Verzeichnisbasierend

Ein Zuständigkeitsfinder für Deutschland

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Neuer Standard X-Behörde?

Ein Verzeichnis von Gebietskörperschaften (Gebietskörperschaftsverzeichnis) ist erforderlich, um die örtliche Zuständigkeit abbilden zu können. Ein umfassendes „Deutsches Gebietskörperschaftsverzeichnis“ beinhaltet alle Gebietskörperschaften, in denen Einrichtungen im öffentlichen Auftrag tätig werden können. Mit Blick auf deutsche Botschaften und Konsulate muss es weltweit ausgelegt sein. Ein noch zu standardisierendes XML-basierendes Datenaustauschformat X-Gebietskörperschaft könnte einen Austausch über Gebietskörperschaften ermöglichen. Ein Verzeichnis der Einrichtungen (Einrichtungsverzeichnis) wird benötigt, um die zuständige Einrichtung abbilden zu können. Es beinhaltet Behörden und Einrichtungen der Wirtschaft und des Dritten Sektors, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen. Zum Datenaustauschformat sollte über ein noch zu standardisierendes X-Behörde nachgedacht werden.

Idealtypisch werden die drei Verzeichnisse durch ein Zuständigkeitsverzeichnis ergänzt, in dem die strukturellen Beziehungen zwischen diesen drei Verzeichnissen hinterlegt sind. Diese lassen sich durch lokale Ergänzungen erweitern. Informationen zu den Zuständigkeiten könnten über lokale verzeichnisbasierte Zuständigkeitsfinder hinweg ausgetauscht werden. Grundlage zu einem solchen Verbund wäre ein künftiges Datenaustauschformat X-Zuständigkeit.

Der Ansatz des verzeichnisbasierenden Zuständigkeitsfinders setzt auf systematisch konzipierten Verzeichnissen auf, die sich über eindeutige Schlüssel miteinander verknüpfen lassen. Verzeichnisbasierende Zuständigkeitsfinder überzeugen, wenn die dazugehörigen Verzeichnisse stets vollständig und aktuell gehalten werden können, ohne dass die Kosten für den technischen Betrieb und die redaktionelle Pflege zu hoch sind. Eine solche Aufbereitung ermöglicht es, von Verwaltungsleistung und Gebietskörperschaft auf die zuständige Einrichtung zu schließen, für Einrichtungen die örtlichen Zuständigkeiten zu Verwaltungsleistungen darzustellen und für Gebietskörperschaften die sachlichen Zuständigkeiten einer Einrichtung anzuzeigen. In denkbaren Ausbaustufen könnte ein solcher Ansatz um Rechtsquellen-, Formular-, Lebenslagen-, Geschäftslagen-, Verwaltungslagen- und Personenverzeichnisse ergänzt werden. Werden verzeichnisbasierende Zuständigkeitsfinder Lotsen- und Auskunftsdiensten wie den D-115-Service Centern, einheitlichen Ansprechpartnern (EU-DLR), Callcentern, Bürgerämtern, Infotheken oder webbasierenden Verwaltungsportalen zur Verfügung gestellt, koordinieren sie so das Zusammenwirken der verschiedenen Stellen innerhalb des Staates. Bürger und Unternehmen könnten sich dann also selbst informieren, wer für ihr Anliegen örtlich und sachlich zuständig ist sowie bei wem sie Entscheidungen dieser Stellen überprüfen lassen können.

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