Landkreise

eGovernment in der Fläche

11.08.2008 | Redakteur: Manfred Klein

Der Deutsche Landkreistag hat eine Positionsbestimmung zu eGovernment veröffentlicht. Nach Meinung der Autoren zeigt das Dokument gerade vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um die Verwaltungsmodernisierung und die Föderalismusreform II die grundsätzliche Bedeutung von eGovernment für die Landkreise auf.

Darüber hinaus soll das Dokument die Rolle der Landkreise als Dienstleister mit Blick auf die Verwirklichung elektronischer Verwaltungsverfahren im ländlichen Raum darstellen. Daneben sollen die Positionierungen einzelner eGovernment-Vorhaben (wie beispielsweise Deutschland-Online-Infrastruktur, Kfz-Wesen) zur EU-Dienstleistungsrichtlinie und zur Behördenrufnummer „115“ klar werden. Gemeint ist also auch die Bedeutung der Landkreise für eGovernment.

Für diese in Anspruch genommene herausragende Stellung der Landkreise machen die Verfasser die Tatsache verantwortlich, dass den Landkreisen aufgrund

  • ihrer Verantwortung für Bürger und Wirtschaft im Kreisgebiet,
  • ihrer Stellung im Verwaltungsaufbau Deutschlands als Bindeglied zwischen der staatlichen zentralen Aufgabenerfüllung durch Bund und Länder einerseits und der örtlichen in den Städten und Gemeinden andererseits,
  • ihrer breitgefächerten Zuständigkeiten,
  • ihrer damit bestehenden Bündelungsfunktion und
  • ihrer Flächenhaftigkeit bei gleichzeitiger Überschaubarkeit

eine besondere Bedeutung bei der Entwicklung und Verbreitung von eGovernment zukomme.

Dazu merken die Verfasser an: „Die Landkreise verstehen unter eGovernment die Neugestaltung von Staats- und Verwaltungshandeln unter intensiver Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken. Diese ermöglichen andere, weitergehende Gestaltungen von Verwaltungsabläufen als dies zuvor möglich war. Es geht nicht (mehr) nur um die bloße Online-Verfügbarkeit öffentlicher Dienstleistungen, sondern um den Nutzen für eine effektive Geschäftsprozess- und Verwaltungsaufbauorganisation insgesamt. Den Landkreisen ist bewusst, dass der Mehrwert von eGovernment darin besteht, Verfahren und Prozesse so zu gestalten, dass wesentliche Vorteile im Aufwand und im Zeitablauf erreicht werden. Ziel ist die serviceorientierte Vernetzung übergreifender und medienbruchfreier Verwaltungsprozesse. Eine elektronische Antragsstellung allein nützt wenig, wenn immer noch verschiedene Medienbrüche stattfinden.“

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