Stadt Marburg erneuert ihr Feuermeldesystem

eGovernment und Prozessoptimierung bei der Feuerwehr

08.11.2010 | Autor / Redakteur: Manfred Spiller / Gerald Viola

Berühmt sind die mittelalterlichen Bauten, das 800 Jahre alte Schloss, die renommierte Universität – Marburg an der Lahn bietet historisches Flair und moderne Lebensart. Der Schutz der alten Gemäuer und der neuen städtischen Gebäude war allerdings bis vor Kurzem eher antiquiert: Das Brandmeldesystem stammte aus dem Jahr 1920. Aufgrund wiederholter Erweiterungen war das System über die Jahre zum einen veraltet, zum anderen sehr unübersichtlich und kompliziert in den Abläufen geworden.

So arbeiten innerhalb der einzelnen Gebäude nicht nur Brandmeldeanlagen, sondern auch zahlreiche andere autarke technische Einrichtungen der Gebäudetechnik, unter anderem Heizungsanlagen, Lüftungsanlagen, Klimaanlagen, Sicherheitsbeleuchtungsanlagen und Rauch-Wärme-Abzugsanlagen, die im Störungsfall vor Ort eine Meldung abgeben.

Neben den komplizierten Abläufen waren auch die Kosten des alten Systems durch die Vielzahl der Telefonanschlüsse unverhältnismäßig hoch. So hatten Einbruchmeldeanlagen eigene analoge Rufnummern für die Weiterleitung von Alarm- und Störmeldungen an zentrale Stellen; es gab Heizungsanlagen mit Modem und eigenen Telefonanschlüssen, auch die Stromzähler der Stadtwerke hatten eigene Telefonanschlüsse.

So kam es oft vor, dass innerhalb eines einzigen Gebäudes bis zu 15 Telefonanschlüsse für die technischen Anlagen vorgehalten wurden.

Zentrale Steuerung statt dezentraler Verwirrung

Um dies zu ändern und den Brandschutz effizienter, funktionaler und kostengünstiger zu gestalten, wurde beschlossen, das alte, dezentrale System im Rahmen eines flexiblen Alarmierungskonzeptes zentral handhabbar zu machen. Die Planung und Konzeption übernahm die auf Planung, Beratung, Ausschreibung und Bauleitung von Mittelspannungs- und Niederspannungsanlagen, Beleuchtungstechnik, Sicherheitstechnik, Gebäudeautomation, Netzwerktechnik und Brandschutz in elektrischen Anlagen spezialisierte ELTPLAN Elektro-Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH.

Zur Schaltung der vorhandenen 77 Brandmeldeanlagen der städtischen Gebäude über einen neuen, einheitlichen Übertragungsweg auf die Leitstelle der Feuerwehr bedurfte es einer ausgereiften Übertragungslösung. So musste die Übertragung von Feueralarmen auf gesicherten Übertragungswegen zur Feuerwehr sowie zu anderen Entscheidungsträgern gewährleistet werden, und eine Einbindung der Systemtechnik in die Leitstellentechnik des Gefahrenabwehrzentrums war notwendig.

Zudem war die Bereitstellung von Modemanschlüssen für andere Betriebstechniken im Bereich der Haustechnik sowie die Ermöglichung einer Übertragung von Betriebs- und Störmeldungen an die Betriebsleitungen der Kommune und an Instandhaltungsfirmen nötig. Die wichtigste Anforderung war allerdings, dass die Überwachung der Systemtechnik zentral von einem Arbeitsplatz aus möglich ist.

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