eGovernment-Monitor 2016

eGovernment-Nutzung – eine Frage der Bildung

| Autor: Manfred Klein

(Bild: Initiative D21)

Die Initiative D21 e. V. und ipima haben gemeinsam mit Staatssekretär Klaus Vitt die Ergebnisse des eGovernment Monotor 2016 im Bundesinnenministerium (BMI) vorgestellt. Auch diesesmal sorgt das Ergebnis wieder für Ernüchterung.

So nutzt nicht einmal jeder zweite deutsche Onliner eGovernment-Angebote, nur 45 Prozent waren es in diesem Jahr. Die großen Infrastrukturprojekte wie Online-Ausweisfunktion und De-Mail bleiben weithin unbekannt und ungenutzt. 45 Prozent besitzen kein De-Mail Konto und möchten es auch zukünftig nicht beantragen, 35 Prozent der Befragten kennen das Angebot nicht. Kaum jemand entscheidet sich in Deutschland für die Aktivierung der Online-Ausweisfunktion und zur Anschaffung des zur Nutzung notwendigen Lesegerätes. Letztlich können nur vier Prozent der Internetnutzenden in Deutschland den Personalausweis (nPA) vollumfänglich nutzen. 16 Prozent der Befragten wurde von der Freischaltung durch Mitarbeitende der Behörden abgeraten.

Gute Vorzeichen für Steigerung der eGovernment-Nutzung in Deutschland

Dennoch zeigt der aktuelle eGovernment Monitor etwas Bemerkenswertes: In allen drei Ländern haben die Bedenken der Befragten zu Datensicherheit und Datenschutz enorm nachgelassen und erreichen den niedrigsten Stand seit Erhebung. In Deutschland sinken sie im Vergleich zu 2014 sogar um etwa die Hälfte (Deutschland: - 32 Prozentpunkte, Österreich: - 27 Prozentpunkte, Schweiz: - 16 Prozentpunkte). Das Vertrauen in digitaleVerwaltungsangebote wächst also deutlich.

Insgesamt zeigen die befragten Onliner ein hohes Interesse an eGovernment-Angeboten, sei es an Bürgerinformationsdiensten oder an Open-Government-Angeboten. Zudem sind eGovernment-Nutzende zufriedener als in den Jahren zuvor. Auch hier erreicht der Wert in Deutschland mit 62 Prozent den Höchststand seit Erhebung der Studie. Deutsche Befragte, die eGovernment traditionell weit weniger nutzen als die Befragten der Vergleichsländer, zeigen einen dafür überraschend hohen Nutzungsgrad: Wenn deutsche Bürger den digitalen Weg zur Verwaltung wählen, dann nutzen sie eGovernment ebenso häufig wie Schweizer und Österreicher – im Schnitt 3,1 Mal im Jahr.

Gute Vorzeichen also für eine Steigerung der eGovernment-Nutzung in Deutschland, nur fehlt es weiterhin an effizienten,medienbruchfreien und nutzernahen Angeboten. Als Folge dieser Barrieren steigt die eGovernment-Nutzung in Deutschland nur minimal (+ 6 Prozentpunkte, von 39 auf 45 Prozent) und stagniert im Langfristtrend.

Künftig mit wenigen „Klicks“ zu relevanten Informationen

„Deutschland als Hochtechnologieland ist auf eine funktionierende Verwaltung angewiesen“, sagt Staatssekretär Vitt. „In Zeiten des technologischen Wandels ist die deutsche Verwaltung nur zukunftsfähig, wenn die Online Angebote weiter ausgebaut werden. Wir haben bei der Digitalisierung zwar Fortschritte erzielt, aber insgesamt sind wir bei weitem noch nicht da, wo wir eigentlich sein müssten. Nur wenn es uns gelingt, die Online-Angebote der Öffentlichen Verwaltung attraktiver und einfacher zugänglich zu machen, können und werden die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen ihre Verwaltungsanliegen digital erledigen“, so Vitt.

Der Bund plane daher gemeinsam mit den Ländern und Kommunen, die bestehenden Verwaltungsportale intelligent zu verknüpfen. Vitt weiter: „Dies wollen wir mit digitalen Bürger- und Unternehmenskonten verbinden. So finden die Nutzerinnen und Nutzer künftig mit wenigen Klicks alle für sie relevanten Informationen und können die gewünschte Dienstleistung bei Bedarf sofort in Anspruch nehmen. So direkt, einfach und schnell muss eGovernment sein.“

Ergänzendes zum Thema
 
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