Visum, Mietrecht, Tipps & Tricks Dresden richtet Online-Portal für ausländische Arbeitskräfte ein

Redakteur: Gerald Viola

Den Kopf voll Wissen, ein prall gefüllter Koffer und ein One-Way-Ticket: Am Flughafen Dresden endet für viele ausländische Fachkräfte eine lange Reise. Für sie hat die Stadt ein eigenes Informationsportal aufgebaut.

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Für die neue Zielgruppe Studenten wird‘s in Dresden auch Partytipps geben
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( Archiv: Vogel Business Media )

Das „Silicon Saxony“ mit seinen aufstrebenden Unternehmen aus den Bereichen Halbleiterindustrie, Software und Biotechnologie hat einen immensen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Stadt und Land bemühen sich deshalb auch im Ausland intensiv, Fachkräfte mit attraktiven Angeboten zum Umzug zu bewegen. Mit Erfolg: Spanisch und Englisch sprechende Mitbürger gehören in Dresden mittlerweile zum Stadtbild.

Im Heimspiel zum Ziel

Um den neuen Sachsen das Zurechtfinden in der fremden Stadt zu erleichtern, gibt es seit Mitte März unter www.dresden-welcome.de einen Internet-Treffpunkt. Dort finden Zugereiste Informationen aller Art: von der Anreise, über Visaformalitäten, Fakten des Mietrechts bis hin zu wichtigen Tipps & Tricks im Umgang mit Einheimischen: „Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in einem Restaurant Hunde unter den Tischen sehen”, heißt es da etwa.

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Die Idee, ein Informationsportal für Einwanderer ins Leben zu rufen, wurde im Rahmen von Dresden als „Stadt der Wissenschaft 2006“ geboren und alsbald unter der Federführung des Wirtschaftsbürgermeisters der Stadt, Dirk Hilbert, in Angriff genommen. Der Politiker stellte die Idee im Rahmen eines Business-Frühstücks Dresdner Unternehmen vor, um auch dort Unterstützung zu finden. Schnell wurde klar, dass die T-Systems Multimedia Solutions, mit Hauptsitz in Dresden, der ideale Projektpartner für die Stadt mit ihrem ohnehin vorhandenen Online-Angebot ist.

Der Multimedia-Dienstleister war auch sofort von dem Projekt begeistert. „Wir wollten unserer Heimat etwas zurückgeben und haben uns deshalb entschieden, das Projekt zu sponsern”, sagt Thomas Richter, der als Leiter des Dresdner Agenturbereichs der T-Systems Multimedia Solutions „Dresden Welcome“ betreut. In wenigen Wochen wurde man sich über die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit einig. Ein fünfköpfiges Projektteam begann mit der Umsetzung.

Zwei Aspekte waren von Anfang an besonders wichtig: „Wir wollten eine absolute Klarheit der Information und eine Navigation, die sich einfach erschließt und barrierefrei ist“, so Richter.

Die richtige Mischung macht’s

Die Design-Experten des Teams setzten deshalb auf ein Farbschema, das die Informationen aus den unterschiedlichen Bereichen klar einzuordnen hilft. So sind Informationen zu Visums- und Wohnfragen in gelblichen Farben gehalten, Fakten zu den Themengebieten Familie, Arbeiten und Leben lassen sich über Buttons in Blautönen abrufen. Dabei hat der Designer des Teams ganze Arbeit geleistet: „Die Seite gehört in puncto Layout schon zur gehobenen Klasse“, konstatiert Richter. Bilder und Testimonials sind folglich ein besonders wichtiger Teil der Homepage. Gleich auf der Startseite erscheinen sehr persönliche Erfahrungsberichte von neu nach Dresden gekommenen Fachkräften.

Felipe Mora-Bermúdez etwa, der am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik arbeitet, schreibt dort: „Die Pflastersteine auf vielen Straßen sehen zwar schön aus, fühlen sich allerdings unbequem an und ich dachte: Was für eine romantische Art, mein Auto zu Schrott zu fahren.“

Thomas Richter hält Berichte wie diese für besonders wichtig: „Wir wollten eine glaubwürdige Seite für die Zielgruppe gestalten, die nicht nur nüchterne Fakten bereithält“. Weitere Community-Elemente sollen Schritt für Schritt eingebaut werden. So ist als nächstes die Implementierung einer Job-Börse für die Zielgruppe geplant. Auch ein Blog zum Meinungsaustausch oder ein Wiki könnte Richter sich vorstellen. So sollen Nutzer-Inhalte kontinuierlich wachsen und die Seite zu einem starken Portal mit einem vielfältigen Informations- und Unterhaltungsangebot ausbauen.

In Zukunft: Dresden für alle

Einer der ersten Schritte dorthin wird sein, bestehende Angebote der Stadt als Web-Service einzubauen. Andere Inhaltselemente entstehen vermutlich komplett neu und speziell für die Zielgruppe. Aber in Zukunft soll der Inhalt der Seite nicht nur für die qualifizierten Arbeitnehmer aus dem Ausland aufbereitet werden. Durch den hohen Leerstand an Immobilien sind auch Studenten jeder Provenienz als Neubürger willkommen. Um auch ihnen die ersten Schritte zu erleichtern, ist der Ausbau der Seite in diese Richtung eine realistische Zukunftsvision. Auch für eine solche Community haben Thomas Richter und sein Team bereits einige Ideen in der Schublade – trotz unterschiedlicher Informationsansprüche der Zielgruppen. „Statt Hinweisen zum deutschen Arbeitsrecht dann halt Partytipps. Dresden hat viel zu bieten“, sagt Richter.

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