Innovationspreis für eGovernment

Einheitliche Behördenrufnummer D115 gewinnt eGovernment-Preis

17.03.2010 | Redakteur: Manfred Klein

Im September 2009 wurde die einheitliche Behördenrufnummer D115 im Rahmen des eGovernment-Wettbewerbs, den die Management- und Technologieberatung BearingPoint mit dem Technologieanbieter Cisco ausrichtet, mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Die Jury würdigte das Projekt D115 als „erstes ebenen-übergreifendes Projekt von Bund, Ländern und Kommunen mit großer Öffentlichkeitswirkung“. Insbesondere das Serviceversprechen für Bürgerinnen und Bürger, die somit eine serviceorientierte und bürgerfreundliche Verwaltung in Direktauskunft erlebten, wurde von der Jury hervorgehoben.

In der Bundesrepublik Deutschland existieren geschätzte 20.000 Behörden auf drei Verwaltungsebenen: Bund, Ländern und Kommunen. Jede dieser Behörden hat in der Regel eine eigene Einwahlnummer – hinzu kommen noch Sonderrufnummern. Das stellt die Bürgerinnen und Bürger bei der Wahl des richtigen Ansprechpartners vor große Herausforderungen. Gleichzeitig stellt das Telefon – trotz eMail und Internet – weiterhin das am häufigsten genutzte Kommunikationsmittel zwischen der Öffentlichen Verwaltung und dem Bürger dar. Daraus leitete sich als zentrale Konsequenz der Bedarf nach einer einzigen, leicht zu merkenden Rufnummer ab, über die Anrufer Informationen zu Leistungen der Öffentlichen Verwaltung direkt abfragen können.

Seit dem 24. März 2009 erhalten Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft mit der 115 erstmalig einen direkten telefonischen Draht in die Verwaltung. Ob Termine beim Standesamt, Fragen zum An-, Um- oder Abmelden, zu Gebühren oder benötigten Unterlagen – unter der 115 werden genau diese Fragen geklärt.

Das Projekt D115 ist wesentlicher Beitrag für eine umfangreiche Modernisierungsstrategie, deren Ziel es ist, die Öffentliche Verwaltung zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Somit ist mit der 115 ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer bürgernahen Verwaltung getan.

Zunächst startete der Pilotbetrieb der Einheitlichen Behördenrufnummer 115 in teilnehmenden Modellregionen: Mehrere Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen, darunter Köln mit Bonn und Leverkusen, Düsseldorf, Duisburg und Dortmund, die Stadtstaaten Berlin und Hamburg, der Main-Taunus-Kreis in Hessen und die Stadt Oldenburg in Niedersachsen hatten sich zur Teilnahme am Pilotbetrieb der 115 entschlossen, sodass damit insgesamt rund zehn Millionen Menschen den neuen Bürgerservice erproben können. Auf Bundesseite wurden 14 Behörden eingebunden. Im Laufe der auf zwei Jahre angesetzten Pilotphase werden schrittweise weitere Kommunen, Regionen, Landes- und Bundesbehörden hinzukommen. Der Bodenseekreis ist seit Dezember 2009 dabei und damit der aktuellste Neuzugang im D115-Verbund und zugleich der erste Teilnehmer aus Baden-Württemberg.

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Ansprechpartner für das Projekt

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