Quo vadis, Hochschul-IT?

eGovernment: Hochschulen werden zum Best-Practice-Labor der Verwaltung

31.03.2010 | Autor / Redakteur: Stephan Sachse, ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Datenlotsen Informationssystem / Manfred Klein

Hochschulen müssen die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen IT-technisch vernetzen
Hochschulen müssen die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen IT-technisch vernetzen

Die deutschen Hochschulen sollen im Rahmen des Bologna-Prozesses konkurrenzfähiger werden und mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit erhalten. Erreichen lassen sich diese Ziele jedoch nur durch ein modernes IT-Management. Die Hochschulen werden dadurch zu Best-Practice-Laboren der Öffentlichen Verwaltung für Fragen der IT-gestützten Verwaltung und Verwaltungsreform. Ein Blick auf die Hochschulen lohnt also auch für den Public Sector.

Die bundesweiten Bildungsstreiks, die ihren Anfang im Herbst vergangenen Jahres nahmen und sich in erster Linie an den deutschen Hochschulen abspielten, haben eine wichtige Debatte ausgelöst: Muss es einen Kurswechsel bei Bachelor und Master geben – eine Reform der Reform? Abgesehen davon, welche Beschlüsse die Kultusministerkonferenz zur Reformierung der Bachelor- und Masterstudiengänge noch fällen wird – die Hochschulen können schon jetzt einiges tun, um ihr Studienangebot und die Organisation von Studium und Lehre insgesamt zu verbessern. Denn im Zuge der aktuellen Bologna-Diskussion gewinnen die Hochschulen neue Spielräume, die ihnen die Möglichkeit bieten, ihr individuelles Profil zu stärken und die Qualität der Ausbildung zu erhöhen.

Aktuelle Herausforderungen

Dabei ist der Bologna-Prozess nur eine von etlichen Herausforderungen, vor denen die Hochschulen im Jahr 2010 stehen. Es ist eine dramatische Vervielfachung der administrativen Vorgänge zu beobachten. Und die steigenden Studierendenzahlen werden das Problem weiter verschärfen: Mehrere doppelte Abiturjahrgänge strömen in den kommenden Jahren an die Hochschulen dieses Landes. Die Hochschulen, die zudem immer mehr individualisierte Bewerberauswahlverfahren einsetzen, müssen mit den bereits vorhandenen personellen Ressourcen einen an Aufwand und Komplexität stark gewachsenen Prozess meistern, der in den Medien als „Bewerbungschaos“ kritisiert wurde. Hinzu kommt der sich verschärfende Wettbewerb der Hochschulen um die besten und talentiertesten Köpfe.

Auch im Innern sehen sich die Hochschulen wachsenden Herausforderungen wie zum Beispiel sinkenden Personalzahlen und Budgets gegenüber. Historisch gewachsene und deshalb stark heterogene Prozesse und Strukturen innerhalb der Organisationen sowie Institute und Fachbereiche mit wachsender Autonomie stellen die Verantwortlichen vor die Frage, wie ein modernes Hochschulmanagement, von dem alle Akteure profitieren, gestaltet werden kann.

In dem Modernisierungsprozess kann der gezielte und sinnvolle Einsatz von Informationstechnologie als Treiber wirken. Denn eine integrierte Betrachtung der Hochschulprozesse und ihre Digitalisierung können wesentlich zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen beitragen. Diese entstehen zunächst auf prozessualer und strategischer, erst danach auf technischer Ebene der Organisation. Um all diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der sowohl die IT- als auch die Prozess- und Organisationsentwicklungsperspektive berücksichtigt.

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