ePA, Telemedizin, Medizintechnik

eHealth hat viel Potenzial

| Autor: Ira Zahorsky

Das Tracken von Vitaldaten ist längst Alltag.
Das Tracken von Vitaldaten ist längst Alltag. (Bild: © Syda Productions - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung findet auch im Gesundheitswesen zahlreiche Einsatzfelder: von Gesundheits- oder Fitness-Apps auf dem Smartphone, über die elektronische Patientenakte bis hin zu ausgefeilter computerunterstützter Medizintechnik. Was bleibt, ist die Sorge um den Datenschutz.

Smartwatches, die Vitaldaten überwachen und im Notfall selbstständig einen Notruf auslösen, Prothesen aus dem 3D-Drucker oder Roboter, die OPs ausführen, sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bietet Entwicklern, medizinischem Fachpersonal und Patienten viele Chancen.

Gesundheits-Apps werden schon von vielen Smartphone-Usern genutzt
Gesundheits-Apps werden schon von vielen Smartphone-Usern genutzt (Bild: Bitkom)

Den einfachsten Zugang finden 65 Prozent der Deutschen über Smartphone-Apps, die zur Information, für das Workout, zum Tracken von Körper- und Fitnessdaten oder zur Erinnerung für die Medikamenteneinnahme genutzt werden. Etwas mehr als die Hälfte (53 %) der vom Bitkom befragten 1.000 Bundesbürger sieht auch einen Mehrwert in der Nutzung.

ePA und eRezept

Bei der elektronischen Patientenakte können sich die Befragten auch zahlreiche Zusatzfunktionen vorstellen
Bei der elektronischen Patientenakte können sich die Befragten auch zahlreiche Zusatzfunktionen vorstellen (Bild: Bitkom)

Die elektronische Patientenakte sowie das eRezept finden bei 65 beziehungsweise 63 Prozent Zusprache, wobei den größten Teil die Altersgruppe der 16- bis 49-Jährigen ausmacht. Dabei geht es nicht nur um die komfortable Speicherung aller Gesundheitsdaten an einem Ort. Auch mögliche Zusatzfunktionen, wie einen digitalen Impfpass (98 %), einen Medikationsplan mit Wechselwirkungscheck (91 %) oder die Speicherung der ärztlichen Diagnosen (91 %) könnten sich viele der Befürworter vorstellen. Vorteile beim eRezept sehen die Befragten in der einfacheren Einlösung (61%), dem Schutz vor Verlust (58 %) und in der Senkung der administrativen Kosten (54 %). Datenschutzrisiken werden von 71 Prozent als Hauptnachteil des elektronischen Rezepts gesehen.

Datenschutz und -hoheit als Voraussetzung

„Vorhandene Daten sollten viel stärker– auch mobil – genutzt werden. Über eine entsprechend ausgestaltete Elektronische Patientenakte wäre das möglich. Bei gleichzeitiger Wahrung des Datenschutzes könnte die medizinische Versorgung so deutlich verbessert werden“, ist sich Bitkom-Präsident Achim Berg sicher. 59 Prozent der potenziellen Nutzer wollen ganz allgemein „Datenschutz und Datensicherheit“, 61 Prozent fordern, dass die Datenhoheit beim Patienten liegt (Mehrfachnennungen möglich). Wichtig ist für 45 Prozent auch eine übersichtliche Darstellung sowie ein mobiler Zugang (34 %). „Die Elektronische Patientenakte wird nur dann ein Erfolg, wenn sie dem Patienten einen echten Nutzen stiftet und unkompliziert zu bedienen ist“, sagt Berg.

Prävention, Diagnose und Behandlung

„Ob in der Vorsorge, für Patienten oder Ärzte und Pflegepersonal: Digitale Technologien bieten in der Gesundheitsbranche enorme Vorteile und eröffnen neue Möglichkeiten für mehr Lebensqualität und eine leistungsfähigere medizinische Versorgung“, so Berg weiter. Risikogruppen können sich beispielsweise bei der Medikamenteneinnahme unterstützen lassen – bei Diabetikern wird diese Möglichkeit schon eingesetzt. Angenommen sie wären Diabetiker, würden sich 64 Prozent einen Sensor implantieren lassen, um den Blutzuckerspiegel permanent zu messen.

Telemedizin

Die Möglichkeit einer telemedizinischen Beratung soll nicht nur Patienten in abgelegenen Regionen ärztlich versorgen. Ärzte und Patienten können auf diese Weise auch viel Zeit sparen. So wäre ein Viertel der Befragten sogar bereit, für einen schnellen ärztlichen Rat zu bezahlen. 15 Prozent würden bis zu 250 Euro für ein Jahresabonnement ausgeben, um jederzeit online medizinischen Rat einholen zu können. Für eine möglicherweise kostengünstigere Online-Beratung bei Routinefragen aus dem Ausland sprechen sich 23 Prozent aus.

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