Speicherung von Überwachungsdaten in der Cloud Dringend benötigt: Speicherkapazität für Videodaten

Von David Friend*

Der Einsatz ausgeklügelter Videoüberwachungstechnik hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Ob in öffentlichen Einrichtungen, mit „Smart City“-Technologien, im Nah- und Fernverkehr, auf Bahnhöfen oder in Supermärkten – wir begegnen ihr immer häufiger. Gefragt sind deshalb Speicherlösungen mit entsprechender Kapazität.

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Mehr Kameras, mehr Daten, mehr benötigte Speicherkapazität – die Videoüberwachung hat sich rapide verbreitet.
Mehr Kameras, mehr Daten, mehr benötigte Speicherkapazität – die Videoüberwachung hat sich rapide verbreitet.
(©Dimco - stock.adobe.com)

Zu den aufgezählten Einsatzszenarien kommen Unternehmen, die durch Videotechnologie neue Kundenerlebnisse schaffen wollen, zum Beispiel durch Selbstbedienungskassen oder auch Innovationen wie kassenlose Lebensmittelgeschäfte. Letztere gibt bei uns zwar bisher noch nicht, in anderen Ländern aber gehören sie längst zum Alltag.

Der Markt für Überwachungsvideos wird laut jüngsten Prognosen zwischen 2020 und 2025 auf mehr als 68 Milliarden US-Dollar anwachsen, was die steigende sektorübergreifende Nachfrage bestätigt. Ein Großteil dieses Wachstums wird auch durch die Umstellung von analogen auf IP-basierte Videoüberwachungssysteme und die digitale Aufrüstung bereits bestehender Systeme angetrieben. Und obwohl Videoüberwachung hier in Deutschland wichtige Fragen in Bezug auf den Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern aufwirft, ist sie inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsstrategie vieler Unternehmen geworden. Die Herausforderung dabei: Videodaten verbrauchen enorm viel Speicherkapazität. Es stellt sich also die Frage nach einer passenden Lösung zur Speicherung dieser Daten.

Wir brauchen immer mehr Videospeicherkapazitäten

Laut einer Studie von IHS Markit wird die Zahl der weltweit zur Überwachung eingesetzten Kameras bis Ende 2021 auf über eine Milliarde steigen. Das Unternehmen Seagate hat einen Speicherplatzrechner speziell für Überwachungstechnologien erstellt. Allein eine 4K-Videokamera kann pro Tag über 250 GB an Daten erzeugen, die alle gespeichert werden müssen. Wenn man bedenkt, dass wir uns künftig über 4K hinaus in den Bereich der 8K- und 10K-Kameras bewegen werden, steigt die erzeugte Datenmenge rapide an. Die Datenmenge, die durch Kameras mit hoher Auflösung erzeugt wird, überfordert die Speicherbudgets vieler Unternehmen bei weitem. Das Resultat sind reduzierte Bildraten und nur eine sehr kurze Speicherung des Materials. Daher besteht offensichtlich Bedarf an kostengünstigeren Speicheroptionen als den traditionell verwendeten Hardware-Lösungen vor Ort.

Doch was genau beeinflusst, wie viel Speicherkapazität ein Vorgang benötigt? Bei der Überwachung gibt es drei Hauptfaktoren: die Anzahl der Kameras, die Auflösung und die Speicherdauer. Wenn einer dieser Faktoren erhöht wird, steigt die Menge der zu speichernden Daten automatisch an.

  • 1. Je nachdem, wie und wo die Überwachungstechnik eingesetzt wird, generieren zwischen ein paar wenigen, einem Dutzend oder Tausenden von Kameras Daten, die alle gespeichert und verarbeitet werden müssen. Während Banken und Supermärkte vielleicht nur eine Handvoll einsetzen, gibt es auf Großflughafen wie dem JFK mehr als 600 Kameras in einem einzigen Terminal. In Berlin überwachen rund 14.765 Videokameras den öffentlichen Raum – 13.640 allein im öffentlichen Nahverkehr. Tendenz steigend. Ganz klar ist: Je mehr Kameras, desto mehr Daten fallen an. Deshalb müssen sich vor allem große Organisationen und Städte darüber im Klaren sein, welche Speicherlast sie auf sich nehmen und wie sie diese am besten verwalten können.
  • 2. Auch die Kameraauflösung spielt eine wichtige Rolle. Kameras mit höherer Bildqualität packen mehr Pixel in jedes Bild, was die Dateigröße erhöht, und bei Aufnahmen mit höherer Geschwindigkeit werden mehr Bilder pro Sekunde erfasst. Eine einzelne Kamera, die mit 15 Bildern pro Sekunde in 4K arbeitet, erfasst beispielsweise die vierfache Datenmenge im Vergleich zu einer Kamera, die 15 FPS bei 1.080p aufnimmt. Und die Auflösungen werden immer besser. Für den Betrieb von Gesichtserkennungs-Software braucht es beispielsweise 8K- und 10K-Kameras, eine Praxis, die in naher Zukunft auch bei uns in Deutschland immer häufiger zum Einsatz kommen wird.
  • 3. Die Anforderungen eines Unternehmens an die Datenaufbewahrung haben einen großen Einfluss auf die Speicheranforderungen. Die Aufbewahrungsrichtlinien variieren von Fall zu Fall: Branchen und Regierungen können verbindliche Mindestaufbewahrungsquoten festlegen, die von Stunden bis zu Jahren reichen. Festgelegt wird das im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung. Es ist wichtig, dass sich ein Unternehmen über seine Aufbewahrungsanforderungen im Klaren ist und die Speicherung entsprechend budgetiert.

