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Reform des Haushalts- und Rechnungswesen eGovernment-Herausforderung kommunaler Gesamtabschluss

| Redakteur: Gerald Viola

Seit die Ständige Konferenz der Innenminister und Innensenatoren der Bundesländer im November 2003 eine grundlegende Reform des öffent­lichen Haushalts- und ­Rechnungswesens beschlossen hat, ist der Wandel von der bürokratischen Steuerung zu einer Managementorientierung Öffentlicher Verwaltungen voll im Gange. Ein z­entrales Element hierbei ist die Aufstellung eines kommunalen Gesamtabschlusses.

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Harald Frühwacht, Geschäftsführer der IDL GmbH Mitte
Harald Frühwacht, Geschäftsführer der IDL GmbH Mitte

Auch wenn die zeitlichen Vorgaben in den einzelnen Ländern teils sehr unterschiedlich sind, steht außer Frage, dass die meisten Kommunen sich früher oder später mit diesem Thema auseinander setzen müssen.

eGovernment Computing sprach mit Harald Frühwacht, Geschäfts­führer der IDL GmbH Mitte.

Nach den einschneidenden Veränderungen durch die Einführung der Doppik steht für viele Kommunen das Thema Gesamtabschluss auf der Agenda. Vor welchen Herausforderungen stehen Kommunen typischer­weise bei der erstmaligen Erstellung?

Frühwacht: Der kommunale Gesamtabschluss ist fachlich ein neues Thema und seine erstmalige Aufstellung je nach Größe und Komplexität der Kommune und der Anzahl der einbezogenen Betriebe mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden – bedenkt man die Heterogenität des K­onsolidierungskreises mit unterschiedlichen Rechtsformen von der Kernkommune über Kapitalgesellschaften bis hin zu Eigenbetrieben. Damit einher gehen verschiedenste Informationstechnologien sowie Unterschiede in der Rechnungslegung mit abweichenden Kontenplänen oder unterschiedlichen Bewertungsvorschriften, die es überzuleiten und gegebenenfalls zu vereinheitlichen gilt.

Wie sehen aus Ihrer Sicht die kritischen Erfolgsfaktoren aus?

Frühwacht: Grundsätzlich ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit der Projekteinrichtung zu starten, um mit allen Beteiligten die relevanten Fragen zu klären. Einer der wesentlichen Punkte zu Beginn ist die Abgrenzung des Konsolidierungskreises. Zudem ist neben dem Aufbau personeller Ressourcen und organisatorischer Strukturen ein angemessenes Fachwissen hinsichtlich inhaltlicher Fragestellungen unerlässlich. Wir empfehlen eine frühe Einbindung des Rechnungsprüfungsamtes, zumindest temporär, und soweit möglich auch der Berichts­adressaten. Darüber hinaus halten wir die Erstellung eines Probeabschlusses auf dem Weg zum ersten „produktiven“ Gesamtabschluss für sehr zielführend.

Welche Folgerungen ergeben sich daraus für die grundsätzliche Organisation des Gesamtabschlussrechnungswesens?

Frühwacht: In diesem Zusammenhang sind grundsätzlich zwei Herangehensweisen denkbar – hohe Zentralisierung oder dezentrale Organisation, wobei die Antwort wie so oft möglicherweise irgendwo in der Mitte liegt. Wichtig ist zunächst die Frage, welche Inhalte wo mit welchen personellen Ressourcen leistbar sind. Die Konsolidierung selbst wird in der Regel zentral in der Kernkommune angesiedelt, gegebenenfalls für Vorkonsolidierungen auch bei den jeweiligen Teilkonzernverantwortlichen. Die vorbereitenden Maßnahmen für die Aufbereitung und Überleitung der Meldedaten sind dezentral besser aufgehoben. Aufgabe der „Zentrale“ ist es, den Prozess der Datenmeldung zu begleiten und die Einhaltung der Ziele zu überwachen. Hilfreich ist, insbesondere im Hinblick auf die einheitliche Handhabung der inhaltlichen und zeitlichen Anforderungen, die Erstellung einer Gesamtabschlussrichtlinie.

Welche Erfahrungen hat IDL in bisherigen Projekten gesammelt?

Frühwacht: Die gute Botschaft schon gleich vorweg: Der Gesamtabschluss ist eine Herausforderung, mitunter aufwendig, aber auch leistbar. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es eine Vielzahl an Aspekten im Auge zu behalten gilt, die zu Verzögerungen führen und eine fristgerechte Erstellung des Gesamtabschlusses gefährden können.

Zu nennen wäre hier beispielsweise die Qualität der Intercompany-Salden und der damit einhergehende unterschätzte Aufwand für die Abstimmung von Differenzen oder F­ragestellungen im Zusammenhang mit der Neubewertung von Gegen­ständen des Anlage- bzw. Sach­vermögens, die mehr Zeit in A­nspruch nehmen als ursprünglich veranschlagt.

Generell ist die Sensibilisierung der Beteiligungen im Hinblick auf die Qualität der Meldedaten und Termintreue ein Thema. Wie bereits erwähnt, sind deshalb der frühzeitige Beginn und ein gutes Projektmanagement angeraten.

Wie positioniert sich IDL in diesem Umfeld?

Frühwacht: IDL ist bei mehreren Kommunen mit der Konsolidierungssoftware IDLKONSIS in Gesamtabschlussprojekten als Dienstleister tätig, unter anderem bei der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Stadt Duisburg. Unser Unternehmen bietet hier gerade mit seiner Kombination aus über 20 Jahren Projekt- und Praxiserfahrung im Konzernberichtswesen mit einer flexiblen und leistungsfähigen Konsolidierungssoftware im Hinblick auf die Erstellung des kommunalen Gesamtabschlusses einen wesentlichen Pluspunkt.

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