Föderales Informationsmanagement

Ein Baukasten optimiert die Prozesse der öffentlichen Verwaltung

| Autor / Redakteur: Steffen Eckold / Manfred Klein

Die Kommunen sind die ersten Ansprechpartner der Bürgerinnen und Bürger. Sie tragen die Hauptlast der zunehmend komplexeren Verwaltungsaufgaben und vollziehen die Mehrzahl aller Verwaltungsverfahren. Sie erteilen Auskünfte, erstellen Antragsformulare und betreiben das Verfahren.

FIM kann und soll mit gemeinsamen Infrastrukturen alle Ebenen entlasten und helfen, Doppel­arbeiten zu vermeiden. Dies trifft gerade auf Leistungen zu, bei denen die Kommunen von den Ländern übertragene Aufgaben wahrnehmen. Gleiches soll gleich beschrieben und ausgeführt werden. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Vollzugsebene profitieren von einem gleichen Verständnis von Aufgabe, Voraussetzungen, Anspruchsgrundlagen und notwendigen Maßnahmen.

FIM will auf fachlicher, technischer und organisatorischer Ebene einen harmonisierten Baukasten für Leistungsbeschreibungen, Formulare und Prozesse schaffen. Aus diesem Baukasten sollen sich Nutzer innerhalb der öffentlichen Verwaltung bedienen können, um ihren redaktionellen Aufwand im Beschreiben von Verwaltungsverfahren ohne Qualitätseinbußen zu senken.

FIM liefert geprüfte Stamminformationen zu Leistungen, Formularen und Prozessen. Die Stamminformationen werden durch Bund und Länder erstellt. Die Vollzugsebene kann die Stamminforma­tionen nutzen, um die finale Leistungsbeschreibung, das Formular und den Prozess zu erstellen sowie zu beschreiben.

FIM bietet keine Endkundenanwendung, wie Formularserver oder webbasierte Informationsportale für Bürger und Unternehmen. FIM liefert nur standardisierte Ergebnisse, von denen die Verwaltung auf allen föderalen Ebenen profitiert.

Dies schließt die jeweils an einem Verwaltungsverfahren beteiligten Stellen und Dienstleister genauso ein wie organisa­tionsübergreifende Informations-, Kommunikations- und Transaktionsangebote wie den 115-Service oder Online-Portale der Verwaltung. FIM ist zudem eine zentrale Voraussetzung, Verwaltungsverfahren vollständig elektronisch abzuwickeln.

Im Vordergrund steht dabei aber nicht die technische Realisierung eines Verfahrens, sondern die Harmonisierung der fachlichen Grundbausteine in der Form ihrer Beschreibung. FIM ist Teil der fachlich-organisatorischen Basis für ein föderales E-Government. Mit den bereits jetzt vorhanden technischen Standards, einhergehenden rechtlichen Möglichkeiten und den ständig leistungsfähigeren Informations- und Kommunikationssystemen ist die Vision von papierlosen Verwaltungsvorgängen realisierbar.

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