Ungehinderter Zugang zu Information und Kommunikation

Einfach barrierefrei

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Zentrale Online-Plattformen

Der Autor: Thilo Schuster
Der Autor: Thilo Schuster
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Zentrale Online-Plattformen zeigen sich gegenüber einer Vielzahl einzelner Online-Angebote auch beim Thema Barrierefreiheit überlegen. Sie bieten alle Inhalte und Transaktionsmöglichkeiten über eine einheitliche Infrastruktur an, an die im Hintergrund verschiedene Fachverfahren angeschlossen sein können.

Dieses Architekturmodell hat generell den Vorteil, dass ein zentraler Zugang deutlich besser zu schützen ist als viele unterschiedliche Zugänge und die Nutzer das Angebot in einem einheitlichen Look-and-feel erleben.

Weitere Gründe, die für zentrale Plattformen zur Umsetzung der Anforderungen an die Barrierefreiheit sprechen:

  • Komfortable, assistentengestützte Formulare, die vom zentralen Formularserver verwaltet werden, bieten gegenüber PDF-Formularen eine einheitliche Benutzerführung, die immer gleichen Bedienmuster und auch ein einheitliches Layout, das bereits viele Aspekte der Barrierefreiheit abdeckt.
  • Die zentrale Umsetzung von Komponenten wie ePayment, eID usw. reduziert den Aufwand bei der Umsetzung der Barrierefreiheit durch Synergien.
  • Moderne Plattformen nutzen ausschließlich die aktuellen Standards wie beispielsweise HTML5 in der Darstellung der Informationen und Eingaben. Alle ­browserbasierten Standardmechanismen wie beispielsweise das Vorlesen von Seiteninhalten funktionieren so out-of-the-box. Die Anwendungen werden aus aufeinander abgestimmten Funktionsbausteinen zusammengesetzt, die unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit konzipiert und entsprechend umgesetzt wurden. Ist ein Baustein barrierefrei, so sind es automatisch auch alle Stellen, an denen dieser Baustein eingesetzt wird.
  • Anstatt eine Vielzahl verschiedener Online-Angebote prüfen zu müssen, können bei einer zentralen Plattform einmalig die angebotenen Interaktionsmuster getestet und gegebenenfalls angepasst werden. Moderne Plattformen berücksichtigen bereits bei Projektbeginn die Anforderungen der „Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0“, deren Umsetzung Verwaltungen häufig einfordern, und sorgen auf technischer Seite für deren Einhaltung.
  • Auch der durch die Richtlinie geforderte Feedback-Kanal und die Kennzeichnung, welche Teile des Angebots unter Umständen noch nicht barrierefrei sind, sind mit einer zentralen Plattform viel einfacher umzusetzen.

Die reinen Zahlen über die Bürger mit Einschränkungen und ihr Online-Nutzerverhalten machen deutlich, dass – ganz abgesehen von der unstrittigen rechtlichen Verpflichtung – die Bereitstellung barrierefreier Online-Angebote erhebliches Potenzial bietet.

Öffentliche Stellen sollten die Änderungen der rechtlichen Anforderungen zum Anlass nehmen, ihre Online-Strategien zu prüfen und – sofern noch nicht geschehen – auf eine zentrale Online-Plattform für alle Angebote zu setzen.

Der Autor: Thilo Schuster, geschäftsführender Gesellschafter der cit GmbH aus Dettingen/Teck.

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