eGovernment-Werkstatt

eGovernment Summit schafft Spielräume für Kreativität

| Redakteur: Manfred Klein

Für Marc Reinhardt, Capgemini, erhöht die digitale Revolution den Druck auf eGovernment. Es gibt kein Zurück mehr
Für Marc Reinhardt, Capgemini, erhöht die digitale Revolution den Druck auf eGovernment. Es gibt kein Zurück mehr (Bild: Capgemini GmbH)

Der eGovernment Summit jährt sich zum achten Mal. Und auch 2015 ist die Veranstaltung wieder Treffpunkt hochrangiger Experten aus Politik und Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. In diesem Jahr stehen die Folgen der digitalen Revolution für eGovernment im Fokus der Expertenrunde.

Immer mehr erfasst die digitale Revolution alle Lebensbereiche. Bereits in wenigen Jahren wird sie die Art und Weise unseres Lebens dramatisch verändert haben. Schon jetzt beginnen viele von uns die Auswirkungen dieses Umbruchs nicht nur im Privatleben, sondern auch in ihrem Berufsleben zu spüren. Doch auch Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden von den Umwälzungen betroffen sein.

Doch wie diesen Wandel gestalten? Dieser Frage widmet sich der achte eGovernment Summit unter dem Motto „eGovernment 4.0 – Die digitale Revolution gestalten“.

Auswirkungen der digitalen Revolution

Über den einschneidenden Charakter der digitalen Revolution herrscht unter den Teilnehmern des eGovernment Summit weitegehend Einigkeit. Holger Hille ­etwa, Segmentleiter Länder und Kommunen bei T-Systems Public und Healthcare Solution, beschreibt das so: „Mit Digitalisierung und zunehmendem Verschmelzen von realer und virtueller Welt erleben wir erneut einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruch. Nach dem mechanischen Webstuhl Ende des 18. Jahrhunderts, dem Fließband zu Beginn des 20. und dem Computer in den Siebzigern ist dies die vierte industrielle Revolution.“

„Eigentlich“, so Hilles Warnung, „sollten wir inzwischen an Umwälzungen gewöhnt sein“. „Doch diesmal ist etwas anders: Die Geschwindigkeit, in der diese Änderungen tagtäglich vor unseren Augen passieren.“

Gepaart mit den Herausforderungen, die demografischer Wandel und Globalisierung mit sich brächten, so Hilles Einschätzung, hätten die Veränderungen auch eine neue Dimension von Komplexität erreicht. Zwar verstünden gerade die Digital Natives die Zusammenhänge und gingen beinahe spielerisch mit den Neuerungen um – andere Bevölkerungsgruppen dagegen reagierten mit Verunsicherung oder sogar Abwehr.

„Die Digitalisierung ist wie ein Schnellzug. Wir müssen Sorge dafür tragen, dass die Menschen verstehen, wohin die Reise geht und warum es wichtig ist, auch einzusteigen. Denn es bieten sich große Chancen für jeden Einzelnen. Es gibt keine Chancen ohne Risiken. Dies dürfen wir nicht ausblenden. Im Elsass wurde noch 1851 von den Kanzeln wider den Eisenbahnaberglauben gepredigt. Es hieß, der Teufel hole sich an jeder Station einen Fahrgast als Transportlohn. Digitalisierung ist weder Teufelszeug noch Hexenwerk. Wenn wir das nachhaltig transparent machen, steigen viele ein und fahren mit“, so Hille abschließend.

Und alle Teilnehmer betonen, wie ungeheuer wichtig es sei, dass der Staat diesen Wandel gestalte. Marc Reinhardt, Vice President und Head of Public Sector bei Capgemini, formulierte: „Die Politik muss die Rahmenbedingungen dafür setzen, wie wir in einer digitalen Welt leben wollen – welche Chancen wir aktiv ergreifen und welche Risiken wir gegebenenfalls eingehen wollen.“

Die digitale Welt sei kein Paralleluniversum – viele der Prinzipien der physischen Welt würden auch dort gelten, so Reinhardts Beschreibung des Problems. Dennoch würde eine lineare Fortschreibung der Regeln aus der analogen in die digitale Welt dem teilweise disruptiven Charakter der neuen Technologien nicht gerecht werden. Verhalte man sich so, dann springe man sowohl bei der Nutzung der Chancen, wie der Vermeidung der Risiken meist zu kurz.

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