Mehr Transparenz und Effizienz bei Gesundheitsausgaben

Ein Vorzeigeprojekt der Obama-Administration

05.10.2010 | Autor / Redakteur: Andreas Geissler / Gerald Viola

Dank der Gesundheitsreform der aktuellen Regierung können sich nach jahrelangen politischen Diskussionen viele Millionen Amerikaner wieder eine Krankenversicherung leisten. Aber der Ehrgeiz der Verwaltung geht weiter: Weitgehend unbekannt ist nämlich, dass die US-Regierung mit ihrer Gesundheitsreform den Haushalt bis 2020 um 138 Milliarden US-Dollar entlasten will.

Dies soll einerseits über höhere Sozialversicherungsbeiträge und neu eingeführte Sondersteuern für Besserverdienende, andererseits aber über Einsparungen bei den staatlichen Gesundheitsprogrammen gelingen, die zu einem beträchtlichen Teil über die Verbesserung der Kosteneffizienz realisiert werden sollen. Dafür muss zunächst klar sein, wie teuer Behandlungen tatsächlich sind und welche Faktoren zu den Kosten beitragen.

Diese Informationen können von den Bürgern selbst mittlerweile problemlos mit einem neuen, interaktiven Online-Tool der zuständigen Gesundheitsbehörde abgerufen werden. Und Krankenhäuser können mit den Daten ihre Effizienz messen und Verbesserungspotenziale ausschöpfen. Die Lösung basiert auf dem Teradata Data Warehouse der US-Behörde, das diese außerdem nutzt, um Anträge auf Kostenerstattungen effizienter zu bearbeiten, Betrugsversuche schneller aufzuspüren und Versicherungsleistungen besser auf den Bedarf der Patienten auszurichten.

In nur neun Wochen implementierte die Verwaltung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde, Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS, siehe Infokasten), das interaktive, webbasierende CMS Dashboard, das im Frühjahr 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es ist ein Vorzeigeprojekt der „Open Government“-Initiative der US-Regierung, die das Ziel verfolgt, die Verwaltung transparenter und bürgernäher zu machen.

Mit dem CMS Dashboard kann sich jeder amerikanische Bürger beispielsweise die gesamten Gesundheitsausgaben oder die Aufwendungen für bestimmte Behandlungen jeweils für alle Bundesstaaten anzeigen lassen. Außerdem veranschaulicht das Dashboard die Entwicklung der Ausgaben für stationär behandelte Patienten beginnend mit dem Jahr 2006. Die Nutzer erfahren außerdem, welche zehn Krankenhäuser in jedem Bundesstaat das meiste Geld für die Behandlungen von bestimmten Krankheiten erhalten haben.

Grundlage der Informationen sind mehrere Milliarden Rechnungen, die CMS jährlich verarbeitet, sowie Daten zu Leistungen von Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und medizinischen Laboren oder Verordnungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten.

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