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Definition Cloud Computing

Eigenschaften, Architektur und Modelle der Datenwolken

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Architekturen der Cloud

Laut „Cloud computing: Web-basierte dynamische IT-Services“ (Baun, C., Kunze, M., Nimis, J., & Tai, S.) können Cloud-Architekturen bzw. Modelle aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Die erste Sichtweise bezieht sich eher auf die organisatorische Ebene und die Betriebsart von Cloud Services und die zweite Sichtweise eher auf die technische Ebene und das Angebot von Cloud Services. In den folgenden Unterkapiteln werden die beiden unterschiedlichen Modelle etwas genauer beschrieben und dabei wiederum auf die Definition der NIST zurückgegriffen.

Deployment-Modelle

Bei dieser Art der Beschreibung einer Cloud-Architektur betrachtet man hauptsächlich die Art und Weise, wie und wo Cloud Services betrieben werden. Prinzipiell wird meist in vier Deployment-Modelle unterschieden:

  • Public Cloud: Die Cloud-Infrastruktur wird von einer Organisation oder einem Unternehmen betrieben, das Cloud Services anbietet, und deren Infrastruktur der Allgemeinheit zur Nutzung von Services bereitgestellt.
  • Private Cloud: Im Rahmen einer Private Cloud wird die Cloud-Infra­struktur nur für eine Organisation betrieben. Der Betrieb kann durch die Organisation selbst oder durch einen vertrauenswürdigen Dritten erfolgen.
  • Community Cloud: In diesem Fall wird die Cloud-Infrastruktur bzw. deren Betrieb von mehreren Organisationen geteilt, die gleiche oder ähnliche Interessen verfolgen. Der Betrieb kann dabei wiederum entweder von einer Organisation oder von einer dritten Partei übernommen werden.
  • Hybrid Cloud: Werden mehrere eigenständige Cloud-Infrastrukturen (Private, Community, Public) miteinander verknüpft, so spricht man von einer Hybrid Cloud. Die Verknüpfung kann dabei über proprietäre oder standardisierte Schnittstellen erfolgen.

Service-Modelle

Auf technischer Ebene bieten Service-Modelle eine andere Art der Beschreibung für eine Cloud-Architektur. Meist wird für die Beschreibung auf dieser Ebene ein Schichtenmodell herangezogen, welches folgende drei Hauptschichten aufweist.

  • Infrastructure as a Service (IaaS): In diesem Service-Modell bieten Cloud Service Provider ihren Kunden fundamentale IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Arbeitsspeicher oder Speicherplatz an. Dabei wird den Kunden zwar kein Zugriff auf die eigentliche Cloud-Infrastruktur gewährt, jedoch können sie beliebige Betriebssysteme beziehungsweise Softwarekomponenten installieren.
  • Platform as a Service (PaaS): In diesem Fall bietet der Provider dem Kunden Zugriff auf seine Cloud-Infrastruktur und stellt ihm entsprechende Schnittstellen und Programmierwerkzeuge zur Verfügung, womit er selbst Applikationen erstellen und in der Cloud deployen kann.
  • Software as a Service (SaaS): Beim Modell Software as a Service wird dem Kunden die Möglichkeit geboten, eine vom Cloud Provider entwickelte und in einer Cloud-Infrastruktur zur Verfügung gestellte Applikation zu nutzen. Auf die Applikationen können dabei auf unterschiedliche Art und Weise und mit verschiedenen Client Systemen (z.B. Web Browser) zugegriffen werden.

In der einschlägigen Literatur werden diese drei Schichten üblicherweise als Hauptschichten bezeichnet. Generell folgt dieses Modell dem sogenannten Everything as a Service (XaaS)–Paradigma. Das heßt, dass der Term „as a Service“ noch für viele andere Cloud-Angebote genutzt werden kann, wie beispielsweise Human as a Service, Landscape as a Service oder Security as a Service. Meist lassen sich diese Angebote aber in einer der zuvor erwähnten Hauptschichten einordnen.

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