Europäische Cloud-Lösung eco übernimmt GAIA-X-Projektmanagement

Autor: Julia Mutzbauer

Der Verband der Internetwirtschaft eco will die GAIA-X Federation Services spezifizieren. Der Verband hat dazu ein Project-Management-Office (PMO) eingerichtet und fünf Arbeitspakete definiert.

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Die europäische Dateninfrastruktur GAIA-X soll zur Datensouveränitat von Europa beitragen
Die europäische Dateninfrastruktur GAIA-X soll zur Datensouveränitat von Europa beitragen
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GAIA-X ist ein Konzept für eine föderierte Dateninfrastruktur mit Fokus auf Datensouveränität und Datenverfügbarkeit, basierend auf europäischen Standards und Werten. Ziel ist es die Innovation in Europa zu fördern. „Dies schafft einen Raum für Selbstbestimmtheit, den wir in Deutschland und Europa sehr zu schätzen wissen“, kommentiert Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco Verband. In diesem Sinne sollen auch die Dienste zum Föderieren (Federation Services) innerhalb des GAIA-X-Ökosystems als Open Source erstellt werden. Ein föderiertes Informationssystem ist der Zusammenschluss von einzelnen Systemen, die ihre jeweilige Selbständigkeit bewahren. Auf dieser Grundlage können sich Benutzergruppen auch als Teil von GAIA-X selbst organisieren, sofern sie mit den entsprechenden Regeln konform gehen.

Im Zentrum der ersten Spezifikationsrunde bis zum Frühjahr 2021 stehen die fünf GAIA-X-Kernservices:

  • Identity & Trust,
  • Federated Catalogue,
  • Sovereign Data Exchange,
  • Compliance und
  • Federation Services Integration & Portal.

In diesen fünf Arbeitspaketen geht es vor allem darum, die weitere Entwicklung zu unterstützen und die Interoperabilität aller Gewerke zu gewährleisten. Das Projekt startet mit einer Phase zur Spezifizierung der Anforderungen mit dem Ziel, im April 2021 mit der Ausschreibung der einzelnen Gewerke zu beginnen.

Das angestrebte GAIA-X-Regelwerk soll Datenökosysteme und Infrastrukturökosysteme miteinander verknüpfen. Im Ergebnis soll ein föderiertes und interoperables Gesamtökosystem entstehen. „Teilnehmer können Daten und Services souverän über sektorspezifische Datenräume hinweg nutzen. Alle Daten- und Service-Angebote sind transparent und die Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern, sogenannte Lock-in-Effekte, werden reduziert“, erklärt der Verband der Internetwirtschaft.

„Die aktuelle Covid-19-Situation zeigt, dass stabile und resiliente digitale Infrastrukturen und Dienste von großer Bedeutung sind“, betont Weiss. Durch die standardisierte Vernetzung haben Anbieter im Infrastrukturökosystem neue Möglichkeiten, innovative und maßgeschneiderte Angebote auf den Markt zu bringen. Sie können beispielsweise ihre Services miteinander verknüpfen, gemeinsam weiterentwickeln, ausbauen und skalieren.

Im Rahmen der GAIA-X-Initiative haben sich nach den Angaben des eco schon mehr als 300 Unternehmen und Organisationen mit mehr als 500 Personen aktiv in die Gestaltung eingebracht. Davon sind 75 Prozent der Privatwirtschaft zuzuordnen, wovon wiederum die Hälfte zum Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zählt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit rund 13,5 Millionen Euro gefördert.

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 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing