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Wandel des IT-Dienstleisters enthält auch eine Kehrseite Dynamic Services von T-Systems sind wesentlicher Erfolgsfaktor

Autor / Redakteur: Matthias Kraus / Katrin Hofmann

Die IT-Dienstleistungssparte der Telekom ist laut den aktuell veröffentlichten Geschäftszahlen gewachsen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, unter anderem die Dynamic Services.

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Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
( Archiv: Vogel Business Media )

Die IT-Dienstleistungssparte des Bonner Telekom-Konzerns veröffentlichte vor kurzem seine Geschäftszahlen: Mit 2,9 Prozent Wachstum im abgelaufenen Fiskaljahr 2010 kann sich T-Systems zur Gruppe der wachstumsstärksten Anbieter im europäischen IT-Dienstleistungsumfeld zählen. Berücksichtigt wurden sowohl die kaptiven Umsätze innerhalb des Konzerns Deutsche Telekom als auch non-kaptives Business, wobei das Services-Geschäft mit externen Kunden nach Schätzungen von IDC mit 14 Prozent Wachstum in Euro-Währung deutlich zulegen konnte.

Der Großteil des Wachstums konnte der IT-Dienstleister außerhalb Europas erwirtschaften, womit T-Systems unter anderem eine verbesserte globale Lieferfähigkeit unter Beweis stellt. Im heimischen deutschen Markt verzeichnete T-Systems gegen Ende des vergangenen Jahres ein Umsatzplus, während der Service Provider in anderen Ländern nicht zulegen konnte. Auch die EBIT-Marge konnte 2010 mit rund 3,7 Prozent im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren weiter gesteigert werden, allerdings liegt T-Systems damit immer noch hinter den meisten seiner Wettbewerber zurück.

Einer der wichtigsten Treiber für die insgesamt positive Entwicklung sind nach Meinung von IDC vor allem die „Dynamic Services“ von T-Systems. Diese Dienstleistungen weisen eine hohe „Cloud-Charakteristik“ auf. Unternehmen können – verglichen mit dem Eigenbetrieb – IT-Ressourcen schneller, flexibler und kostengünstiger beziehen. Mit ihrem Angebot rund um die Dynamic Services gelang es T-Systems, großvolumige Deals, beispielsweise mit MAN, Philips sowie anderen internationalen Großkunden, abzuschließen. Aber auch einige mittelständische deutsche Firmen zeigten sich interessiert und unterzeichneten Verträge.

T-Systems im Wandel

In den letzten 12 bis 24 Monaten hat T-Systems einen offensichtlichen Wandel durchlaufen. Anwenderunternehmen, die in T-Systems, der Tochter eines ehemaligen staatlichen Betriebes, einen konservativen und wenig innovativen Anbieter erwarten, müssen ihr Bild vielleicht revidieren. Die jüngsten Erfolgsmeldungen zeigen, dass sich der IT-Dienstleister als einer der führenden Anbieter positioniert hat, wenn es um die Einführung oder Nutzung von cloud-basierten Services geht. Die „Dynamic Services for SAP“ haben zwar kein Alleinstellungmerkmal, denn beispielsweise IBM oder auch CSC bieten inzwischen ähnliche Angebote an, dennoch scheint T-Systems dem Wettbewerb aufgrund seiner Erfahrung immer noch einen Schritt voraus zu sein.

Die Gefahr

Die mögliche Kehrseite der Medaille: Ein derart starkes Wachstum und zahlreiche neue Großprojekte, insbesondere diejenigen in der Migration-Phase, müssen selbst von einem großen Anbieter wie T-Systems erst einmal erfolgreich umgesetzt werden, ohne dass dabei Service Level Agreements verletzt oder die Qualität der Leistungen bei bestehenden Kunden wie auch Neukunden darunter leiden. T-Systems ist sich dessen sicher bewusst, nicht umsonst zählt die weitere Verbesserung der Kundenzufriedenheit für das Unternehmen zu einem der wesentlichen Ziele im Jahr 2011.

Fazit

T-Systems wandelt sich langsam, aber unaufhaltbar und zählt bereits heute zu den führenden Anbietern von modularen und cloud-basierten IT-Services. Wie die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres zeigen, waren die „Dynamic Services“ für den Dienstleister ein wesentlicher Treiber für die Neukundengewinnung. Für das laufende Jahr gilt es jetzt vor allem, die Zufriedenheit der Kunden zu sichern und auszubauen. Sollte dies gelingen, ist T-Systems ihrem eigenen Leitbild des „Enablers of connected Life & Work“ einen Schritt näher gekommen.

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