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Daten-Chaos kostet jedes Jahr 20 Millionen Euro eHealth: Statt Bürokratieabbau bei Pflege doppelte Datenübermittlung

| Redakteur: Gerald Viola

Das beleglose Abrechnungsverfahren zwischen Pflegediensten und Krankenkassen, für Leistungen nach SGB V und XI, wurde vor fast 20 Jahren gesetzlich zur Kostenreduzierung im Gesundheitswesen verankert. Dieses Ziel wurde bis heute nicht erreicht. Im Gegenteil.

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Papierchaos trotz elektronischer Daten kostet 20 Millionen Euro pro Jahr (Foto: Franz Pfluegl - Fotolia.com)
Papierchaos trotz elektronischer Daten kostet 20 Millionen Euro pro Jahr (Foto: Franz Pfluegl - Fotolia.com)

Der Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung, FINSOZ e.V., schlägt Alarm: „Das beleglose Abrechnungsverfahren zwischen Pflegediensten und Krankenkassen, für Leistungen nach SGB V und XI, wurde vor fast 20 Jahren gesetzlich zur Kostenreduzierung im Gesundheitswesen verankert. Dieses Ziel wurde bis heute nicht erreicht.

Der Datenträgeraustausch (DTA) in seiner bisherigen Form ist hochgradig ineffizient, fehleranfällig und basiert auf einer mittlerweile stark veralteten Technologie. Es existieren zudem keine geeigneten organisatorischen Strukturen, die eine reibungslose und kostengünstige Abwicklung sicherstellen. Sonderregelungen einer Vielzahl von Kassen ohne entsprechende gesetzliche Grundlagen errichten zusätzliche bürokratische Hürden.

In der Summe wird ein immenser Aufwand verursacht, der die Gemeinschaft der Versicherten jährlich mindestens zweistellige Millionenbeträge kosten. Allein die aus Sicht des Verbandes nicht sinnvolle Doppelübermittlung von elektronischen Daten und Papierdokumenten verursacht Kosten von über 20 Millionen Euro pro Jahr.

Diese Beträge werden der Pflege alter und kranker Menschen entzogen. Zudem trägt der mit diesem Verfahren verbundene Papierverbrauch von rund 200 Tonnen pro Jahr nicht zur Schonung der natürlichen Ressourcen bei.“

Und das sind die wesentlichen Fakten, die der FINSOZ (pro Jahr) für die ambulante Betreuung nennt:

  • Bei 555.000 Patienten werden 22,64 Millionen Papierseiten für die Abrechnung erzeugt.
  • Portokosten für alle 12.000 Pflegedienste: 3,1 Millionen Euro.
  • Arbeitszeitkosten für das Handling dieses Papierbergs: 3,9 Millionen Euro.

Die Berechnungen des FINSOZ (pro Jahr) für die häusliche Krankenpflege:

  • Bei 3,174 Millionen Leistungsfällen und einer durchschnittlichen Betreuung von 63 Tagen entstehen 12,7 Millionen Papierseiten.
  • Die Portokosten betragen hier 3,1 Millionen Euro.
  • Arbeitszeitkosten: 3,9 Millionen Euro.

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