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Studie erforscht Zugang zu medizischer Versorgung Droht die medizinische Zweiklassengesellschaft?

| Redakteur: Manfred Klein

Medizinischer Fortschritt und demografischer Wandel könnten in Deutschland dazu führen, dass medizinische Dienstleistungen künftig nicht allen Mitgliedern der Gesetzlichen Krankenversicherung jederzeit im gewünschten Umfang zur Verfügung gestellt werden können. Schreckenszenario oder alles halb so schlimm?

Wie werden knappe medizinische Ressourcen am besten verteilt?
Wie werden knappe medizinische Ressourcen am besten verteilt?
(Bild: © Monkey Business - Fotolia)

Eine Studie von Dr. Christian Pfarr (Universität Bayreuth) und Prof. Marlies Ahlert (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) zeigt, dass offenbar ein erheblicher Teil der Bevölkerung es gleichwohl ablehnt, den Zugang zu therapeutischen Maßnahmen von bestimmten Patienteneigenschaften abhängig zu machen.

Auch ein einkommensabhängiger Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung wird mehrheitlich abgelehnt.

Wenn medizinische Güter und Dienstleistungen knapp werden, wie soll dann beispielsweise der Zugang zu aufwändigen Diagnose- und Operationstechnologien oder zu teuren Medikamenten geregelt werden? Sind Patientinnen und Patienten in jeder Situation gleich zu behandeln, oder gibt es Kriterien, die neben medizinischen Indikatoren eine Bevorzugung rechtfertigen?

Ebenso stellt sich die Frage, ob sich wohlhabende Bevölkerungsschichten einen besseren Zugang zur Gesund­heitsversorgung leisten können sollten. Über alle diese Probleme wird seit vielen Jahren in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik lebhaft diskutiert. Bislang war jedoch unklar, wie die Öffentlichkeit über die damit verbundenen Herausforderungen denkt.

Mit den Einstellungen in der deutschen Bevölkerung befasst sich eine Studie, die Dr. Christian Pfarr, Finanz- und Sozialwissenschaftler an der Universität Bayreuth, und Prof. Dr. Dr. Marlies Ahlert, Professorin für Mikroökonomie und Finanzwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, gemeinsam erarbeitet und kürzlich im European Journal of Health Economics veröffentlicht haben.

Die Untersuchung stützt sich auf das International Social Survey Programme (ISSP). Diese Initiative lässt alljährlich in vielen Ländern rund um den Globus repräsentative Umfragen zu aktuellen sozialwissenschaftlichen Fragen durchführen und stellt die so ermittelten Rohdaten öffentlich zur Verfügung.

In Deutschland wird das ISSP von der GESIS Berlin (Leibniz Institut for Social Science) koordiniert, für die Umfragen ist TNS Infratest zuständig.

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