eGovernment in Nordrhein-Westfalen

Ein Land zwischen Stillstand und Aufbruch

| Redakteur: Manfred Klein

Wie wird eGovernment im Innenministerium von NRW weiterentwickelt?
Wie wird eGovernment im Innenministerium von NRW weiterentwickelt? (Foto: LAnd NRW)

In Sachen eGovernment tut sich derzeit wenig in Nordrhein-Westfalen. Zwar hat das Land im November den Nationalen IT-Gipfel ausgerichtet, doch nutzte NRW die Veranstaltung kaum dazu, sich mit eGovernment-Entwicklungen zu positionieren. Wie also wird es mit eGovernment im bevölkerungsreichsten Bundesland weitergehen?

Zum Stand von eGovernment befragt erklärte Hartmut Beuß, Ministerialdirigent im Innenministerium des Landes, am Rande des Na­tionalen IT-Gipfels in Essen: „Wir haben in den vergangenen Jahren zwei eGovernment-Aktionspläne verabschiedet und umgesetzt sowie eine Vielzahl von Fachverfahren auf elektronische Verfahren umgestellt.“

Insgesamt biete das Land inzwischen über 1.000 Verwaltungsverfahren auch elektronisch an, so Beuß. Zwei der prominentesten seien das BAföG-Online-Verfahren und das elektronische Vergabeportal. Hinzu komme eine Verwaltungssuch­maschine, in der jeder Bürger erfahren könne, welche Dienstleistung von welcher Behörde erbracht werde, so Beuß.

Eine Erfolgsgeschichte

In der Tat ist die Suchmaschine eine eGovernment-Erfolgsgeschichte. Seit 2008 stellt das Serviceportal www.verwaltungssuchmaschine.de eine Suchmaske bereit, die direkt zu den Informationen und Dienstleistungen der nordrhein-westfälischen Kommunen, Kreise, Landschaftsverbände und Kammern führt. Auch die Angebote des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes sind hier auffindbar.

Anders als konventionelle Suchmaschinen sucht die Verwaltungssuchmaschine NRW gezielt nach Informationen der Öffentlichen Verwaltung. Zudem lässt sich die Suche auf Verwaltungsdienstleistungen beschränken und durch Eingabe eines Ortsnamens weiter eingrenzen. Darüber hinaus schlägt die Suchmaschine bei einer Eingabe umgangssprachlicher Suchbegriffe die exakten Verwaltungsbegriffe vor, zum Beispiel „Führerschein“ statt „Lappen“.

Seit 2009 ist ein Zuständigkeitsfinder hinterlegt, in dem die Verwaltungen des Landes ihre Dienstleistungen eigenständig der zuständigen Stelle und deren Kontaktdaten zuordnen können. Diese Zuständigkeiten werden in der Verwaltungssuchmaschine NRW als vorrangige Such­treffer ausgegeben. Ein Kartenausschnitt zeigt dem Bürger zudem die Lage der gesuchten Behörde. Durch eine Anbindung an den bundesweiten Behördenfinder (behoerden
finder.de) richtet die Verwaltungssuchmaschine ihren Blick auch über Nordrhein-Westfalen hinaus. Über diesen Zugang kann die Verwaltungssuchmaschine NRW auch auf die Suchmaschinen anderer Bundesländer und die des Bundes zugreifen. Eine Vernetzung, die auch in der Gegenrichtung funktioniert.

Und seit diesem Jahr steht die Verwaltungssuchmaschine auch als kostenlose Web-App für eine Nutzung mit Smartphones zur Verfügung. Die App wird aktiviert, sobald die Internetadresse des Portals über ein mobiles Endgerät aufgerufen wird.

Zurecht sind die Betreiber stolz auf ihr Angebot: „Seit Freischaltung der Verwaltungssuchmaschine im April 2008 hat sich die Zahl der Suchanfragen stetig erhöht. Im Herbst konnten erstmals über eine Million Anfragen pro Monat verzeichnet werden, die die überaus positive Resonanz auf die Internetanwendung widerspiegelt.“

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