Öffentliche Vergabe-Plattform für die Bauwirtschaft

Ein sicheres Fundament

| Autor / Redakteur: Eva Günzler / Susanne Ehneß

Großprojekt „Elbphilharmonie“ in Hamburg
Großprojekt „Elbphilharmonie“ in Hamburg (Bild: Alex Hagmann - Fotolia.com)

Großprojekte wie die Hamburger Elbphilharmonie oder die Fehmarnbelt-Querung zeigen, wie wichtig maximale Transparenz ist, damit ein Bauvorhaben „in time and budget“ fertiggestellt werden kann. Von branchenspezifischen Vergabe-Plattformen können Unternehmen aus der Baubranche ebenso profitieren wie öffentliche Auftraggeber.

Liegt der Bau des 18 Kilometer langen Ostseetunnels, der die deutsche Insel mit dem dänischen Festland ab 2021 verbinden soll, nach aktuellen Aussagen der Verantwortlichen im veranschlagten Kostenrahmen, sind die Kosten beim Bau der milliardenschweren Elbphilharmonie derart aus dem Ruder gelaufen, dass sich sogar schon ein eigens dafür berufener Untersuchungsausschuss des Hamburger Senats damit beschäftigen musste.

Stichwort Transparenz

Deutlich wird hier vor allem eins: Damit Bauvorhaben, welcher Größe auch immer, ob steuerfinanziert oder aus privaten Mitteln, pünktlich und zu den kalkulierten Kosten realisiert werden können, ist ein Maximum an Transparenz das sprichwörtliche „A und O“. Auch das spektakuläre Ende des bis dato größten deutschen Baukonzerns Phillip Holzmann in 2002, unter anderem infolge von Fehlern bei der Projektentwicklung, hat die Baubranche dafür sensibilisiert, Bauvorhaben so transparent wie möglich zu gestalten, kam doch im Rahmen der Holzmann-Insolvenz auch die Austellung von Scheinrechnungen zum Beispiel für den Großflughafen Berlin-Brandenburg ans Licht.

Keine Einsturzgefahr

Damit Bauvorhaben ein sicheres Fundament bekommen, ist für alle am Bau Beteilgten ein Blick in die einschlägigen Bauportale und öffentlichen Online-Vergabe-Plattformen zu empfehlen. Einmal registriert können sich Firmen hier zum Beispiel über potenzielle Projektpartner erkundigen.

Die meisten Portale listen dabei nicht nur die Firmen auf, sondern zusätzlich alle von diesen Firmen jeweils abgewickelten Aufträge mitsamt der Referenzen. So weiß man genau, mit wem man es zu tun hat, erst recht, wenn das Portal wie etwa „Bauportal Deutschland“ über eine über 15-jährige Historie verfügt. Zudem finden Unternehmen und Handwerksbetriebe hier Informationen darüber, wer was wo ausschreibt und können sich direkt als Leistungserbringer bewerben.

Die Registrierung ist zwar in den meisten Fällen gebührenpflichtig, dennoch ist es für Unternehmen der Baubranche interessant. Zum einen, weil sie über das Projektverzeichnis der Portale von öffentlichen Ausschreibungen erfahren und so zum Teil erst an diese rankommen, und weil sie – aufgenommen in das portaleigene Unternehmensverzeichnis – präsent sind für potenzielle Auftraggeber und selber so gefunden werden können. Letztendlich fungieren Bauportale als zentrale Schnittstelle zwischen Bauherren und den verschiedenen Gewerken.

Gut gerüstet für den Bau

Denn ob Großbauvorhaben wie das Hamburger Konzerthaus, Infrastrukturprojekte wie der Fehmarnbelt oder das Einfamilienhaus am Stadtrand – wer bauen, sanieren oder renovieren will, benötigt die Kontaktdaten von Fachleuten aus den unterschiedlichsten Bereichen: von Architekten, Statikern, verschiedenen Gewerken bis hin zu Baustoffhändlern. Die Internet-Bauportale bieten hier eine komfortable Möglichkeit, die richtigen Fachleute zu recherchieren. Privatpersonen können zum Beispiel beim „Bauportal Deutschland“ sogar ohne gebührenpflichte Registrierung auf den kompletten Datenpool einschließlich der Referenzen zugreifen und sich die Gewerke im gewünschten Umkreis anzeigen lassen, um sie dann per Klick aus dem Portal heraus zu kontaktieren. Die Leistungsanbieter ihrerseits können ebenfalls mit nur einem Knopfdruck direkt aus dem Portal heraus ihren Leistungskatalog schicken und sparen so Zeit und (Versand-)Kosten.

So helfen Vergabe-Plattformen und Bauportale mit einem Höchstmaß an Transparenz, Bauprojekte schneller und effizienter zu organisieren. Ein zentraler Punkt angesichts dessen, dass Bauvorhaben in der Regel kredit- oder steuerfinanziert sind und jede Bauverzögerung die Kosten in die Höhe treibt.

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