Vorbereitungen fast abgeschlossen

eGovernment, eShopping und eBanking mit dem Personalausweis

03.09.2010 | Autor / Redakteur: Hadi Stiel / Gerald Viola

Die neuen Dienste sind an den neuen Personalausweis gekoppelt. Der wird in der Regel aber erst dann von den Bürgern beantragt werden, wenn der alte Personalausweis abgelaufen ist. Damit werden die neuen eGovernment-, eShopping- und eBanking-Dienste nur allmählich an Bürgerbreite gewinnen – oder?

Geml: Bei einer Gültigkeit des Personalausweises ab dem 24. Lebensjahr von 10 Jahren würde es theoretisch 10 Jahre dauern, bis alle Bundesbürger den neuen nPA haben. In der Praxis wird es aber zahlreiche Anschubeffekte geben. So hat der Personalausweis unter 24 Jahren nur eine Gültigkeit von 6 Jahren. Dazu werden die Jugendlichen kommen, die mit 16 erstmals einen Personalausweis, damit den nPA, erhalten werden.

Nicht zu unterschätzen sind die Anschubeffekte aus der Internet-Generation. Viele von ihnen werden den nPA beantragen, obwohl ihr alter Personalausweis noch gültig ist. Einen zusätzlichen Schub sehe ich aus den ostdeutschen Bundesländern kommen. Die Wiedervereinigung fand ziemlich genau vor 20 Jahren statt, also der doppelten Gültigkeitsdauer eines Personalausweises ab dem 24. Lebensjahr. Damit werden in den ostdeutschen Bundesländern bald viele Beantragungen anstehen.

Inwieweit wirken AusweisApp und eID-Service für schnelle und sichere Zugriffe zusammen?

Geml: Der AusweisApp gewährleistet zusammen mit der verbundenen zentralen Authentifizierungslösung eID-Service die verschlüsselte Kommunikation zwischen dem Bürger und dem Diensteanbieter. International anerkannte, starke Verschlüsselungsverfahren kommen dabei zur Anwendung.

Über ein Public-Key-Verfahren wird sichergestellt, dass nur befugte Unternehmen, Organisationen und Behörden die Ausweisdaten lesen können.

Auf der anderen Seite können nur berechtigte Bürger für sie zulässige Online-Dienste nutzen. Lediglich Unternehmen und Behörden, die das Berechtigungszertifikat von der Vergabestelle des Bundesverwaltungsamtes erhalten haben und sich damit gegenüber dem Bürger eindeutig identifizieren, können auf Ausweisdaten zugreifen.

Nicht nur das: Erst wenn der Bürger den Auslesevorgang explizit freigibt, wird die andere Seite die Ausweisdaten auslesen können. Der Bürger wird sogar bestimmen können, welche Ausweisdaten er gegenüber Internet-Anbieter für das Auslesen preisgibt und welche nicht. Die Freigabe selbst löst er dann mit seiner sechsstelligen PIN aus.

Wie wird die Administration des AusweisApp gelöst?

Geml: Die administrativen Aufgaben sind funktional von den eigentlichen Anwendungen, die auf dem AusweisApp die Dienste ausmachen, getrennt. Administrations-Client und AusweisApp sind zwei separate Komponenten.

Über den Administrations-Client können nicht nur nutzerspezifische Konfigurationen durchgeführt, sondern auch automatische Updates angestoßen werden. Die Bedieneroberflächen beider Komponenten wurden bewusst einheitlich gestaltet. Dadurch wird auch die Nutzung durch den Bürger erleichtert.

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