eGovernment-Werkstatt

eGovernment Summit schafft Spielräume für Kreativität

Seite: 4/5

Firmen zum Thema

Herausforderungen meistern

Holger Hille kommt in einer sehr ausführlichen Einschätzung der Herausforderungen zu folgendem Ergebnis: „In der Digitalen Agenda wird ausgeführt, dass der Staat ein wichtiger Akteur im digitalen Raum sei. Jährlich hinterfragt der eGovernment-Monitor, inwieweit die onlinebasierten Dienstleistungen bei den Adressaten in Deutschland angekommen sind. Die Ergebnisse sind Jahr für Jahr ernüchternd.“

Auch die genannten Ursachen für die Zurückhaltung der Bürger blieben vergleichsweise beständig, so Hille. Dazu Hille weiter: „Als notwendige Voraussetzung für die Akzeptanz der elektronischer Behördendienste werden Datenschutz und Sicherheit der Kommunikation und Angebote ausgemacht – was übrigens bereits im Koalitionsvertrag ausgeführt wurde. Dass dies nicht ausreichend ist, liegt auf der Hand. Das Angebot muss den Konsumenten bekannt sein!“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Effizientes Marketing und Kommunikation seien in der freien Marktwirtschaft nicht nur für Unternehmen überlebensnotwendig, so Hilles Schlussfolgerung, sondern auch für Behörden und Verwaltungen.

„Wer ein Angebot nicht kennt oder es nicht korrekt benennen kann, tut sich auch schwer, es im Internet zu suchen, geschweige denn zu finden. Das gleiche Prinzip gilt auch für die Verwaltung. Hier gibt es einen großen Nachholbedarf. Neben der Bekanntheit als Voraussetzung, muss das Angebot dann inhaltlich und von der Bedienbarkeit überzeugen.“

Neben diesen eher technischen Aspekten will Hille auch organisatorische und juristisch-politische ­Gegebenheiten auf den Prüfstand stellen. Dazu Holger Hille: „Eine weitere Aufgabenstellung, die es ebenfalls stärker zu beleuchten gilt, ist die der Aufgabenkritik. Diese muss deutlich effektiver und ergebnisoffener geführt werden. Unstrittig ist natürlich, dass hoheitliche Aufgaben in öffentlicher Hand verbleiben müssen. Die finanzielle Situation der Verwaltung und der demografische Wandel zwingen jedoch zu einer radikalen Neubetrachtung der Aufgaben des Staates.“

So werde die Zahl der Erwerbstätigen langfristig stetig sinken, parallel dazu würden die Einnahmen in Sozialsysteme und Steuerkassen sinken. Gleichzeitig würden die Ausgaben steigen, vor allem bedingt durch die sich verändernden Altersstrukturen. Daher erscheine es mehr als legitim zu fragen, ob Aufgaben der Verwaltung nicht an Dritte übertragen werden könnten, so Hilles Vorstoß.

Die knappen Budgets der Öffentlichen Verwaltungen stellte auch Manfred Lieske von Computacenter in den Mittelpunkt seiner Betrachtung der anstehenden Herausforderungen. Dazu Lieske: „Die Herausforderungen der Öffentlichen Verwaltung liegen in den steigenden Anforderungen von Politik, Wirtschaft und Bürgern bei knappen Budgets und gleichzeitigem demografischen Wandel. ­Ferner sind bedingt durch Föderalismus und Ressortprinzip die Entscheidungsstrukturen eher ­dezentral. Darüber hinaus gibt es in Deutschland sehr hohe Anforderungen an Datenschutz- und ­-sicherheit.“

Unter diesen Rahmenbedingungen bestehe die Herausforderung der Öffentlichen Verwaltung darin, eGovernment und Verwaltungsmodernisierung bedarfsgerecht am Nutzen der Bürger und der Wirtschaft zu orientieren. Zudem sollte der Weg, verstärkt miteinander zu kooperieren fortgeführt werden, um Skaleneffekte zu erzielen und die Komplexität zu reduzieren, so Lieske.

„Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Chancen der Digitalisierung für eGovernment und Verwaltungsmodernisierung zu erkennen und zu nutzen. Anders ausgedrückt, die Risiken beim Einsatz neuer Technologien sollten nicht dazu führen, sich dem nötigen Wandel bei der Digitalisierung zu verschließen“, so Lieskes Fazit.

Bitte lesen Sie auf der nächsten Seite weiter.

(ID:43680154)