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eGovernment in Bayern eGovernment-Löwe schafft Anreize zur Kooperation

Redakteur: Manfred Klein

Das Projekt zur Einführung der EU-Dienstleistunsgrichtlinie der Stadt Nürnberg ist mit dem eGovernment-Löwen der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet worden.

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Stadtrat Wolfgang Köhler
Stadtrat Wolfgang Köhler
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach mit dem in Nürnberg zuständigen Stadtrat Wolfgang Köhler über die Vorzüge des Projektes.

Herr Köhler, Nürnberg ist für seine Lösung zur technischen Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie mit dem erstmals verliehenen Bayerischen eGovernment-Löwen ausgezeichnet worden. Wodurch unterscheidet sich die Nürnberger Lösung von vergleichbaren Projekten?

Köhler: Vergleichbare Projekte in Bayern gibt es keine. Daher sind wir als Kommune im Freistaat bei der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie sicherlich führend. Doch auch wir haben diese komplexe Umsetzung nur unter bestimmten Voraussetzungen realisiert.

Dazu gehört zum einen, die langjährig bewährte Infrastruktur, auf die wir aufsetzen. Zudem die Bereitschaft und Offenheit der Dienststellen, eGovernment als Service aktiv in das Alltagsgeschäft einzubinden. Dazu gehört aber auch und vor allem die Kooperation mit langjährigen Partnern wie der Datenzentrale Baden-Württemberg und der cit GmbH. Diese waren bereits bei der Blaupausen-Entwicklung des Deutschland-Online-Projektes EU-DLR aktiv eingebunden – davon haben wir stark profitiert.

So setzen wir heute die grundsätzlich gleiche Lösung ein wie die Bundesländer Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg oder die Stadt Dresden. Und auch jetzt geht der intensive Austausch weiter und wir profitieren gegenseitig von unseren Umsetzungen. Ich sage, unsere Umsetzung entspricht dem Anspruch des eGovernment-Löwen, dass Verwaltungen voneinander lernen und Lösungen übernehmen sollen, zu 100 Prozent – und das sogar bundeslandübergreifend.

Mit dem Preis werden eGovernment-Projekte geehrt, die für Bürger, Unternehmen und Verwaltungen spürbare Vorteile bringen. Inwiefern erfüllt der Nürnberger Ansatz diesen Anspruch?

Köhler: Die EU-Dienstleistungsrichtlinie ermöglicht seit Ende 2009 allen Dienstleitungserbringern, sich in jedem Mitgliedsland niederzulassen, um dort Dienstleistungen anzubieten. Alle hierfür notwendigen Arbeitsschritte sollen dabei elektronisch angeboten beziehungsweise durch einen zuständigen Ansprechpartner begleitet werden.

Wir als Stadt haben diesen innovativen, zeit- und ressourcensparenden Ansatz gleichwohl weiter gefasst und bieten diesen nun auch für die lokale respektive regionale Wirtschaft an.

Es ergeben sich gleichermaßen für inländische Unternehmen merkliche Vorteile. Denn auch für diese ist es effizienter, alle Verwaltungsprozesse, die mit einer Unternehmensgründung oder -verlagerung einhergehen, elektronisch abzuwickeln. Das haben wir geschafft und darauf sind wir stolz.

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