All diese Faktoren wirken sich auf den Speicherbedarf einer Organisation für die Überwachung aus. Je nach Unternehmen bieten sich andere Speicherlösungen an. Für ein Überwachungsunternehmen bietet sich beispielsweise eine Cloud-Objektspeicherlösung an, bei der Unternehmen große Datensätze speichern und schnell auf sie zugreifen können. Eine skalierbare Lösung, die plötzliche Änderungen des Speichervolumens ohne serviceunterbrechende Hardware-Updates bewältigen kann, ist für jede moderne Überwachungseinrichtung unerlässlich. In der Cloud ist dies ganz einfach: Wenn Sie mehr Speicherplatz benötigen, kaufen Sie einfach mehr Speicherplatz. Aber welche Cloud-Speicherlösung passt zum Unternehmen?

Die Wahl des richtigen Cloud-Speicheransatzes: Abwägen zwischen Kosten, Komfort und Sicherheit

Für Unternehmen gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten. Entweder Sie entscheiden sich für eine Lösung eines einzigen Anbieters, die alles, was Sie brauchen, in sich vereint – Kameras, Software und Speicher –, oder Sie wählen ein Systemintegratorpaket mit maßgeschneiderten Lösungen über einen Drittanbieter.

Die Option eines einzigen Anbieters ist in vielerlei Hinsicht praktisch, kann sich aber langfristig als kostspielig erweisen. So sind Unternehmen dann möglicherweise für mehrere Jahre an einen Cloud-Speicheranbieter gebunden, dessen Preise auch erhöht werden können. Es kann schwer sein, eine solche vergleichsweise kostspielige Lösung zu rechtfertigen, wenn unabhängige Cloud-Speicherlösungen die gleiche Datenmenge für ein Zehntel des Preises oder weniger speichern.

Die Verwendung einer hybriden Cloud-Lösung, bei der die Videoverwaltungs-Software (VMS) vor Ort eingesetzt wird, während die Cloud in erster Linie für die Speicherung genutzt wird, ist eine sehr geeignete Möglichkeit zur Sicherung von Überwachungsvideodaten. Eine solche Lösung ist so konzipiert, dass sie potenzielle Probleme, die bei der Verwendung einer reinen Cloud-Lösung für Überwachungsanwendungen auftreten, abfedert. Dazu gehören die Aufrechterhaltung der betrieblichen Effizienz (zum Beispiel Geschwindigkeit, Bandbreite und Schutz vor Latenz) sowie gesetzliche Anforderungen, die eine jahrelange Aufbewahrung der Daten erfordern können. In einem Überwachungskontext werden die meisten aktuellen Videos aus Geschwindigkeitsgründen lokal gespeichert, wo sie in der Regel nur ein oder zwei Tage aufbewahrt werden müssen, und anschließend in die Cloud kopiert, wo sie so lange aufbewahrt werden können, wie das Unternehmen sie benötigt.

David Friend, CEO und Mitbegründer von Wasabi Technologies.
David Friend, CEO und Mitbegründer von Wasabi Technologies.
(Bild: Wasabi)

Die Wahl eines Anbieters, der es ermöglicht, Videodateien „unveränderlich“ zu machen, um sie vor böswilliger Datenzerstörung zu schützen, sollte ebenfalls ein wichtiges Merkmal der Überwachungsspeicherstrategie sein. Einige Anbieter bieten Dienste an, die Daten in unveränderlichen „Buckets“ speichern, die im Sinne der Objektspeicherung ähnlich wie Ordner auf PCs oder Macs funktionieren. Die in diesen Buckets gespeicherten Daten können von niemandem geändert oder gelöscht werden, so dass sie auf Wunsch mehrere Jahrzehnte lang unverändert gespeichert werden können. Unternehmen können ihren Bedarf an Überwachungsspeichern decken, indem sie sich für eine Lösung mit maximaler Flexibilität bei der Speicherung und Verwaltung unbegrenzter Daten entscheidet. Auf diese Weise können Sicherheitsverantwortliche ihre Aufgaben zum Schutz und zur Unterstützung der Interessengruppen so effektiv wie möglich erfüllen.

Je weiter sich unsere Videoüberwachungssysteme technologisch entwickeln, desto wichtiger wird es für Unternehmen sein, darauf zu achten, wie sie ihre Daten verwalten und dabei sicherstellen, dass sie auf eine flexible, zuverlässige und sichere Weise gespeichert werden. Die goldene Regel des Speichers ist, dass man immer mehr braucht, nie weniger, und das gilt besonders für die Überwachung. So können die Sicherheitsverantwortlichen ihre Aufgaben möglichst effektiv erfüllen.

*Der Autor: David Friend, CEO und Mitbegründer von Wasabi Technologies

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unserem Schwesterportal www.storage-insider.de.

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