Veränderungsprozesse in europäischen Verwaltungen

eGovernment verhilft öffentlichem Sektor zu Kostensenkung

13.07.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Erst IT macht Kostenreduktion und mehr Bürgerbeteiligung möglich, so Marco Burk
Erst IT macht Kostenreduktion und mehr Bürgerbeteiligung möglich, so Marco Burk

Die beiden Imperative europäischen Verwaltungshandelns lauten: Mehr Bürgernähe und dabei die Kosten zu senken. Beides zusammen gibt dem Einsatz von Informationstechnologien im öffentlichen Sektor neuen Schwung. Wie weit dieser Prozess heute schon gediehen ist, hat eine Marktstudie des Beratungshauses Logica in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) untersucht.

Im Rahmen der Untersuchung „Transforming Government“ führte PAC im Frühjahr rund 180 Gespräche mit Vertretern der Öffentlichen Hand in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Schweden und Finnland.

Dabei identifizierte PAC fünf grundlegende Strategien, mit denen Verwaltungen europaweit Bürgernähe und Kostensenkung in Einklang bringen:

  • Automatisierung von Verwaltungsprozessen im Backoffice und im Kundenkontakt
  • Steigerung der Verwaltungseffizienz durch IT-basierte, zentralisierte Beschaffungslösungen
  • Diensterfüllung durch die Nutzung von Shared Services und Kooperation mit der Privatwirtschaft
  • Verschlankung von Prozessabläufen zwischen unterschiedlichen Verwaltungsebenen
  • Kostensenkung durch den Einsatz neuer IT-Lösungen

„IT ist die Klammer, die alle diese Konzepte verbindet“, erklärt Burk. „Uns hat die Vielzahl der unterschiedlichen Ansätze überrascht, mit denen die Öffentliche Hand in Europa IT nutzt, um ´mehr für weniger´ zu erreichen.“

Die Studie zeigt neben unterschiedlichen Lösungsstrategien auch Unterschiede in der Wahrnehmung der Beteiligten. Während beispielsweise die Mehrzahl der befragten Politiker einen Bedarf an stärkerer Bürgerbeteiligung für die kommenden Jahre sieht, sind nur 60 Prozent ihrer Beamten der Überzeugung, dass die jeweilige Regierung auch einen ernsten Versuch hierzu unternimmt.

Als Gründe, die gegen eine stärkere Beteiligung von Bürgern an Verwaltungsvorgängen sprechen, nannten die Beamten vor allem die fehlende Sachkenntnis der Wähler, rechtliche Hürden und ein generell fehlendes Interesse vonseiten der Bürger, sich in Belange des öffentlichen Sektors einbringen zu wollen.

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