Der Nationale IT-Gipfel und eHealth eHealth soll Gesundheitsbranche auf Expansionskurs bringen

Redakteur: Manfred Klein

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat auf dem 8. Nationalen IT-Gipfel die Bedeutung der Informationstechnologie für das Gesundheitswesen betont. Telemedizin und Telematik seien für die medizinische Versorgung einer weiter alternden Gesellschaft ebenso entscheidend wie für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.

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Datenschutz und eHealth schließen sich nicht aus, davon ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe überzeugt
Datenschutz und eHealth schließen sich nicht aus, davon ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe überzeugt
(Foto: mk)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärte dazu: „IT im Gesundheitswesen entwickelt sich zu einem der stärksten Treiber für Innovationen in der Versorgung. Informationstechnologien haben dazu beigetragen, dass sich die Gesundheitsbranche zu einer Wachstumsbranche auf Expansionskurs mit mehr als 5 Millionen Arbeitsplätzen entwickelt hat.“

Schon heute könnten Menschen mit chronischen Erkrankungen oder nach einem Schlaganfall durch Telemedizin-Anwendungen besser medizinisch begleitet werden. Und die Telemedizin könne auch dabei helfen, dass ältere und chronisch kranke Menschen länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben könnten. Sie könne dazu beitragen, dass die Expertise von Spezialisten, etwa aus Universitätskliniken, für die Behandlung von Patienten in kleineren Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung im ländlichen Raum genutzt werden kann.

„Wir müssen die Möglichkeiten der Informationstechnologie für eine hochwertige Gesundheitsversorgung der Patienten noch stärker nutzen. Deshalb arbeiten wir an einem eHealth-Gesetz“, so Gröhe weiter.

Das geplante eHealth-Gesetz solle Anreize für die Einführung medizinischer Anwendungen setzen. Dazu gehöre die elektronische Bereitstellung von Notfalldaten, die Einführung eines Medikationsplans und die Verbesserung des Informationsaustausches zwischen den mehr als 200 verschiedenen IT-Systemen im Gesundheitswesen.

In der Digitalen Agenda sei zudem der Ausbau der vom Bundesministerium für Gesundheit gegründeten eHealth-Initiative vereinbart worden. Sie werde von den Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung und den für den Einsatz von Informationstechnologien im Gesundheitswesen maßgeblichen Unternehmensverbänden getragen.

Die eHealth-Initiative habe sich zum Ziel gesetzt, dass sinnvolle Anwendungen schneller ihren Weg in die Praxen und Krankenhäuser finden könnten. Sie bündele die Kompetenzen für eHealth und sei zentraler Ansprechpartner für alle Gesundheitsthemen im IT-Gipfelprozess.

IT-Gipfel will eHealth-Anwendugen erleichtern

Die für eHealth zuständige Arbeitsgruppe 7 hat sich in diesem Jahr mit folgenden wesentlichen Aufgaben beschäftigt:

  • Die Entwicklung von eHealth-Anwendungen soll durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen erleichtert und beschleunigt,
  • die Integration von eHealth-Anwendungen in die flächendeckende Versorgung und damit in die Lebenswirklichkeit von Ärzten und Patienten erleichtert und
  • durch zielgruppenspezifische Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote sollen nachhaltig Grundlagen für die tatsächliche Nutzung von eHealth-Anwendungen gelegt werden.

Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe am Thema Interoperabilität weitergearbeitet. Um ein Wachstum von eHealth-Anwendungen und damit das Erschließen der Potenziale von eHealth zu ermöglichen und Interoperabilitätshemmnisse der rund 200 verschiedenen bei den Anwendern im Gesundheitswesen eingesetzten IT-Systeme zu überwinden, hat das Bundesministerium für Gesundheit auf Basis der in der AG erarbeiteten Vorgaben eine "Planungsstudie zur Lösung der Interoperabilitätsherausforderungen" in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse dem Bundesministerium für Gesundheit Anfang dieses Jahres vorgelegt wurden und mit den Beteiligten mit dem Ziel erörtert werden, bis zum IT-Gipfel weitere Umsetzungsschritte zu konsentieren.

Der von der AG realisierte Ausbau des Deutschen Telemedizinportals, das Informationen zu mehr als 200 telemedizinischen Projekten in Deutschland strukturiert bündelt, soll es neuen Projekten möglich machen, auf Vorerfahrungen zurückzugreifen, um Ressourcen bei der Entwicklung neuer Anwendungen zu optimieren.

Zusammen mit dem ebenfalls von der AG entwickelten „Kriterienkatalog für telemedizinische Zukunftsprojekte“ soll eine zielgerichtete Entwicklung von Projekten bis zur Marktreife beschleunigt werden.

Gemeinsam mit den Mitgliedern der Arebitsgruppe sollen dazu in diesem Jahr weitere Anwendungsfelder von IKT-Anwendungen in der gesundheitlichen Versorgung wie zum Beispiel die Betreuung im häuslichen Umfeld bearbeitet werden.

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