Bundesregierung treibt Verwaltungsmodernisierung unbeirrt voran

eGovernment-Investitionen trotzen der europäischen Schuldenkrise

| Redakteur: Manfred Klein

Eine IDC-Studie bestätigt der Bundeskanzlerin erneut die Wichtigkeit der Informationstechnologie im Public Sector
Eine IDC-Studie bestätigt der Bundeskanzlerin erneut die Wichtigkeit der Informationstechnologie im Public Sector (Foto: CDU-/CSU-Badestagsfraktion)

Wie auch immer sich die finanziellen Verpflichtungen Deutschlands im Zuge der Schuldenkrise entwickeln werden, die Öffentliche Verwaltungen werden auch in den kommenden Jahren die Investitionen im IT-Bereich erhöhen. Weitere Analysen zu eGovernment lesen Sie in der heute erscheinenden Ausgabe von eGovernment Computing.

Im Zuge der Eurokrise wird der Kostendruck auf die Verwaltungen weiter zunehmen. Sparen lässt sich jedoch nur, wenn die Verwaltung gleichzeitig umfassend modernisiert wird. Dazu sind jedoch wiederum IT-Investionen unumgänglich. So das Ergebnis einer IDC-Studie.

Schon jetzt ist die Bedeutung der Öffentlichen Verwaltungen als IT-Markt enorm. Derzeit hat der Public Sector einen Anteil von 12 Prozent an den IT-Ausgaben in Deutschland, das sind sieben Milliarden Euro jährlich. Die Öffentliche Hand liegt damit nach dem verarbeitenden Gewerbe und dem Kredit- und Versicherungswesen auf dem dritten Platz.

Dazu die Studie: „Die IT-Ausgaben der Öffentlichen Verwaltung nahmen in den vergangenen Jahren leicht zu. In den kommenden Jahren sind die IT-Investitionen von schwankenden, aber meist positiven Wachstumsraten geprägt.“

Bis 2016 würden die Ausgaben für Software und IT-Services zunehmen, nur der Hardware-Bereich werde durch starke Einsparungen gekennzeichnet sein. Aber: „Trotz der angespannten Budgetsituation wird die Verwaltungsmodernisierung die IT-Investitionen antreiben.“

So sei der Ausbau von eGovernment-Angeboten ein zentrales Thema: „Über einen reinen Internetauftritt hinaus entwickelt sich eGovernment zunehmend hin zu einer Plattform, die eine medienbruchfreie, automatisierte Geschäftsabwicklung innerhalb der Verwaltung ermöglicht.“

Deutlich werde diese Entwicklung etwa am neuen Personalausweises. Durch ihn sollten vor allem Kosteneinsparungen in der Verwaltung und schnellere Bearbeitungszeiten erzielt werden.

Die Entwicklung in den Gemeinden beschreibt die Studie so: „Wesentlich – vor allem für die kommunale Verwaltung – ist die Umstellung der kameralistischen Buchführung auf die Doppik. Hierdurch erhöht sich der Bedarf an ERP-Lösungen, aber auch an Software zur Erfassung und Verwaltung von Liegenschaften und Vermögensgegenständen sowie für weitere Fachverfahren. Aufgrund der Vielzahl von Dokumenten, Formularen und Anträgen in der Öffentlichen Verwaltung gewinnen die Themen Dokumenten- und Printmanagement-Lösungen an Relevanz.“

Wachsende Aufwendungen seien auch für

  • IT-Security und
  • Geoinformationssysteme

zu erwarten. Insgesamt werde so allein der Software-Markt auf ein Volumen von rund 2,0 Milliarden Euro im Jahr 2016 anwachsen. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von 3,2 Prozent für den Zeitraum von 2011 bis 2016.

Gleiches gelte für die IT-Services. Im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung seien zunehmend Beratungsdienstleistungen gefragt. Aber auch die Nachfrage nach Implementierungs- und Planungsdienstleistungen steige. Ähnliches gelte für Private Public Partnerships. Impulse bekomme der Markt auch dadurch, dass die Verwaltung zunehmend Schwierigkeiten habe, IT-Fachkräfte zu gewinnen und daher auf externe Dienstleister zurückgreife. IDC rechnet mit einem Anstieg der Services-Ausgaben von 1,4 Prozent auf über 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2016.

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