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Virtualisierung mit Augenmaß Eine offene Strategie zahlt sich aus

| Autor / Redakteur: Jan Wildeboer / Gerald Viola

Die Virtualisierung von Servern und Speichern soll doppelt wirken: die Kosten senken und zur dynamischen Zuweisung dieser Kapazitäten beitragen. Mit Blick speziell auf die Stromeinsparungen wird die Virtualisierung zudem als Green IT gepriesen, weil dadurch der CO2-Ausstoß reduziert werde. Die pauschalen Modellrechnungen vieler Anbieter helfen den Behörden aber nicht weiter. Inwieweit die Virtualisierung der Server- und Speicher-Infrastruktur im Behörden-Rechenzentrum lohnt, das ist von vielen Faktoren abhängig.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Nicht nur viele Anbieter machen sich derzeit anhand von idealisierten Modellrechnungen für die Virtualisierung von Servern und Speichern stark. Auch Analysten wie die Experton Group haben sich mittlerweile auf ihre Seite geschlagen. So, wenn der Analyst mit einem „typischen Fallbeispiel“ (25 dedizierte Server, 120 Blades in Racks) wirbt, bei der Modellausrechnung aber zahlreiche Kostenfaktoren nicht berücksichtigt. So kann über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet mit verheißungsvollen Stromeinsparungen von 441.500 Euro geworben werden, denen allerdings lediglich Gesamtkosten von 333.040 Euro entgegenstehen.

Grundsätzliche Fragestellungen

Den Unternehmen wie den Verwaltungen ist mit generellen Schubladen wie „Virtualisierung“ (112.000 Euro für Software und Services) und „Green IT“ (221.040 Euro) kaum gedient. Sie brauchen für ihre Entscheidung, ob und inwieweit Server- und Speicherkapazitäten virtualisiert werden sollten, Substanzielles. Das beginnt mit einer Analyse der bestehenden Server- und Speicherinfrastruktur. Dafür müssen viele Fragen gestellt werden: Mit welchen Betriebssystemen oder Betriebssystemversionen laufen die Server? Erlauben diese Plattformen eine Virtualisierung oder muss dafür in neue Server investiert werden? Welche Lizenzkosten ziehen, sofern nicht Open Source, die Virtualisierungsprogramme nach sich? Fallen Investitionen in neue Server-Plattformen an? Welche Leistungsstärke und Ausstattungen sollten die Server haben, um von der Virtualisierung soweit wie möglich zu profitieren? Muss mit dem Server-Neukauf zusätzlich in Power & Cooling-Komponenten investiert werden; und was kosten die? Wie hoch sind die Projektierungskosten? Welche Betriebs-, Support- und Weiterentwicklungskosten sind mit den Neuanschaffungen verbunden? Inwieweit geht die Behörde mit den neuen Servern, sofern nicht linuxbasierend, auf Dauer eine Hersteller- und Preisbindung ein?

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