„Neue Verwaltungssteuerung“ in Hessen

Effizienz kommt vor Perfektion

| Autor / Redakteur: Thomas Schäfer, Hessischer Finanzminister und Landes-CIO / Manfred Klein

Dies hat sich ausgezahlt: Mittlerweile haben wir bei der Beherrschung des Systems durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landesverwaltung große Fortschritte erzielt und können eine zunehmend positive Stimmung hinsichtlich des Projektes wahrnehmen. Dazu haben nicht zuletzt auch in der vergangenen Legislaturperiode gestartete Initiativen zur Optimierung der Instrumente mit dem Ziel der Reduzierung der Komplexität und des Ressourcenaufwands beigetragen. Eine Reihe entsprechender Maßnahmen wurde schon umgesetzt oder stehen noch auf der Agenda.

Nach Jahren des Aufbaus und der Steigerung der inhaltlichen und prozessualen Qualität ist nun eine Kehrtwende in der strategischen Ausrichtung notwendig. Auf diese Weise sollen die bislang getätigten Investitionen einen nachhaltigen Nutzen erfahren. Unter Abkehr von weiteren Qualitätssteigerungsmaßnahmen gilt es, neue Ziele anzusteuern. Diese stehen unter der klaren Vorgabe aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: „Effizienz vor Perfektion“. Alle Ideen und zukünftigen Maßnahmen werden sich an dieser Vorgabe messen müssen und werden nur umgesetzt, wenn sie nachweislich einer Steigerung der Effizienz und einer verbesserten Akzeptanz sowie einer intensiveren Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten dienen.

Effizienzsteigerung von Verwaltungsprozessen

Eine Steigerung der Effizienz muss insbesondere bei den notwendigen Eingaben in das System erreicht werden, um das Verhältnis zwischen notwendigem Ressourceneinsatz und erzielbarem Nutzen weiter zu verbessern. Insbesondere manuelle Datenübernahmen müssen auf ein Minimum begrenzt und technische Hilfsmittel im Rahmen der Wirtschaftlichkeit des entsprechenden Einsatzes umfassend zur Verfügung gestellt werden.

Zudem sind bestehende Verwaltungsprozesse innerhalb der NVS auf mögliche Effizienzverbesserungen zu untersuchen und die sich ergebenden Möglichkeiten der Effizienzsteigerung zu nutzen. Wir wollen im Hinblick auf die große Bedeutung der Finanzhilfen im Landeshaushalt weitere Prozesse – so beispielsweise die Einrichtung eines zentralen Fördercontrollings in Hessen – anstoßen und umsetzen.

Zu einer verbreiterten Akzeptanz werden Maßnahmen führen, die sowohl auf Arbeitsebene als auch in den Führungsebenen dazu beitragen, dass zum einen der notwendige Input in dieses System als richtig verstanden und zum anderen der Output aus dem System in Form von Berichten und speziellen Auswertungen als sinnvolle und notwendige Grundlage für Entscheidungen erkannt wird. Schließlich müssen die systemischen Angebote stärker als bisher genutzt werden. Zur Vereinfachung der täglichen Verwaltungsprozesse stellt das System schon heute zahlreiche Unterstützungen zur Verfügung, auf die zum Teil noch nicht in wünschenswertem Maße zurückgegriffen wird. Zudem bietet es noch zahlreiche Chancen, weitere Verwaltungsprozesse effizienter abzubilden. Diese Möglichkeiten müssen ergriffen werden.

Gerade auch auf der Führungsebene muss in der täglichen Arbeit ein höherer Nutzungsgrad erreicht werden. Wir können nur immer wieder darauf verweisen: Das System bietet mehr Informationen als manchen bisher bewusst ist – hier setzen wir auf einen langfristigen Mentalitätswandel und ein neues kommunikatives Modell innerhalb der Landesverwaltung und der Politik. So ergeben sich beispielsweise neue Perspektiven bei der Einleitung von entsprechenden Maßnahmen bei sich andeutenden Plan-/Ist-Abweichungen als auch im Bereich der Planung und Fragen zur langfristigen strategischen Ausrichtung. Hierzu wurde bereits im Jahr 2013 das Projekt „Zentrales Finanzcontrolling“ aufgesetzt, welches mit gezielten Auswertungen Ineffizienzen in Abläufen aufzeigen und so den Startschuss für Verbesserungen abgeben soll.

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