werden Sorgen über einen ‚Flickenteppich‘, der Leistungserbringer und Patienten zu aufwändigen Mehrfachlösungen zwingt, überflüssig. Vivantes sieht das Projekt als einen Beitrag auf dem Weg zur zügigen Schaffung einer deutschlandweiten, auf internationalen und offenen Standards beruhenden Gesundheitsaktenarchitektur. Es ist an der Zeit, die in Deutschland bestehenden, unter großen Anstrengungen datenschutzkonform entwickelten Lösungen zusammenzubringen und einfach zu nutzen.“

Ärztlicher Beirat fordert mehr Interoperabilität

Anforderungen an elektronische Patientenakten

Ärztlicher Beirat fordert mehr Interoperabilität

06.11.18 - Die elektronische Patientenakte (EPA) muss nach Ansicht des Ärztlichen Beirats Telematik NRW strukturierte, durchsuchbare und ausschließlich ärztlich validierte Daten enthalten. Das Gremium der beiden Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen, das den Aufbau der Telematik-Infrastruktur für das Gesundheitswesen aus ärztlicher Perspektive begleitet, sprach sich in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, eine elektronische Patientenakte einzuführen. lesen

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