Suchen

Authentifizierung im Netz Eine Antwort auf die Schlüsselfrage der digitalen Welt

Redakteur: Manfred Klein

Wenn Ende dieses Jahres Bürger einen neuen Personalausweis erhalten, wird dieser erstmals eine eID-Funktionalität aufweisen.

Firmen zum Thema

Dirk Arendt ist von den Vorzügen des neuen Personalausweises überzeugt
Dirk Arendt ist von den Vorzügen des neuen Personalausweises überzeugt
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach mit Dirk Arendt von Open?Limit über die Folgen.

Mit dem Bürgerclient stattet die Bundesregierung die Bürger mit einer umfassenden Sicherheits-Software aus. Kernelemente sind die Funktionen des elektronischen Ausweisens und des elektronischen Unterschreibens. Können Sie die Unterschiede zwischen eID-Funktion und qualifizierten Signatur erläutern?

Arendt: Wenn die Personalausweisbehörde den neuen Ausweis aushändigt, ist die sogenannte eID-Funktion, die elektronische Ausweisfunktion, schon vorinstalliert. Der Bürger kann entscheiden, ob die Funktion aktiv oder inaktiv sein soll.

Dank der eID-Funktion ist es künftig möglich, sich im Internet sicher und eindeutig zu authentifizieren. Für das elektronische Ausweisen bedarf es immer einer Online-Verbindung. Beide Seiten müssen zum Zeitpunkt der gegenseitigen Authentifizierung mit dem eID-Server verbunden sein. Der Ausweisinhaber muss das Auslesen und die Datenübermittlung jedes Mal vorher per PIN-Eingabe freigeben.

Während die eID-Funktion also dafür gedacht ist, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt gegenseitig auszuweisen, bekräftigt der Unterzeichnende mit seiner Signatur eine einseitige Willenserklärung. Die Signatur ist von Dauer und hat auch vor Gericht Beweiskraft. Sie ist für die Verfahren notwendig, bei denen das Schriftformerfordernis gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Signatur schafft einen Beweis über die Abgabe einer Willenserklärung oder einer Handlung in der elektronischen Welt, der dauerhaft und eindeutig einer Person zugerechnet werden kann.

Die qualifizierte elektronische Signatur gibt es schon viel länger als die eID-Funktion. Sie ist der eigenhändigen Unterschrift schon seit 1999 von Gesetzes wegen her gleichgestellt. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass es in vielen Fällen, in denen sie zum Einsatz kommt, eher um eine Authentifizierung als um eine Willensbekundung geht. Sie wird bisher also häufig zweckentfremdet – wenn man das so sagen darf. Künftig gibt es für die Authentifizierung die eID-Funktion. Die ist sicher, schnell und mit Sicherheit auch schnell weit verbreitet.

Nächste Seite: Entscheidend für den Erfolg ist die Akzeptanz

(ID:2044908)