9. eGovernment-Wettbewerb

DNA medienbruchfrei erfassen und übermitteln

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Schwachstellen beseitigt

Jedes Weiterleiten von Untersuchungsanfragen bedeutet ein Stillstand in der Bearbeitungskette. Es hängt allein von der Zeitdauer des Weiterleitungsvorgangs ab, wann wieder damit gearbeitet werden kann. Wenn, wie in der Praxis der Kriminaltechnik nicht unüblich, Begutachtungen parallel durchgeführt werden müssen, ist dies nur mit entsprechenden Kopien der Untersuchungsakte möglich. Jedoch ist damit die Akte so lange nicht homogen, wie die einzelnen Ergebnisse nicht zusammengeführt werden. Absprachen und Recherchen zu den Inhalten der Untersuchungsakte sind sehr zeitaufwendig und meist nur in Besprechungen möglich.

Komplizierte Fragestellungen müssen oft interdisziplinär beantwortet werden. Akten und Spurenträger sind bis zu einem Menschenleben lang zu verwahren, wenn eine schwere Straftat nicht verjährt. Lagerort von Spuren und Akten und der Bearbeitungsstatus lassen sich nur noch sehr zeitaufwendig feststellen.

Die Zuordnung zu Rahmenplanaktenzeichen und die Vergabe von Schlagworten können mit einem großen individuellen Spielraum vergeben werden. Für einen Dritten ist es dann schwer, genau diese Logik zu treffen.

Akten werden aus der Registratur nur während der üblichen Geschäftszeiten vorgelegt.

In der Konsequenz werden bei den Sachbearbeitern separate Tagebücher, Handakten, Postbücher etc. vorgehalten und gepflegt. Arbeitsabläufe werden dadurch ineffizient und intransparent. Die Sachbearbeitung hat weniger Zeit, sich auf die Kernprozesse zu konzentrieren und der administrative Aufwand rund um die Vorgangsbearbeitung beansprucht die Arbeitszeit überproportional. Serviceleistungen und schnelle Reaktionen auf veränderte Aufgabenstellungen oder Nachfragen seitens der Ermittler sind so kaum möglich.

Das war auch die Ausgangslage im Jahr 2005. In den Dezernaten innerhalb der Abteilung Kriminalwissenschaft und -technik wurden dezentral Tagebücher und Handakten angelegt. Die elektronischen Tagebücher waren nicht miteinander vernetzt. Daten wurden redundant erhoben. Die Disziplinen in der Abteilung konnten nicht ohne Weiteres wissen, wer unter Umständen noch an dem Spurenträger Untersuchungen zu erledigen hatte. Dies erforderte einen erheblichen Koordinationsaufwand vom Eingang der Untersuchungsanträge bis hin zur Überwachung von Löschfristen für Daten und die Herausgabe oder Vernichtung von Asservaten.

Die Ergebnisse der molekulargenetischen Untersuchungen sind DNA-Identifizierungsmuster, die für den Laien aus kryptischen Zahlenwerten und -kombinationen besteht. Diese Werte wurden aus dem DNA-Laborgeräten ausgelesen, von Sachverständigen interpretiert und händisch in einem Formular erfasst. Dieser und weitere Medienbrüche im Verlauf der DNA-Analyse waren erhebliche Fehlerquellen, weswegen der herkömmliche Prozess zeitaufwendig und arbeitsintensiv mit sechs QS-Schritten überwacht werden musste.

Eine wichtige Herausforderung ist, dass der Sachverständige während seiner Untersuchung die Personalien eines Probanden nicht wissen darf. Dazu müssen die Untersuchungsanträge anonymisiert dem Laborbereich zugeführt werden. Nach der Untersuchung sind die Gutachten durch eine Stelle wieder mit den Personalien zusammenzuführen.

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