eGovernment-Monitor 2016

eGovernment-Nutzung – eine Frage der Bildung

| Autor: Manfred Klein

Sich nicht selbst im Wege stehen und Einbinden modernster Technik wagen

„In den letzten fünf Jahren hat die Verwaltung einiges in die Wege geleitet, um die eigene Digitalisierung voranzubringen“, hebt Prof. Dr. Helmut Krcmar vom Institute for Public Information Management (ipima) an der Technischen Universität München hervor.

Er ist der Meinung: „Als größte Nutzungs-Barrieren erweisen sich noch immer die mangelnde Bekanntheit, eine mangelnde Durchgängigkeit sowie die undurchschaubare Angebotsstruktur – alles Barrieren, die die Verwaltung direkt beeinflussen kann. Die Verwaltung hat es also in der Hand, die Bürgerinnen und Bürger für sich zu begeistern. Sie sind empfänglich für Neues und die Verwaltung tut gut daran, Experimente zu wagen, um die Potenziale der Digitalisierung voll auszuschöpfen.“

Auch Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 e. V., sieht das Nutzungspotenzial nicht ausgeschöpft. Wenn Bedarf und Angebot übereinstimmen, Angebote gut beworben würden und die Nutzenden zufrieden mit den Diensten seien, „dann wird eGovernment auch in Deutschland endlich eine Erfolgsgeschichte. Der technologische Fortschritt macht eine weniger bürokratische und kundennahe Verwaltung möglich. Ich könnte mir beispielsweise Chatbots vorstellen, die eGovernment-Nutzende mit einfachen Dialogen durch die Formulare leiten und ihnen so beim Ausfüllen helfen.“

Solche neuartigen Zusatzangebote könnten eine Automatisierung gängiger Prozesse unterstützen und effiziente und flexible Abläufe unabhängig von Öffnungszeiten schaffen, die Nutzende zufriedenstellen und Verwaltungsmitarbeitende entlasten.

eGovernment-Nutzung: Eine Frage der Bildung

Während sich bezüglich Alter und Geschlecht der Nutzenden digitaler Verwaltungsdienste kaum Unterschiede zeigen – so nutzen nahezu gleich viele Männer wie Frauen, junge wie alte Menschen eGovernment-Angebote – ist es die Bildung, die einen deutlichen Unterschied im Nutzungsniveau aufzeigt. Um 31 Prozentpunkte unterscheiden sich die Nutzungsquoten von Hoch- und Niedriggebildeten (hohe Bildung: 72 Prozent, mittlere Bildung: 60 Prozent, niedrige Bildung: 41 Prozent).

Wer hochgebildet ist, kann sich die Vorteile der digitalen Verwaltung offenbar sehr viel besser erschließen. Hier zeigt sich Handlungsbedarf und die Notwendigkeit, die Gründe der geringeren Nutzung durch Menschen mit niedrigerer Bildung stärker zu hinterfragen.

So bleibt als Fazit des diesjährigen eGovernment-Monitors: „Digitale Verwaltungsangebote: Die Skepsis nimmt ab, das Interesse zu, doch die Nutzung bleibt gering.“

Ergänzendes zum Thema
 
eGovernment Monitor 2016

In unserer Bildergalerie finden Sie die wichtigsten Eregbnisse der Studie. Alle Ergebnisse finden Sie bei der Initiative D21.

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