Bundesamt für Strahlenschutz

Eine Behörde auf Linux-Pfaden

| Redakteur: Susanne Ehneß

Hauptsitz des Bundesamts für Strahlenschutz in Salzgitter
Hauptsitz des Bundesamts für Strahlenschutz in Salzgitter (Bild: BfS)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kann seit Umstellung auf „Univention Corporate Server“ die Windows- mit der Linux-Welt problemlos verbinden. Die Active-Directory-Domäne für die 950 Rechner der Behörde wird mit einer Open-Source-Software betrieben.

Die Kernaufgabe des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) ist der Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch ionisierende (Röntgen, Radioaktivität) und nichtionisierende Strahlung (UV-Strahlung, Mobilfunk). Als selbstständige Bundesoberbehörde ist das BfS dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zugeordnet.

Seit über zehn Jahren setzt das BfS auf seinen Servern das Betriebssystem Linux ein. Bis 2005 kam hierfür eine kundenspezifische Lösung auf Suse-Linux-Basis zum Einsatz, die jedoch auf Dauer nicht die Anforderungen der Behörde nach einfacher Wartung bei gleichzeitig hoher Flexibilität und Verfügbarkeit erfüllen konnte.

Durch die guten Erfahrungen, die das BfS mit dem freien Betriebssystem gesammelt hatte, bestand der Wunsch nach einer linuxbasierten Lösung. Bei der Entscheidungsfindung spielten aber auch wirtschaftliche Erwägungen eine wichtige Rolle, da eine Umstellung der gesamten Serverlandschaft auf Windows mit hohen Investitionskosten verbunden gewesen wäre.

Die Wahl fiel auf „Univention Corporate Server (UCS)“, Kernprodukt des Bremer Linux-Spezialisten Univention. UCS sollte von nun an das Herzstück der IT-Landschaft beim BfS mit seinen verschiedenen Standorten bilden, denn gerade bei der Verwaltung von dezentralen IT-Infrastrukturen kann UCS seine Stärke ausspielen. Für Univention sprachen neben großer Erfahrung bei der Umsetzung von Linux-Lösungen in der Verwaltung der professionelle und umfassende Support sowie die einfache Kommunikation, die der Unternehmenssitz in Deutschland gewährleistet.

So wurde Univention Corporate Server an allen Standorten des Amtes eingeführt. Anfang 2013 entschied man sich, auf die UCS-Version 3.1 mit integriertem Samba 4 zu migrieren, um so von den damit verfügbaren Active-Directory-Funktionen zu profitieren. Zum Jahreswechsel 2014 wurde auf die aktuelle Version 3.2 migriert.

Die Active-Directory-Funktionen von UCS ermöglichen auch die Einbindung vorhandener proprietärer Storage-Systeme verschiedener Hersteller. Eine Eigenschaft, die Dr. Christian Werner, Leiter der IT-Abteilung der Behörde, davon überzeugt, dass „wir mit Samba 4 jetzt endlich über eine Brückentechnologie verfügen können, die die Windows-Welt mit der Open-Source-Welt wirklich verbindet. Für uns ist das wichtig, weil wir so die Vorteile, die eine Linux-Serverlösung bietet, nutzen können und gleichzeitig bei unseren Mitarbeitern auf eine hohe Akzeptanz stoßen, da sie weiterhin ihre gewohnten Windows-Dienste und -Clients nutzen können.“

Während auf dem überwiegenden Teil der Server beim BfS Linux läuft, arbeiten die Client-Systeme in den meisten Fällen mit Windows. Vor allem bei der Verwaltung dieser Windows-Arbeitsplätze nimmt Univention Corporate Server mit integriertem Samba 4 den Systemadministratoren des BfS viel Arbeit ab.

Die Desktop-Rechner lassen sich mit der neuen Lösung auch ohne Windows-Domänencontroller bequem installieren und administrieren. Mit Gruppenrichtlinien stehen über Samba/Active Directory zusätzlich auch traditionell Windows-spezifische Verwaltungsmechanismen zur Verfügung, die über die gewohnten Management-Werkzeuge vom Windows-Client aus administriert werden können.

Die UCS-Systeme beim BfS sind momentan als virtuelle Server implementiert. Das Amt setzt dabei auf die Virtualisierungssoftware aus dem Hause VMware. Die IT-Abteilung prüft momentan, ob sich aus wirtschaftlichen Gründen ein Umstieg auf die in UCS integrierten freien Virtualisierungsumgebungen Xen und KVM anbieten würde.

Bei der Strahlenschutz-Behörde zeigt man sich vom Wechsel auf Univention Corporate Server (UCS) überzeugt, zumal die Umstellung aller sechs Standorte nur knapp eineinhalb Tage in Anspruch nahm.

„Die Univention-Lösung ermöglicht uns die effiziente Verschmelzung der proprietären Windows- mit der freien Linux-Welt und bietet uns so die Möglichkeit, von beiden Welten gleichermaßen zu profitieren. Die Integration von Samba 4 hat das noch weiter perfektioniert“, erläutert Dr. Christian Werner.

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