Eine App soll Studenten gegen Kopfschmerzen helfen

| Redakteur: Julia Schmidt

Zwei von drei Studierenden in Deutschland leiden unter starken Kopfschmerzen. Fast jeder Dritte der Betroffenen ist durch sie sehr schwer beeinträchtigt. Die Studenten medikamentieren selbst, oft ohne zu wissen, dass auch die Schmerzmittel Kopfschmerzen auslösen können. Das Projekt „Kopfhoch“ soll nun bei der Aufklärung helfen
Zwei von drei Studierenden in Deutschland leiden unter starken Kopfschmerzen. Fast jeder Dritte der Betroffenen ist durch sie sehr schwer beeinträchtigt. Die Studenten medikamentieren selbst, oft ohne zu wissen, dass auch die Schmerzmittel Kopfschmerzen auslösen können. Das Projekt „Kopfhoch“ soll nun bei der Aufklärung helfen (Bild: Clipdealer)

Zwei von drei Studierenden in Deutschland leiden regelmäßig unter Kopfschmerzen. Sie nehmen Medikamente, sind aber nicht in ärztlicher Behandlung. Die Barmer-Krankenkasse hat deshalb zusammen mit der Schmerzklinik Kiel und der gemeinnützigen Gesellschaft Zies das Projekt „KopfHoch“ ins Leben gerufen.

Deutschlands akademischem Nachwuchs machen Kopfschmerzen stark zu schaffen. Zwei von drei Studierenden in Deutschland leiden darunter. Fast jeder Dritte der Betroffenen ist durch Kopfschmerzen sehr schwer beeinträchtigt. Nimmt man die mäßig Beeinträchtigten hinzu, kommt man auf etwa 900.000 Studierende, deren Alltag durch Kopfschmerzen deutlich eingeschränkt wird. Damit gehen den Betroffenden durchschnittlich 2,4 Arbeitstage an der Hochschule monatlich verloren. Bei Studierenden mit Migräne sind es sogar 2,7 Arbeitstage. Dies geht aus einer repräsentativen wissenschaftlichen Befragung für das Pilotprojekt ‚KopfHoch‘ hervor.

90 Prozent nehmen Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat

Insgesamt leiden rund 64 Prozent der Studierenden in Deutschland unter Kopfschmerzen: 61,8 Prozent unter Migräne, 35,2 Prozent unter Kopfschmerz vom Spannungstyp und drei Prozent unter sogenanntem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Doch gerade einmal 25,7 Prozent kennen ihren Kopfschmerztyp. „Die Vorbeugung von Kopfschmerzen beginnt mit dem Verstehen der Erkrankung und ihrer Erscheinungsweisen. Das Projekt ‚KopfHoch‘ setzt genau hier an“, erklärt Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel. Symptomatisch für das fehlende Problembewusstsein ist auch ein unreflektierter Umgang mit Kopfschmerzmedikamenten: Von denen, die ihr Leiden mit Schmerzmitteln bekämpfen, nehmen diese über 90 Prozent ohne ärztliche Verordnung ein.

App hilft die Kopfschmerzen richtig einzuordnen und zu vermeiden

Herzstück des Projekts ist die innovative Präventionskampagne „Headache Hurts“, mit der Studierende für das Thema sensibilisiert werden sollen. Nach dem Prinzip Wissen – Verstehen – Handeln werden das grundlegende medizinische Wissen sowie die wichtigsten Dos and Don’ts der Kopfschmerzprävention vermittelt. Neben einer kompakten Informationsbroschüre gibt es eine Website mit weiterführenden und vertiefenden Inhalten, einen sechsminütigen Film sowie eine kostenlose, als Medizinprodukt zertifizierte App.

Die App „HEADACHE HURTS: Kopfschmerz & Migräne vorbeugen“ enthält einen Schelltest mit dem die Leidenden selbst den Typus feststellen können. Ist dies jedoch nicht direkt möglich verweist die App den Arzt. Zudem gibt es ein Tagebuch mit dem man mit der Zeit die persönlichen Auslöser herausfinden und die Schmerzattacken detailliert festhalten kann. Was spätestens bei einem späteren Arztbesuch sehr hilfreich ist.

Außerdem gibt die App zu jedem Aspekt des täglichen Lebens praktische Tipps, die dabei helfen können, dass die Kopfschmerzen gar nicht erst entstehen. So kann man sich etwa verschiedene Erinnerungen einrichten, die einen darauf hinweisen genügend zu trinken, die Mahlzeiten oder individuelle Lernpausen einzuhalten oder auch rechtzeitig ins Bett zu gehen. Selbst eine einfach Entspannungsübung zum mitmachen, ist im Angebot.

Enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen

„Unser Pilotprojekt bietet die Chance, das Thema Kopfschmerzprävention in den Köpfen der jungen Generation zu verankern und kopfschmerzbedingten Arbeitsausfall im Studium sowie im späteren Berufsleben erheblich zu verringern“, erläutert Karin Frisch von der ZIES gGmbH das Ziel der Kampagne. Besonders wichtig sei den Initiatoren die enge Zusammenarbeit mit den Partnerhochschulen.

In repräsentativ besetzten Expertenrunden werde ein kontinuierlicher Austausch gepflegt und gemeinsam erörtert, wie das Programm an den spezifischen Bedarf der jeweiligen Hochschule angepasst werden kann.

Neben dem Präventionsprogramm für Studierende gibt es auch ein Programm für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulen.

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