Schleswig-Holstein verleiht Digitalisierungspreis

„Ein Land voller digitaler Ideen“

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht, Staatssekretärin Kristina Herbst und die diesjährigen Gewinner des „Best of Digitales.SH.“ bei der Preisverleihung
Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht, Staatssekretärin Kristina Herbst und die diesjährigen Gewinner des „Best of Digitales.SH.“ bei der Preisverleihung (© Digitalisierungsministerium)

Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht und die Staatssekretärin Kristina Herbst haben mit dem Preis „Best of Digitales.SH.“ mehrere Unternehmen aus Schleswig-Holstein für ihre innovativen Projekte und Ideen rund um das Thema Digitalisierung ausgezeichnet. Dabei wurde ein Preisgeld von insgesamt 70.000 Euro verliehen.

Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht und die Staatssekretärin Kristina Herbst haben den Preis „Best of Digitales.SH.“ an die diesjährigen Gewinner überreicht. Albrecht sagte: „Schleswig-Holstein ist ein Land voller digitaler Ideen. Ich freue mich, die Preisträgerinnen und Preisträger mit dieser Auszeichnung entsprechend zu würdigen. Wir geben den innovativen Projekten aus Schleswig-Holstein die Bühne, die sie verdient haben“.

Auch die Innenstaatssekretärin zeigte sich von der Fülle an Ideen in Bezug auf die Digitalisierung im Land begeistert und ergänzte: „Digitalisierung ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche unserer Gesellschaft betrifft.“ Dies zeige sich an der Vielfalt der Themen wie einem nachhaltigen Online-Marktplatz, einer Optimierung von Personaleinsatzplanungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) und der flexibel steuerbaren Straßenbeleuchtung im ländlichen Raum. „Besonders freut mich natürlich, dass der ländliche Raum Heimat und Ursprung für viele spannende, digitale Projekte ist“, fügte sie hinzu.

Der Digitalisierungspreis wird einmal im Jahr vergeben. Die Themen, die mit zwei Preiskategorien verbunden sind, werden durch das Digitalisierungskabinett festgelegt und orientieren sich an den Themenschwerpunkten des Digitalisierungsprogramms. Dieses Jahr waren insgesamt 20 Bewerbungen dabei. Der Minister Jan Philipp Albrecht teilte freudig mit: „Die Bewerbungen und preisgekrönten Projekte zeigen, dass sich in Schleswig-Holstein viel bewegt.“

In diesem Jahr wurden folgende Unternehmen ausgezeichnet:

In der ersten Preiskategorie Digitalisierung in der Logistik:

  • 1. Platz: EinStückLand GmbH, Kayhude: Unterstützung regionaler, landwirtschaftlicher Betriebe in der Vermarktung über das Internet. Über den Online-Marktplatz werden Landwirtinnen und Landwirte mit Kundinnen und Kunden in ganz Deutschland verbunden. Die Tiere werden erst dann geschlachtet, wenn das komplette Tier über den Marktplatz vermarktet ist.
  • 2. Platz: meteolytix GmbH, Kiel: Die meteolytix GmbH hat gemeinsam mit den Projektpartnerinnen FH Kiel und Bäckerei Günther eine Personaleinsatzplanung entwickelt, welche auf Basis von mit künstlicher Intelligenz erstellter, wetterbasierter Umsatzprognosen basiert.
  • 3. Platz: Chefs Culinar GmbH & Co. KG, Kiel: Ziel des eingereichten Projekts ist es, die Dokumentation der Warenauslieferung zu digitalisieren, um sie intern, wie auch für Kunden digital (u. a. per eMail) automatisch zur Verfügung zu stellen. Daneben wurden auch Dokumente für die Fahrer (z. B. Tourenplan) komplett digitalisiert.

In der zweiten Preiskategorie Digitalisierung im ländlichen Raum:

  • 1. Platz: Sourceboat GmbH & Co. KG, Löwenstedt: Mit Knoop (plattdeutsch für Knopf) haben Gemeinden und Kommunen die Möglichkeit, ihre Straßenbeleuchtung technisch so anzupassen, dass sie bedarfsgerecht von Bürgerinnen und Bürgern per App gesteuert werden kann.
  • 2. Platz: CoWorkLand eG, Kiel: Die CoWorkLand-Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk aus selbständigen Coworking-Spaces auf dem Land aufzubauen. Es soll Gründerinnen und Gründern beispielsweise in der Vermarktung und der Fördermittelakquise unterstützen. Zudem möchte CoWorkLand flexible Arbeitsformen fördern. Coworking-Spaces im ländlichen Raum, verbunden durch digitale Netze und Kollaborations-Tools, sind ein zentrales Mittel dazu.
  • 3. Platz: #RegionalDigital GbR, Kiel: Die #RegionalDigital GbR hat eine nachnutzbare Open-Source-Software zur partizipativen Gestaltung eines digitalen kommunalen Kulturraumes, zur Aufbereitung historischer Informationen und Bereitstellung von Daten zur Nachnutzbarkeit entwickelt. Mit ihr sollen zudem der intergenerationelle Austausch, die Auseinandersetzung mit digitalen Techniken und das Interesse an Lokal-, Regional- und Landesgeschichte gefördert werden.

Das Preisgeld ist in den Preiskategorien jeweils für den ersten Platz mit 20.000 Euro, den zweiten Platz mit 10.000 Euro und den dritten Platz mit 5.000 Euro festgesetzt. Die Sieger wurden auf Vorschlag eines Auswahlgremiums ausgewählt.

Im Austauschgespräch mit den Bürgern in Schleswig Holstein, das im Rahmen der Digitalen Woche Kiel stattfand, äußerte sich die Innenstaatssekretärin zuversichtlich: „Wir haben tolle Projekte ausgezeichnet. Beispielsweise gibt es in Löwenstedt eine App, mit der nachts von den Bewohnerinnen und Bewohnern Straßenlaternen angeschaltet werden können, wenn sie sie benötigen. Damit können die Löwenstedter mit einer einfachen App einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Digitale Modellkommunen

Für die Zukunft hofft sie, dass es noch mehr Projekte dieser Art geben wird, die für zahlreiche Menschen im Land von Nutzen sein können. Vor allem der ländliche Raum könne von der Digitalisierung profitieren. „Genau dies wollen wir im Innenministerium vorantreiben. Denn die Potentiale der Digitalisierung sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Wir werden noch in diesem Monat mit dem ‚Aktionsplan Digitale Modellkommunen‘ beginnen. Dabei geht es uns darum, die in einigen Kommunen bereits gut funktionierenden Projekte bekannter zu machen, Nachahmer zu finden und gemeinsam mit den Akteuren im ländlichen Raum die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker und für alle gewinnbringend einzusetzen“, so Kristina Herbst.

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