Das V-Modell XT

Ein Zwischenbericht zur Version 2.0

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V-Modell XT und seine Perspektiven

Dies ist auch gut so, denn dieser Projekttyp gehörte nie zum Alltagsgeschäft eines Projektleiters. Bei den Projektmerkmalen ist das Merkmal „Projektgegenstand“ neu hinzugekommen, das zwischen SW-, HW- und Integrations-Projekten eine Unterscheidung vornimmt.

In den Hintergrund gerutscht sind die Vorgehensbausteine. Überraschend ist ihre fehlende Beschreibung in der Dokumentation. Da aber die Vorgehensbausteine indirekt beim Tailoring über die Festlegung von Projekttyp und Projekttypvariante sich ergeben und der Name des einzelnen Vorgehensbausteins zumeist aussagekräftig ist, ist das Weglassen der Beschreibung vielleicht sogar eine sinnvolle Vereinfachung.

Wichtig sind zwei neue Vorgehensbausteine: „Sicherheit“ und „Vertragsschluss (AG)“. Beide sind schon länger erwartet worden und verhelfen der Projektleitung zu einer risikominimierten Projektdurchführung.

Methodisch haben sich weder die Rollen (30) noch die PM-Produkte (110) in Anzahl und Ausprägung geändert. Gleiches gilt für die Entscheidungspunkte (21). Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, weil die bisherige Ausprägung sinnvoll in der Praxis eingesetzt werden konnte.

Fazit

Das Management wird nun direkt vom V-Modell XT in die Pflicht genommen – das ist gut so! Das ist insbesondere gut so, weil die neuen Aufgaben rund um Cloud Computing, Big Data, Industrie 4.0/­Internet of Things (IoT) und Security die Aufmerksamkeit des Managements erfordern. Für die Neulinge ist die Lesbarkeit der Dokumentation erheblich gesteigert worden: Die Verschlankung und die Neustrukturierung haben sich positiv ausgewirkt.

Ein Schwerpunkt des V-Modell XT ist die umfassende Unterstützung des öffentlichen Auftraggebers. Diese Auftraggeber fühlen sich eher reglementiert – Agilität ist sicherlich kein Fremdwort, aber auch nicht zentraler Wesensbestandteil eines öffentlichen Auftraggebers. Genau dieses reflektiert das V-Modell XT und ist somit gleichzeitig Segen und Fluch.

Segen, weil es den Projektleiter in der Öffentlichen Verwaltung in seinem Projekt-Habitat hervorragend unterstützt. Die Unterstützung reicht dabei weit über das konventionelle Projektmanagement mit Qualitätsmanagement und Risikomanagement hinaus.

Fluch ist das neue V-Modell XT insofern, weil moderne Ansätze rund um Agilität und disruptiver Innovation zu wenig Eingang gefunden haben. Die Öffentliche Verwaltung kann sich diesen Ansätzen aber bei steigender Komplexität in den IT-Projekten, den neuen Themen und gleichzeitig stagnierenden IT-Budgets nicht verschließen. Auf dem Beratermarkt gibt es Experten, die sowohl die Belange der Öffentlichen Hand und die sich aus den neuen Methoden ergebenden Anforderungen umsichtig zu integrieren verstehen.

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