CeBIT gov auf dem Gelände verteilt eGovernment, eHealth und IT für Ballungsräume in drei Hallen

Redakteur: Gerald Viola

Den umstrittenen Umzug des Public Sector Parc lobte die Messe: „Zur CeBIT 2012 umfasst er erstmals eine eigene Halle. Zentral auf dem Messegelände, in Halle 7, dreht sich alles um den öffentlichen Sektor, der aktuelle IKT-Anwendungen und -Projekte von Bund, Ländern, Kommunen und aus der Wirtschaft präsentiert.“ Was daraus wurde erinnert an „alles, außer Tiernahrung.“

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(Foto: Deutsche Messe)
(Foto: Deutsche Messe)

Denn „CeBIT gov“ verteilt sich gleich über drei Hallen: Öffentliche Verwaltung in Halle 7, Gesundheitswesen unter dem Namen „Health&Vitality“ in Halle 8 und in Halle 11 dann noch eine Ecke für IT-Lösungen in Ballungsgebieten und Metropolen unter dem Begriff „Urban Solutions“.

Und die neue Vielfalt der CeBIT gov scheint auch die Veranstalter etwas durcheinander gebracht zu haben, denn die Deutsche Messe kündigt als Themenschwerpunkte für „Urban Solutions“ unter anderem die Schwerpunktthemen

  • eGovernment und eGovernment 2.0,
  • D115,
  • DeMail,
  • eParticipation,
  • eHalth und TeleHealth

an.

Gleichzeitig lobt die Messe den Public Sector Parc: „Mit seinem Angebot hat er sich in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Plattform der digitalen Anwendungen im öffentlichen Bereich für EU, Bund, Länder, Gemeinden und Landkreise entwickelt. Erstmals belegt der Public Sector Parc eine eigene Halle und bildet gemeinsam mit den Themenfeldern Health&Vitality und Urban Solutions die Plattform CeBIT gov. Zentral auf dem Messegelände in Halle 7 dreht sich alles um den öffentlichen Bereich.“

Wie das Echo der Aussteller und Besucher ausfällt – da werden die Beteiligten wohl erst nach der CeBIT Bilanz ziehen können. Die Aussteller waren schon im Vorfeld vom Umzug nicht begeistert, dass sie teilweise die Messestände neu konzipieren mussten. Und dass große Anbieter ihre Angebote für den Public Sector auf ihren Ständen in anderen Hallen präsentieren, macht das Angebot für die Besucher nicht gerade übersichtlicher.

In diesem Jahr steht der Public Sector Parc unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers Dr. Hans-Peter Friedrich, der ihn am ersten Messetag eröffnen wird.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund setzt seine Kooperation mit der Deutschen Messe AG zur CeBIT 2012 fort. „Die CeBIT ist für die Kommunen einer der wichtigsten Impulsgeber zur Verwaltungsmodernisierung. Im diesem Jahr wird der Schwerpunkt bei den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Xing liegen. Immer mehr Städte und Gemeinden nutzen die Möglichkeiten dieser Dienste, um ihre Bürgerinnen und Bürger aktiv zu beteiligen. Daher wird der Erfahrungsaustausch zwischen den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu diesem Thema im Mittelpunkt des Kommunaltages stehen“ , sagt der Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek.

Soziale Netzwerke und Datenschutz für die Kommunen

Im Rahmen ihrer Kommunaltage auf der CeBIT wenden sich die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am 7. März sowie Schleswig-Holstein am 8. März mit zahlreichen Vorträgen an Verwaltungschefs und IT-Verantwortliche von Gemeinden in ganz Deutschland.

Der Niedersächsische Kommunaltag wird um 11 Uhr vom Präsidenten des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Rainer Timmermann, eröffnet. Das Schwerpunktthema der Veranstaltung lautet „Soziale Netzwerke - Chancen für Städte und Gemeinden“.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, wird als Hauptredner referieren. Er spricht zum Thema „Datenschutz in digitalen Netzen“ und greift damit eine wichtige Fragestellung des CeBIT-Top-Themas „Managing Trust“ auf.

Franz-Reinhard Habbel, der Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, wird über das Thema „Facebook, Twitter und Co.: Nutzen für Städte und Gemeinden“ sprechen. Praxisberichte und Erfahrungen beim Einsatz von Dokumentenmanagementsystemen sollen den Kommunaltag abrunden.

