Suchen

Vom Anwohnerparkausweis zu Open Government eGovernment 2.0 braucht neue Fachanwendungen

| Redakteur: Gerald Viola

Vor einem Jahrzehnt war der Anwohnerparkausweis die einzige medienbruchfreie eGovernment-Anwendung. Und die Entwickler waren stolz darauf. Aktuell sind vor allem ELSTER, die elektronische Steuererklärung, und auf kommunaler Ebene das Wunschkennzeichen fürs Auto, die bei den Bürger populärsten Lösungen. In der Wirtschaft ist eGovernment sowieso nicht mehr wegzudenken.

Firmen zum Thema

eGovernment: Service für Bürger und Wirtschaft
eGovernment: Service für Bürger und Wirtschaft
( Foto: MACH AG )

Heute haben sich die Fachanwendungen vom Anwohnerparkausweis also weit entfernt. Und im Laufe eines Jahrzehnts hat sich auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass die 1:1-Umsetzung von papierbasierenden Verwaltungsvorgängen in die Welt der IT mit eGovernment nicht wirklich etwas zu tun hat.

Dabei nahmen die Akteure in den Verwaltungen anfangs durchaus Zusatzarbeiten in Kauf, um bürgerfreundliches eGovernment anzubieten. Da wurden in den Meldebehörden Online-Formulare angeboten, die der Bürger ausfüllen konnte, um den Umzug per Internet zu melden. Und in den Amtsstuben wurden die Daten ausgedruckt und dann in die eigentliche Software erneut eingetippt – denn Interoperabilität war damals noch unbekannt.

Die Steinzeit von eGovernment liegt noch gar nicht so lange zurück. Dabei sind Fachanwendungen in den Öffentlichen Verwaltungen in Bund, Land und Kommune heute nicht mehr wegzudenken, wie allein die folgenden Bereiche aufzeigen:

  • Virtuelles Rathaus,
  • virtuelle Poststelle,
  • Meldewesen,
  • Kfz-Wesen,
  • eVergabe und Ausschreibungen,
  • Geodaten und und ...

Sechs Stichworte, die ins Bewusstsein rücken, wie rasant die eGovernment-Entwicklung in den angeblich so schwerfälligen Öffentlichen Verwaltungen vorangetrieben wurde. Und die Verwaltungsmodernisierung, die den Bürger und die Unternehmen als Kunden begreift, die Bestrebungen zur Entbürokratisierung – all das wäre ohne eGovernment undenkbar. Dabei mussten die Akteure immer wieder neue Wege gehen.

Rein rechtlich ...

Galten anfangs noch Makros in Textverarbeitungen als wesentlicher Fortschritt auf dem Weg zur elektronischen Verwaltung, wurden ganze Haushaltspläne mit Tabellenkalkulationssoftware „gestrickt“, kamen bald die Verwaltungsjuristen aus der Versenkung: Nur, was man schwarz auf weiß besitzt und mit eigenhändiger Unterschrift ... Die elektronische Signatur wurde geboren und nicht gerade zum Erfolgsmodell.

Inzwischen sind wir etliche Schritte weiter: eGovernment wurde durch ausgeklügelte Fachanwendungen mehr, als nur Internet-Formulare.

Und damit kam auch der ganzheitliche Ansatz ins Spiel. Stichwort: Interoperabilität. Die Fachanwendungen sind keine Solisten mehr, sondern müssen miteinander „können“, also Daten austauschen, ohne Rücksicht auf die jeweilige technische Basis oder Betriebssystemsoftware.

Die Entwicklung der Fachanwendungen für eGovernment und Verwaltungsmodernisierung zeigt auch beispielhaft der eGovernment-Wettbewerb auf, den Cisco und BearingPoint seit dem Jahr 2000 veranstalten.

Nächste Seite: Die ersten Wettbewerbgewinner und die neuen Herausforderungen

(ID:2049511)