eGovernment Summit 2016

eGovernment Summit – Dialog auf Augenhöhe

| Redakteur: Manfred Klein

Die Teilnehmer des eGovernment Summits 2016
Die Teilnehmer des eGovernment Summits 2016 (Bild: www.bergemann-fotografie.de)

Unter dem Motto „Digitalisierung aktiv gestalten“ diskutieren die Spitzen aus Politik und Verwaltung auf dem diesjährigen eGovernment Summit wie Deutschland bei der Digitalisierung endlich den Anschluss an die internationale Führungsspitze schaffen kann – schließlich hängt daran auch die Zukunft des Hochtechnologiestandorts Deutschland.

Die Situation bleibt unverändert: eGovernment und Verwaltungsmodernisierung in Deutschland bleiben hinter den Erwartungen und hinter den internationalen Entwicklungen nach wie vor zurück. Das hat Konsequenzen.

Der Schirmherr des 9. eGovernment Summit, der Beauftragte für Informationstechnik der Bundesregierung, Staatssekretär Klaus Vitt, brachte das eGovernment Computing gegenüber so auf den Punkt: „Deutschland ist ein Hochtechnologie-Standort und eines der exportstärksten Länder der Welt. Im Bereich der Digitalisierung stoßen wir jedoch auf einige Defizite und deutlichen Nachholbedarf. Dies gilt auch und insbesondere für die Digitalisierung der Verwaltung, wo wir zwar Fortschritte erzielt haben, aber insgesamt bei ­weitem noch nicht da sind, wo wir eigentlich sein müssten.“

Bürgerorientierung ist nicht genug

Wie diese Defizite aufgearbeitet werden können und sich der Weg in die Digitalisierung aktiv gestalten lässt, ist denn auch Thema des Summits. So meint Jochen Heyden, Sales Director für den Public Sector bei Hewlett-Packard: „Im Zeitalter des digitalen Umbruchs reicht für die Politik und die Verwaltung etwas mehr Bürgerorientierung nicht aus. Der öffentliche Sektor muss weg vom preußischen Obrigkeitsdenken und hin zu einem Dienstleistungsverständnis für den Bürgern.“

Marc Reinhardt, Vice President und Head of Public Sector bei Capgemini, verweist bei der Aufgabe, die Verwaltung zu digitalisieren, auf die Bedeutung der Digitalen Agenda der Bundesregierung: „Zur aktiven Gestaltung des digitalen Wandels braucht man einen Plan, Mittel und Treiber. Mit der Digitalen Agenda der Bundesregierung existiert ein Plan, auch wenn man diesen weiterentwickeln sollte. Die Mittel sollten angesichts der aktuellen Haushaltssituation beschaffbar sein, sofern man dem Thema die angemessene Priorität beimisst.“

Das letzte und wichtigste Element, so Reinhardt, seien jedoch die ­Treiber, also die Personen, die die Digitalisierung vertreten und für die nötige Umsetzung sorgen würden. Da viel Überzeugungsarbeit nötig sei und viele Beteiligte koordiniert werden müssten, sollten diese Treiber möglichst hoch angesiedelt sein. „Digitalisierung ist Chefsache, das zeigen alle erfolgreichen Umsetzungsbeispiele“, so Reinhardts Fazit.

eGovernment braucht klare Führung

Die Bedeutung dieses Punkts unterstreicht auch Jochen Michels, Head of Public Affairs bei der Fujitsu Technology Solutions GmbH, wobei er auf die Ergebnisse einer Fujitsu-Studie verweist. Ein Ergebnis der europaweiten Studie sei, so Michels, dass sich die Chefs von rund 650 mittleren bis großen europäischen Unternehmen und Behörden sicher seien, dass die Digitale Transformation für ihren weiteren Erfolg unverzichtbar sei. Allerdings hätten viele der Befragten keine klare Strategie, wie sie dieses Ziel erreichen wollen.

Dazu Michels: „Genau hier gilt es anzusetzen, indem Ziele, Strategie und die einzelnen operativen Schritte klar definiert werden. Der Studie zufolge wird in Deutschland die Digitalisierung vor allem durch die Mitarbeiter getrieben – nicht durch die Geschäftsführung oder Abteilungsleiter. Auch das muss geändert werden.“

Auch Andreas Gremm, Technologiearchitekt bei CA Technologies, fordert mehr Einsatz: „Die Anstrengungen der Politik, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, sind steigerbar. Hierzu gehört auch die aktivere Unterstützung der Anstrengungen des Normenkontrollrats durch die Gesetzgebung sowie die Beseitigung föderaler Hemmnisse.“

Und Rolf Sahre, Geschäftsführer der Mach AG, ergänzt: „ eGovernment ist ein Gradmesser für die Innovationsfähigkeit des Staates – und wir haben gute Grundlagen, hier schnelle Fortschritte zu erzielen. Politik und Verwaltung sollten sich meines Erachtens aber noch stärker für Standardisierungen und Interoperabilität einsetzen sowie gemeinsame Ziele und Strategien definieren.“

Die Rolle des eGovernment Summit

Welche Funktion hat nun der eGovernment Summit, um bei der Lösung dieser Probleme zu unterstützen?

Dazu erklärt Holger Hille, Segmentleiter Länder und Kommunen bei T-Systems: „Damit eGovernment erfolgreich sein kann, bedarf es eines qualifizierten Dialogs zwischen Wirtschaft und Verwaltung, bei dem sich die Partner auf Augenhöhe begegnen. Der eGovernment Summit bietet hier eine hervorragende Plattform, um einen kritischen, konstruktiven Dialog zu führen, der vielleicht auch Lösung für künftige Herausforderungen liefert.“

Horst Robertz, Head of Public Sector, Healthcare and Education bei VMware, meint: „Der Summit bietet einen ‚Vertrauensraum‘, in dem Chancen und Risiken sowie Erfahrungen offen diskutiert werden können. Wünschenswert wäre ein daraus folgender Aktionsplan mit genauen Punkten und klarem Fokus sowie Verantwortlichen, die dieses Thema weitertreiben.“

Und Neuzugang Michael Schuster, Government Sales Senior bei ­Adobe, meint: „Der Summit ist die ideale Plattform, um deutlich mehr gemeinsames Verständnis für die Bedeutung und Dimension der Digitalisierung zu fördern.“

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