Und was passiert in Halle 11?

Dem Zukunftsmarkt Megacities und den damit notwendigen ITK-Lösungen widmet sich der neue Themenbereich „Urban Solutions“ in Halle 11. Im Mittelpunkt des Ausstellungsbereiches stehen intelligente ITK-Lösungen, mit deren Hilfe moderne Metropolen bereits jetzt ihren vielfältigen Anforderungen begegnen können.

Die ITK-Lösungen decken Themenbereiche wie Versorgung, Entsorgung, Umweltschutz, Mobilität und Logistik ab – sollen aber auch Datenschutz und Datensicherheit sicherstellen, die Umstellung auf eGovernment-Leistungen vorantreiben und zu öffentlicher Sicherheit, mehr Bildung und einer soliden Gesundheitsversorgung beitragen. Eine weitere Aufgabenstellung: rasant wachsende Datenmengen intelligent und sicher miteinander zu verknüpfen.

Im Rahmen des neuen Ausstellungsbereiches Urban Solutions präsentiert sich die „Audi Urban Future Initiative“. Vorgestellt werden fünf internationale Konzepte, die sich mit den zukünftigen urbanen Herausforderungen und Trends rund um das Thema Megacities und Mobilität beschäftigen. Audi tritt damit in den Diskurs zum Thema „Stadt und Mobilität von morgen“ ein und wird maßgeblich den interdisziplinären Austausch dazu vorantreiben.

Ein weiteres Highlight stellt laut CeBIT das Urban Solutions Forum in Halle 11 dar. In Fachvorträgen, Keynotes und Podiumsdiskussionen werden ergänzend zum Ausstellungsgeschehen Themen wie Mobilitätskonzepte, Informationstechnologie und IT-Sicherheit, Kommunikation und Datenschutz, aber auch die Anwendung intelligenter Stromnetze und einer smarten Stromerzeugung und Stromverteilung behandelt.

Innerhalb des neuen Themenkomplexes hat die CeBIT gemeinsam mit dem Hightech-Verband BITKOM den „Urban Solutions Pitch“ ausgelobt. Die Gewinner des Wettbewerbs werden ihre zukunftsweisenden Leuchtturmprojekte auf einer Sonderfläche in der Halle 11 präsentieren.

EU-Kommission (auch) in Halle 7

Und jetzt die Halle 8: „Die CeBIT trägt der zunehmenden Bedeutung von ITK-Lösungen im Gesundheitswesen Rechnung und hat 2012 den Bereich TeleHealth erweitert: Unter dem neuen Konzept Health & Vitality verschmelzen Ausstellung, Fachkonferenz und Networking zum Treffpunkt für IT-Entscheider- und Anwender aus Krankenhäusern, Kliniken, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie für Controller, Stakeholder und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verbänden.“

Wegweisende Projekte sollen die rasante Fortentwicklung auf diesem Gebiet dokumentieren. Die Messe: „Schon längst sind die ersten flächendeckenden Telemedizin-Netzwerke zur Versorgung von kardiologischen Hochrisikopatienten in Betrieb. Apps, die Gesundheitswerte erfassen, sind State of the Art und tragen zur Prävention und zur besseren Patientenversorgung bei.“

Zurück in Halle 7: Einen besonders starken Auftritt der EU-Kommission wird es im Rahmen des Public Sector Parcs geben. Im Mittelpunkt dieser Präsentation stehen die fünf europäischen Large Scale Pilots (LSP), die das gesamte Themenspektrum der europäischen eGovernment-Aktivitäten abbilden:

  • Justiz,
  • Gesundheit,
  • öffentliche Ausschreibungen,
  • Dienstleistungsrichtlinie und
  • elektronischer Ausweis.

Insgesamt werden mehrere hundert Vertreter aus Brüssel die CeBIT besuchen, darunter Abgeordnete des EU-Parlaments, Vertreter der EU-Kommission sowie High-Level-Gruppen aus den Mitgliedsstaaten, um sich über die neusten Entwicklungen der Branche zu informieren und die Anforderungen der Industrie mit denen der parlamentarischen Ausschussarbeit abzustimmen.

Die IT-Kommission (Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien, DG INFSO) präsentiert sich übrigens in den Hallen 7, 9 und 13 mit den Themen eGovernment, Smarter Living und Industrial Learning.

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